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Garten Kleine Gärten planen: DI Jürgen Hirschmann im Interview | Gartengestaltung Pflanzplan!

Kleine Gärten planen: DI Jürgen Hirschmann im Interview | Gartengestaltung Pflanzplan!

Kleine Gärten planen ist eine Herausforderung. Wer weiß das nicht besser als DI Jürgen Hirschmann, seines Zeichens Garten- und Landschaftsarchitekt in Wien, welchen ich zum Interview genau zu diesem Thema gebeten habe. Jürgen hat sein Unternehmen für Gartengestaltung Pflanzplan im Jahr 2012 gegründet und blickt somit schon auf einiges an Erfahrung in diesem Metier zurück. In diesem Artikel wird er ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern.

INFO*) Dieser Artikel enthält Werbung und enstand in Zusammenarbeit mit dem Wiener Gartenarchitekten DI Jürgen Hirschmann vom Unternehmen Pflanzplan (www.pflanzplan-gartengestaltung.at).


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DI Jürgen Hirschmann hat seine Ausbildung zum Garten- und Landschaftsarchitekten an der BoKu Wien (= Universität für Bodenkultur) absolviert. Sein Werdegang umfasst einen  Studienaufenthalt an der Tongji Universität in Shanghai / China, wo er sein Wissen über die Anlage und Gestaltung von chinesischen Gärten vertiefen konnte. Sein Spezialgebiet ist die Planung von Dachterrassen und die Gestaltung von Hausgärten, wobei er natürlich, entsprechend der Weiterbildung, einen besonderen Fokus auf asiatische bzw. traditionelle chinesische Gärten hat. 

Sein Motto: Wachsende Freude


In unserer Überheblichkeit neigen wir Menschen oft dazu, die Bedeutung des Menschseins zu überschätzen. Das eigentliche Wunder der Natur ist nicht, dass es uns Menschen gibt, sondern, dass es das Leben gibt. Ich wählte das Studium der Landschaftsarchitektur unter anderem, weil mir bewusst wurde, wie sehr der Mensch seine Umwelt verändert. Vieles davon erleichtert uns das tägliche Leben, vieles verwehrt uns gleichzeitig aber auch einen essentiellen Zugang. Den Zugang des Menschen zu seiner „Natur“. Dieses Stück Natur gilt es zu finden und zu bewahren, denn ein Teil der Natur zu sein, sei es auch nur für einen Moment, erachte ich als das höchste Gut des Menschen.

DI Jürgen Hirschmann


Der Schwerpunkt meines Blogs liegt auf der Gestaltung und Planung eines kleinen Gartens. Denn wir haben für Blumenbeete, Gemüsegarten und Spielfläche lediglich 350 m2 Platz. Damit ist der Garten zwar größer als ein durchschnittlicher Reihenhausgarten, aber für einen ausladenden englischen Landgarten würde es nicht reichen. Daher habe ich Jürgen insbesondere zum Thema „kleine Gärten planen“ einige Fragen gestellt:


Kleine Gärten planen: das Interview mit Gartenarchtiket DI Jürgen Hirschmann aus Wien:

1. In der heutigen Zeit ist es ja so, dass Wohnraum immer weniger leistbar wird. Dementsprechend klein fällt auch die Gartenfläche bei Einfamilienhäusern, Gartenwohnungen und Reihenhäusern aus. Welchen grundsätzlichen Tipp würdest Du als Gartenarchitekt jemanden geben, dessen Garten lediglich 200 m² groß ist?


Je kleiner ein Garten, desto schwieriger ist dessen Planung. Bei größeren Gärten ist es wesentlich einfacher, die verschiedenen Nutzungsbereiche unterzubringen. Bei kleinen Gärten ist aus Platzgründen eine zielgerichtete Planung sehr wichtig. Was benötigt man wirklich? Was ist nicht unbedingt nötig? Wo und wie verteile ich die einzelnen Nutzungsräume? Wie trenne ich sie sinnvoll voneinander? Erst wenn man Antworten auf diese Fragen gefunden hat, kann ein Grobentwurf überlegt werden, danach werden dann Details herausgearbeitet. Kleine Gärten sind immer eine Herausforderung, nur nicht den Mut verlieren!


2. Kannst Du eine Vorgangsweise empfehlen, um kleine Gärten optisch größer erscheinen zu lassen? Was ist hier ein absolutes No-Go?


Es existieren einige Tricks, um einen Garten größer erscheinen zu lassen. Einer davon ist, dass man, wenn möglich, nie von Anfang des Gartens zu dessen Ende blicken kann. Dies wird durch eine geschickte Anordnung von Elementen und Pflanzen erreicht. Dadurch wird der Besucher sozusagen eingeladen, den Garten durch ein Durchwandern zu entdecken und der Garten erscheint somit größer. Auch Spiegel oder Spiegelbleche können, geschickt platziert, einen Garten wesentlich größer erscheinen lassen. Ein absolutes No-Go wäre eine komplett einsehbare Rasenfläche, Staudenbeete an dessen Rändern und eine gleichmäßige Hecke an den Grundstücksgrenzen.


3. Dein Herz hast Du ja an traditionelle chinesische bzw. asiatische Gärten verloren und warst diesbezüglich auch für einen Studienaufenthalt in China. Wie lässt sich dieses Konzept auf einen kleinen Garten mit wenig Fläche ummünzen?


Chinesische Gärten sind  sehr unterschiedlich im Vergleich zu westlichen Gärten. Der Grund hierfür ist eine andere Philosophie und daher andere Herangehensweise. Der chinesische Garten war im Wesentlichen eine stilisierte Miniaturausgabe der Natur, die Erbauer waren meist auch Landschaftsmaler und Poeten. Der ganze Garten war sehr stark von der damaligen Religion des Taoismus geprägt. Wie man sieht, lässt sich dieser Stil  sehr schwer auf einen westlichen Garten anwenden. Es gibt aber eine Parallele zu einem kleinen, westlichen Garten: Die chinesischen Gelehrtengärten waren aus Platzgründen auch sehr klein angelegt. Hier bediente man sich einiger Tricks, um den Garten größer erscheinen zu lassen. Auch einige Elemente und Pflanzen können in einem westlichen Garten übernommen werden. Im Grunde sollte man sie aber behutsam einsetzen, da wie gesagt, der philosophische Hintergrund ein komplett anderer war.


4. Gerade bei Neubauten wird als lebender Zaun gerne Kirschlorbeer gepflanzt. Ich sehe das sehr oft bei den Gartenwohnungen, Doppelhaushälften und Reihenhausgärten bei uns in der Umgebung. Inzwischen sollte aber bekannt sein, dass dieses Gewächs ein Paradies für den Dickmaulrüssler ist und unserer Natur keinen großen Mehrwert bietet. Welche alternativen Pflanzen kannst Du als Gartenarchitekt empfehlen?


Gartengestaltung nach DI Jürgen Hirschmann von Pflanzplan - Gartenblog Topfgartenwelt
*) Bild zur Verfügung gestellt von DI Jürgen Hirschmann von Pflanzplan


Der Kirschlorbeer gehört zu den sogenannten Neophyten. Da dieses Gehölz in unseren Breiten nicht heimisch ist, hat es, wie schon richtig erwähnt, für unsere Fauna und Flora keinen besonderen Mehrwert. Er dient kaum Vögeln als Nistplatz und die Blüten ziehen auch wenig Insekten an. Besser sind heimische Gehölzarten wie Gemeiner Schneeball, Holunder, Weiden oder auch der Gemeine Liguster. Diese Gehölze sind auch an unsere Witterungsverhältnisse angepasst und können sich gegen Schädlinge recht gut zur Wehr setzen.


5. Oftmals befindet sich unter den Gärten neuer Reihen- oder Doppelhäuser viel Bauschutt oder gar eine betonierte Tiefgarage. Die Pflanzen haben in diesem Fall keinen großen Spielraum für ihre Wurzeln. Was ist in so einem Fall grundlegend bei der Bepflanzung zu beachten?


Man sollte in diesem Fall eher auf kleinwüchsigere Staudenpflanzungen zurückgreifen. Auch kleinwüchsige Gehölze sind möglich. Gräser sind hier auch sehr gut geeignet. Unterirdischer Bauschutt oder gar eine Betonplatte bilden oft zusätzlich eine Sperrschicht, durch die das Wasser schwer versickert. Dadurch entsteht Staunässe, die die meisten Pflanzen schlecht vertragen. Besonders Rasen reagiert heikel darauf. Auch diesbezüglich sollte man bei der Pflanzenauswahl Rücksicht nehmen. Hier existieren einige Stauden und Gehölze, die Staunässe besser vertragen. Eine Drainagierung schafft zusätzlich Abhilfe.


6. Gibt es für 2020 einen Gartentrend, welchen man unbedingt umsetzen muss und welcher sich auch für kleine Gärten eignet?


Der Trend geht derzeit eher zu modernen, puristisch gestalteten Gartenanlagen. Hier ist die Bepflanzung homogener. Die Vielfalt der Pflanzen wird reduziert, gut zusammenpassende Pflanzen werden großflächig gepflanzt. Ein guter, moderner Garten kann beispielsweise mit nur 5 bis 7 verschiedenen Stauden bzw. Gräsern auskommen, dies
reduziert auch den Pflegeaufwand. Geschickt geplante Baulichkeiten mit puristischen Formen bilden das Grundgerüst für solche Gärten. Ein moderner, schlichter Gartenstil eignet sich auch sehr gut für kleine Flächen.


7. Wenn man Dich als Gartenarchitekt beauftragt, mit welcher Vorlaufzeit muss man rechnen? Also wie lange dauert es von der Planung bis zum fertigen Garten?


Wir nehmen uns sehr viel Zeit für die Planung unserer Projekte, um für unsere Kunden die beste Lösung zu finden. Daher muss eine gewisse Vorlaufzeit eingeplant werden. Diese kann je nach Umfang vom Beginn der Planung bis zur Auftragserteilung schon mal mehrere Monate betragen. Am besten, man nimmt mit uns schon im Herbst Kontakt auf, die Wintermonate eignen sich hervorragend als Vorlaufzeit, und die Umsetzung kann dann im Frühjahr erfolgen. Für die Umsetzung  sollte man, je nach Umfang der Arbeiten, ein paar Wochen einplanen.


8. Mit welchen Kosten muss man in etwa rechnen, wenn Du als Gartenarchitekt tätig wirst und in welchem Umkreis von Wien nimmst Du überhaupt Aufträge an?


Die Kosten für die Umsetzung eines Gartens sind sehr unterschiedlich. Sie hängen vom Umfang, den Wünschen des Kunden und von der Größe des Gartens ab. Dasselbe gilt auch für die Planung. Sobald wir die Begebenheiten vor Ort besichtigt haben und die Kundenwünsche aufgenommen wurden, können wir  eine Preis für die Planung nennen. Nach der Planerstellung findet ein neuerliches Treffen mit unseren Kunden statt, bei dem die Planung präsentiert wird. Hier wird mit dem Kunden der Plan besprochen und dazu wird auch ein Angebot für die Umsetzung vorgelegt. Unser Einzugsgebiet umfasst meist Wien und Umgebung, wir durften aber auch schon Gärten in Niederösterreich, Steiermark und Kärnten umsetzen.


Lieber Jürgen, ich bedanke mich ganz herzlich für das Interview und die wertvollen Informationen zur Planung von kleinen Gärten, die Du mir und meinen Lesern gegeben hast!


im Interview:
DI Jürgen Hirschmann
Garten- und Landschaftsarchitekt in Wien
www.pflanzplan-gartengestaltung.at


HINWEIS. Dieser Artikel enthält Werbung und wurde von www.pflanzplan-gartengestaltung.at gesponsert.


Zum Pinnen:
Kleine Gärten Planen - Interview mit Gartenarchitekt DI Jürgen Hirschmann aus Wien - Gartenblog Topfgartenwelt
 


Bis bald und baba,
Kathrin


10 KOMMENTARE

  1. Guten Morgen liebe Kathrin,
    das war ein sehr interessantes und aufschlussreiches Interview, herzlichen Dank fürs teilen! Da auch unsrer Gärtchen nur recht klein ist, war dieses GEspräch auch sehr hilfreich :O)
    Ich wünsche Dir einen schönen und freundlichen Wochenteiler!
    ♥️ Allerliebste Grüße,und bleibt gesund,Claudia ♥️

  2. Ein sehr schönes Interview, liebe Kathrin,
    auch wenn wir einen relativ großen Garten haben, so interessiert mich doch auch immer die Gestaltung kleinerer Gärten, weil es da auch immer gute Ideen zu entdecken gibt.
    Ich wünsche Dir noch einen schönen Tag und pass auf Dich auf.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

  3. Liebe Kathrin,

    das geführte Interview mit Jürgen Hirschmann beinhaltet viele wertvolle Tipps für alle, die nur über einen kleinen Garten verfügen.:-)
    Die modernen, puristisch gestalteten Gärten sieht man bei uns auch immer mehr und leider dann auch ohne jegliche Pflanzen, die dienlich für Insekten sind.

    Liebe Grüße und einen schönen Wochenteiler
    Christa

  4. Liebe Kathrin,
    danke für das interessante Interview. Ist immer wieder eine neue Anregung dabei. Besonders haben es mir die Tipps angetan, einen Garten größer wirken zu lassen. Da würde ich gerne noch mehr darüber wissen wollen.
    Liebe Grüße, Dani

  5. Hallo Kathrin,
    ich habe vorgestern noch vergessen, dir etwas zu schreiben : Weißt du, dass man, wenn man bei deinen Kommentaren auf deinen „Absender“ klickt, noch auf deinem alten Blog landet? Vielleicht gibt es da ja eine andere Möglichkeit bzw. du schreibst auch deinen Link dazu, wie ich das bei meinen Kommentaren zumeist mache (?)
    Herzliche Rostrosen-Frühlingsgrüße,
    Traude
    🌷🐝☘️🌸🦋🌿🌹🌱
    https://rostrose.blogspot.com/2020/04/corona-extra-4-sars-cov-2-und-die-umwelt.html

  6. Liebe Kathrin,
    nun habe ich deinen neuesten Beitrag gefunden….sehr aufschlussreich ist das Interview und auch einen kleinen Garten kann man spannungsreich gestalten. Danke dir für’s Teilen.
    Ein feines Wochenende, Marita

  7. Liebe Kathrin,
    lieben Dank für dieses aufschlussreiche Interview, da unser Garten auch nicht besonders groß ist, hat es mir viele Anregungen gegeben. Das Motto „Wachsende Freude“ von Dr. Hirschmann gefällt mir sehr gut.
    LG nach Salzburg
    Gisela

  8. Hallo Kathrin,
    unser Garten war am Anfang voller No-Gos, eine Rasenfläche, alles einsehbar.
    Allerdings würde ich nicht mit 5-7 Stauden auskommen, das wäre sicher auch für die Gartentiere zu wenig, aber leider wünschen sich immer mehr Leute einen pflegeleichten Garten.
    Viele Grüße
    Elke

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