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Reise Österreich Mit dem Fiat 500 auf den Grossglockner - eine Oldtimer-Bergfahrt!

Mit dem Fiat 500 auf den Grossglockner – eine Oldtimer-Bergfahrt!

Mit dem Fiat 500 auf den Grossglockner fahren? Geht das überhaupt? 2016 sind wir den Beweis angetreten und sind mit unserem Oldtimer, Baujahr 1974, diese Bergfahrt angetreten. Es war ein Abenteuer der Sonderklasse, von dem ich Dir heute gerne mehr erzählen möchte:

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Mit dem Fiat 500 auf den Grossglockner:


Mit einem Fiat 500, Baujahr 1974, auf den höchsten Berg Österreichs dem Großglockner. Für manche ist es erst Urlaub, wenn man in die Ferne schweifen kann. Je weiter weg, desto besser. Wir wollten heuer in Österreich bleiben. Es passiert im Moment ohnehin genug in der Welt und hier ist doch (noch) ziemlich ruhig. Gott sei Dank! Zudem verliert man gerne den Blick für alles in der Nähe. Nach Österreich strömen jedes Jahr tausende Touristen, aber man selbst nimmt Reiseziele, die nur wenige Kilometer von einem entfernt liegen, so gut wie nicht wahr. Das wollten wir ändern.

Die Idee mit dem Fiat 500 auf den Grossglockner zu fahren schwebte uns schon lange vor. Doch sie scheiterte bislang daran, dass unser Spucki seit unserer Hochzeit vor drei Jahren nicht ganz funktionstüchtig in der Garage stand. Jakob raffte sich aber heuer auf, ihn wieder flott zu machen. Was mit dem Austausch von ein paar Teilen begann, endete in einer Rundumüberholung des kleinen Autos und mehreren damit verbundenen Bestellungen beim Spezialhändler im Internet. Von der Zündung bis zum Vergaser wurde alles getauscht. Zudem bekam der Fiat 500 auch noch eine verchromte Zierleiste (Luxusausstattung um € 7,90) sowie Weißwandringe verpasst.

Nach ein paar Probefahrten, die eigentlich alle recht gut verliefen, war es endlich so weit. Wir starteten über das Berchtesgardner Land, Zell am See, Fusch an der Glocknerstraße auf die Edelsweißspitze – den höchsten mit dem Auto befahrbaren Punkt Österreichs. Mit dem Gepäck mussten wir zwar ein bisschen sparsam umgehen, denn ein Lastesel ist ein Fiat 500 gerade nicht, aber das machte nichts.

Station 1: Zell am See – der Fiat 500 gibt sein Bestes

Der erste Teil der Route führte uns von Seekirchen nach Zell am See. Konnten wir den ersten Teil der Fahrt noch mit offenem Fetzendach genießen, wurden wir an unserem Ziel vom Regen eingeholt. Die Kapruner Stauseen konnten wir zwar besuchen, mussten aber mit sehr feuchtem Wetter vorlieb nehmen.

Den Abend verbrachten wir direkt in Zell am See. Es war kalt. Richtig kalt. Dennoch ließen wir es uns nicht nehmen die Licht- und Lasershow anzuschauen. Immerhin war es am Abend trocken.

Station 2: Edelsweißspitze am Großglockner – der Fiat 500 wird auf die Probe gestellt

Am nächsten Morgen war von all dem Regen vorerst nichts mehr zu sehen. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es an die Etappe der Etappen – von Zell am See mit dem Fiat 500 auf den Grossglockner. Der Fiat schnurrte brav vor sich hin. Natürlich musste man auf der Strecke ein paar Pausen einplanen, denn der 42 Jahre alte Herr hat nicht so viele Pferdestärken unter dem Autositz versteckt, um die Fahrt in einem Zug zu schaffen.

Großglockner mit Oldtimer | Blog - Topfgartenwelt

Bevor wir die Mautstelle passierten, gab es von Jakob noch einen prüfenden Blick in den Motorraum. Ja, Ihr habt richtig gesehen, das Autschgi hat den Motor auf der Rückseite. Vorne unter der „Haube“ befindet sich lediglich ein klitzekleiner Kofferraum.

Es dauerte nicht lange und schon konnten wir die ersten Schneefelder und steilen Abhänge entdecken.

Leider war es mit der Sonne bald vorbei. Bis zum Nachmittag zog es total zu und gegen Abend schaute man nur noch in eine weiße Wand. Wir hofften natürlich sehr, dass das Wetter nicht so bleiben würde, denn was wäre eine Panoramastraße ohne Aussicht?

Großglockner Hochalpenstraße | Oldtimer | Fiat 500 - Blog Topfgartenwelt

Am Tag unserer Großglocknerbezwingung fand auch die Österreichische Radrundfahrt mitsamt der Glockner-Etappe und Kür des Bergkönigs statt. Die Radler brauchen von unten bis zur Edelweißspitze ca. 40 Minuten. Ein Wahnsinn, oder nicht?

Panoramastraße Großglockner | Oldtimer | Hochalpenstraßen - Blog Topfgartenwelt

Ganz, ganz, ganz oben am linken Rand des Bildes ist die Edelsweißspitze zu sehen. Sie ist das Ziel!

Fuscher Törl | Großglockner Hochalpenstraße | Fiat 500 | Oldtimer - Blog Topfgartenwelt

Der Fiat vor dem Fuscher Törl! Ab diesem Zeitpunkt an war es nur noch bewölkt. Es ist leider den ganzen Tag nicht mehr besser geworden. Somit konnten wir auch keine weiteren kleinen Wanderungen, die sich rund um die Panoramastraße anbieten, mehr unternehmen.

Die letzte Hürde der Radrundfahrt auf den Glockner hinauf konnten wir sogar in der Pole-Position erleben. Nachdem es beim Fuscher Törl aufgrund der Kälte nicht mehr besonders angenehm war, beschlossen wir Richtung Edelweißspitze aufzubrechen. Doch hier war schon alles gesperrt. Wir wurden von der Polizei gebeten wieder zurückzufahren und das Event abzuwarten. Doch Spucki wollte nicht mehr und blieb einfach stehen. Wenn er mal absäuft, dann kann das schon dauern bis er wieder startet. Also wurde er einfach zur Seite geschoben.

So ein Radrennen ist schon etwas ganz Besonderes. Man mag es kaum glauben, aber nach der Siegerehrung war der Zirkus innerhalb von einer halben Stunde vorbei und sämtliche Autos und Werbefahrzeuge wieder verschwunden. Auch die Leute die bei so einem Zirkus dabei sind, trifft man nicht alle Tage. Insbesondere bei der Besatzung der Begleitfahrzeuge
herrscht eine ausgeprägte Jetzt-komme-ich-Stimmung vor. Nichts für uns. Übrigens – der Fiat hat es sogar für eine Millisekunde ins Fernsehen geschafft 🙂

Zufahrt Edelweißhütte | Großglockner | Fiat 500 | Oldtimer - Blog Topfgartenwelt

Dadada – wir haben es geschafft. Der Fiat rollt vor den Parkplatz der Edelweißhütte und bekommt seine verdiente Pause für die tapfer überstandene Bergfahrt – wir hatten es geschafft und waren mit dem Fiat 500 auf den Grossglockner gefahren. So gut er auch gefahren ist, die Höhenluft hat ihm doch ein wenig zugesetzt. Je dünner die Luft wurde, desto öfter kambes zu Aussetzern bei der Zündung im Leerlauf.

Parkplatz Edelweißhütte | Fiat 500 | Oldtimer | Großglockner - Blog Topfgartenwelt

Station 3: Kaiser-Franz-Josefs-Höhe – mit dem Fiat 500 zum Höhepunkt der Panoramastraße

Nächsten Morgen dann der Hammer – blauer Himmel und Sonnenschein. Ein gigantischer Ausblick über die gesamte Gebirgslandschaft. So etwas muss man einfach mal in natura gesehen haben.

Edelweißhütte | Großglockner | nach Sonnenaufgang - Blog Topfgartenwelt
Edelweißhütte | Großglockner | Fiat 500 | Oldtimer - Blog Topfgartenwelt

Die Edelsweißhütte ist der höchste mit dem Auto erreichbare Punkt (2571 Meter über dem Meeresspiegel). So durfte an dieser Stelle natürlich kein Starfoto fehlen. Danach ging es weiter zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe. Von der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe aus hat man einen perfekten Blick auf den Großglockner und die Pasterze. Sie ist auch das Ziel aller anderen
Touristen.

höchster befahrbarer Punkt | Großglockner | Edelweißhütte | Oldtimer - Blog Topfgartenwelt

Dieses Mal ein Bild vom Fuscher Törl bei schönem Wetter. Sieht doch gleich ganz anders aus. Das Fuscher Törl ist übrigens ein Denkmal für alle Arbeiter, die beim Bau der Glocknerstraße verunglückt sind. Flankiert wird es von den Landesfahnen Kärntens und Salzburgs.

Fuscher Törl | Fiat 500 | Oldtimer | Großglockner - Blog Topfgartenwelt

Eine Pause legten wir natürlich auch bei der Fuscher Lacke ein. Hierbei handelt es sich um einen kleinen, eiskalten Bergsee, der sich idyllisch in die Gebirgslandschaft schmiegt. Auf der Alm ist gerade Frühling und das kam an diesem Ort perfekt zum Ausdruck. Doch auch diese Bilder zu zeigen würde den Rahmen sprengen, dafür wird es einen eigenen Post geben. Ach ja, neben dem See gibt es dort auch eine Hütte, den Mankei-Wirt – sehr empfehlenswert. Der Besitzer kümmert sich mit Liebe um Murmeltiere und mit ein bisschen Glück bekommt man dort eines zu Gesicht.

Fuscher Lacke | Großglockner Hochalpenstraße | Oldtimer | Fiat 500 - Blog Topfgartenwelt

Nach der Fuscher Lacke folgt recht bald das Hochtor. Hier finden sich einige zu Fuß und ohne richtige Bergausrüstung erreichbare Schneefelder.

Kurz bevor man zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe gelangt, kommt man in diesem wunderschönen Wasserfall vorbei.

Die letzte große Hürde für den Fiat war die Galerie auf dem folgenden Bild. Obwohl es gar nicht so steil aussieht, steigt es kontinuierlich an und das ist für ein Auto mit lediglich 23 PS sehr Kräfte zehrend.

Und da ist er – der letzte Rest der Pasterze, des größten Gletschers in Österreich. Viel ist nicht mehr übrig – leider! Der Gletscher bildet sich rasant zurück. Dahinter ist überigens die Hohe Dock zu sehen.

Mit einer Standseilbahn aus den 60ern kann man nostalgiemäßig innerhalb weniger Minuten hinunter zur Gletscherzunge fahren. Einstmals stieg man aus und stand direkt vor dem Gletscher. Heute muss man ganz schön weit gehen bis man ihn erreicht. Von 2015 bis 2016 ist er um gut 50m geschmolzen – man sieht es an den Tafeln.

Das Schwemmgebiet des Gletschers wirkt wie eine Mondlandschaft auf uns. Da wir etwas spät dran waren und noch die letzte Auffahrt mit der Nostalgiebahn schaffen mussten, blieb uns nicht so viel Zeit herumzuwandern.

Falls Euch diese Frage auf den Lippen brennt – ja, das Wasser ist eiskalt. Genauso wie man es sich erwarten würde.

Seht Ihr das Haus in der Mitte des Bildes? Dort ist der Parkplatz – dahin mussten wir wieder zurück!

Der schroffe Spitz ist der Großglockner – der höchste Berg Österreichs. In der Sternenwarte von Swarowski (das Gebäude, welches aussieht wie ein Bergkristall) konnte man mit Hilfe von Fernrohren sogar eine ganze Bergsteigergruppe am Gipfel des Glockners beobachten.

Hier ist eine der Hütten direkt unter dem Gipfel des Glockners zu sehen. Sie dient den Bergsteigern wohl als eine Art Basislager.

Er darf auch nicht fehlen – Kaiser Franz Josef – nach ihm ist dieser Teil der Panoramastraße auch benannt.

Ein Murmeltier bekamen wir auch vor die Linse. Es tummeln sich zwar einige von ihnen auf den warmen Sonnenhängen, aber so leicht ist es dann auch wieder nicht. Von den vielen Touristen lassen sie sich überhaupt nicht beirren.

Die Swarowski-Sternenwarte sollte man auch unbedingt besuchen. Hier stehen die oben erwähnten Fernrohre.

Station 4: Millstatt – der Fiat 500 ist ein wenig beleidigt

Nach diesem traumhaften Tag im Gebirge ging es am Abend nach Millstatt am Millstättersee. Am darauffolgenden Morgen sollte dann die letzte Etappe unserer Reise beginnen. Geplant war es von Millstatt über die Nockalpenstraße in die Steiermark zu fahren. Einen Großteil der Strecke haben wir auch geschafft, aber leider fand die Reise ein jähes Ende.

Kurz vor der Abfahrt musste Jakob ein wenig am Vergaser nachbessern. Bereits am Vortag gab es hier leichte Probleme. Grundsätzlich schien danach wieder alles zu funktionieren und wir beschlossen noch einen Rundgang durch Millstatt zumachen.

Station 5: Nockberge – mit dem Fiat 500 auf zur letzten Etappe

Die Nockberge bieten ein ganz anderes Bild. Sie sind sanft und mit saftigen Almwiesen überzogen. Ein traumhaftes Wandergebiet. Gehört der Großglockner zum Nationalpark Hohetauern so zählen die Nockberge zu einem Biosphärenpark. Der Unterschied liegt darin, dass in einem Biosphärenpark die landwirtschaftliche Nutzung erlaubt ist.

Wenn man auf der Nockalmstraße unterwegs ist, muss man unbedingt eine Pause beim idyllischen Windalmsee einlegen.

Dieses Schild ist für all jene Touristen gedacht, die meinen man kann mit Pumps wandern gehen. Kein Scherz: am Großglockner sahen wir eine Dame mit Plateau-Sandalen! Solche Schilder haben daher eine gewisse Berechtigung.

Bevor es Richtung Steiermark ging, erklommen wir noch die Eisenthalspitze. Vom „Gipfel“ aus hat man einen perfekten Blick über die ganze Region.

Tja, und kaum waren wir von den Nockbergen herunten war Schluss mit lustig. In Innerkrems wollte der Fiat nicht mehr. Schon beim Bergabfahren hatte er Probleme das Gas anzunehmen, am Ende wollte die Zündung nicht mehr. Doch die Rettungskette funktionierte perfekt: mit dem ÖAMTC ging es nach Tamsweg, danach per Papa-Taxi ins Murtal und von dort mit dem Mama-Taxi wieder nach Hause.

Der Fiat kam eine Woche nach uns via Schutzbrief des ÖAMTC wieder nach Hause. Er steht nun wieder in der Garage und wartet auf eine neuerliche Reparatur. Die Blumenbilder gibt es hier!

Mit dem Fiat 500 auf den Grossglockner zu fahren barg so einige nicht vorhersehbare Überraschungen, aber das bringt eine Reise mit so einem alten Auto wahrscheinlich einfach mit sich.

Zum Pinnen:

mit dem Fiat 500 auf den Grossglockner - eine Oldtimer-Reise - Blog Topfgartenwelt
Bis bald und baba,

Kathrin

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