Ein Sommer ohne den Genuss dieser erfrischenden Früchte geht bei uns überhaupt nicht. Ist das bei Dir auch so? Melonen anbauen ist daher inzwischen eine echte Leidenschaft von mir geworden. Gott sei Dank, ist das überhaupt nicht schwer und nach einem schönen Sommer kann sich die Ernte durchaus sehen lassen. Dennoch solltest Du bei der Kultivierung ein paar Kleinigkeiten beachten, die ich Dir aber sehr gerne in diesem Artikel verrate! Dann sollte wirklich alles glatt laufen.
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Verwandte von Kürbis und Co
Bevor ich Dir Näheres über das Melonen anbauen verrate, möchte ich eine Sache los werden. Botanisch gesehen sind Melonen nämlich ein Fruchtgemüse und kein Obst! Außerdem gehören Wasser-, Zucker- als auch Honigmelonen zur Familie der Kürbisgewächse und sind daher eng mit Gurke, Kürbis und Zucchini verwandt.
Dies erkennt man sehr einfach am Aussehen der Blätter und Blüten.
Melonen anbauen im Garten – das musst Du beachten:
Früchte, die es bei uns im Supermarkt zu kaufen gibt, stammen meistens aus dem Süden. Allerdings gibt es inzwischen auch immer öfter Wassermelonen im Handel, die in der Südsteiermark angebaut wurden. Doch damit diese in normalen mitteleuropäischen Gärten ohne begünstigte klimatische Verhältnisse gedeihen, empfehle ich Dir eine Kultur unter Glas, wenn Dir die Ernte wichtig ist. Denn Melonen mögen es warm und sonnig. Sie reagieren auf Kälteeinbrüche im Freiland sehr empfindlich. Von dieser Warte aus betrachtet ist der Anbau ohne Hilfsmittel dann doch nicht so einfach.
Ein geschützter Platz ist wichtig
Meine persönliche Erfahrung ist, dass bislang alle ungeschützt angebauten Melonen kalte Witterungsverhältnisse mit Kümmerwuchs und fehlender Blütenbildung quittiert haben. Auch zur Ernte kam es unter diesen Bedingungen nie. Versucht hätte ich es ja schon öfter. Am Einfachsten funktioniert der Anbau, wenn Du die Pflanzen Deiner Wahl dauerhaft:
- in einem Frühbeet,
- einem überdachten Hochbeet oder
- im Gewächshaus kultivierst.
Dann stehen Deine Chancen auf eine Ernte wirklich gut.
Ausbreitungsdrang
Sämtliche Melonensorten sind sehr wüchsig, sobald sie sich an ihrem Platz etabliert haben. Andere Pflanzen daneben haben kaum eine Chance und werden ausnahmslos überwuchert. Daher beachte beim Anbauen, dass Du den Pflanzen ausreichend Platz zur Verfügung stellst.
Wenn Du aber nicht Dein gesamtes Gewächshaus oder Dein überdachtes Hochbeet einer einzigen Pflanze widmen möchtest, dann gönn ihr doch ein abgesondertes Fleckchen unter einem mobilen Frühbeetaufsatz. Ich mache das nun schon länger so und kann seitdem regelmäßig Früchte ernten. Denn mein Versuch im überdachten Hochbeet gemeinsam mit den Paprika ging gehörig in die Hose. Zwar hatte ich eine beachtliche Ernte, aber die anderen Pflanzen wurden gnadenlos überwuchert.
Gewächshäuser im Kleinformat mit automatischen Lüftungsklappen gibt es übrigens von verschiedenen Firmen zu kaufen. Der große Vorteil dabei ist, Du musst Dich weder darum kümmern, an heißen Tagen rechtzeitig die Lüftungsklappen zu öffnen, noch bei Regen diese zu schließen. Außerdem erreichen Bienen und Hummeln problemlos die Blüten, so dass es auch keine Probleme bei der Bestäubung gibt.
Vorziehen oder Setzlinge kaufen?
Wenn Du Dir einen passenden, geschützten Platz für den Anbau überlegt hast, musst Du nur noch entscheiden, ob Du die Pflanzen selber vorziehst oder lieber kaufst. Beides ist möglich.
Vorziehen
Auf den meisten Saatgutpackungen findet sich die Empfehlung Melonen ab Mitte April bis Anfang Mai im Haus vorzuziehen. Meine persönliche Erfahrung ist allerdings jene, dass dieser Zeitraum zu kurz ist, um wirklich kräftige Pflänzchen für das Auspflanzen Ende Mai zur Verfügung zu haben. Besser ist es bereits im März mit dem Vorziehen zu beginnen. Denn im Gegensatz zu Gurke, Kürbis und Zucchini wachsen sie anfangs eher langsam.
Da es auch noch im März ein bisschen zu wenig Sonnenlicht für ein gesundes Wachstum auf der Fensterbank gibt, rate ich Dir, eine spezielle Pflanzenbeleuchtung bzw. eine Grow-Box zu verwenden. Sollten die Ranken zu lange werden, kannst Du unter entspitzen weiterlesen.
Pflanzen kaufen
Inzwischen kann man ab Mai in nahezu allen gut sortierten Gartencentern vorgezogene Melonenpflänzchen erwerben. Diese sind oftmals wesentlich kräftiger und robuster als die eigene Anzucht. Daher ist es in diesem Fall wirklich eine Überlegung Wert, sie zu kaufen. Überhaupt da die Auswahl an verschiedenen Sorten mittlerweile sehr groß ist und wirklich das ganze Spektrum abgedeckt wird. Allerdings sind die Setzlinge oft sehr teuer.
Melonen erfolgreich kultivieren
Der Anbau von Melonen im Garten ist das Eine, aber die Ernte ist etwas anderes. Um am Ende auch tatsächlich Früchte zu haben, solltest Du Dir die nachfolgenden Tipps zu Herzen nehmen.
Der beste Zeitpunkt zum Auspflanzen
Wie bereits erwähnt, sind diese Pflanzen sehr wärmeliebend. Eine kalte Frühlingsnacht kann ihnen bereits den Garaus machen. Daher empfiehlt es sich mit dem Auspflanzen, wenn notwendig, bis Ende Mai zu warten. Zu dieser Zeit kommen wirklich schwere Kälteeinbrüche nur noch extrem selten vor, so dass dieses Risiko vernachlässigbar ist.
Standort
Der Standort sollte, wenn möglich vollsonnig und gut drainiert sein. Auch wenn diese Gurkengewächse sehr durstig sind, vertragen sie keine Staunässe. Daher eignen sich Lehmböden schlecht für die Kultur. Die besten Erfolge erzielst Du bei leichten, aber nicht sandigen Böden.
Achtung Starkzehrer
Ebenso wie bei ihren Verwandten, musst sie mit ausreichend Nährstoffen versorgen. Denn Melonen gehören zur Gruppe der Starkzehrer. Das heißt der Boden sollte schon vor dem Auspflanzen der Setzlinge ein wenig mit Hornspänen in Bio-Qualität und Urgesteinsmehl vorgedüngt werden. Auch während der Saison solltest Du unbedingt darauf achten, dass die Nährstoffzufuhr nicht abbricht und in regelmäßigen Abständen mit z.B. einem Flüssigdünger nachdüngen.
Sollte man die Pflanzen mulchen?
Da sie bekanntlich schlängelnd am Boden entlang wachsen, empfehle ich Dir auf alle Fälle das Mulchen mit Stroh. Dies verhindert bzw. minimiert das Risiko, dass später die Früchte vergammeln, weil sie dauerhaft auf der mehr oder weniger feuchten Erde aufliegen. Alternativ kannst Du unter die sie auch Hölzchen legen, um einen direkten Erdkontakt zu vermeiden. Wobei Du hier aufpassen musst, dass Du keine Druckstellen schaffst.
Muss man die Triebe entspitzen?
Vielfach wird empfohlen Melonen zu entspitzen. Darunter versteht man das Einkürzen eines Triebes nach etwa dem 5. Blattpaar, um die Ausbildung weiterer Seitentriebe anzuregen. Gibt es mehr Seitentriebe, erhöht sich die Anzahl der weiblichen Blüten und somit fällt eventuell der Ertrag höher aus. In weiterer Folge kann auch ein Seitentrieb seinerseits wieder entspitzt werden. Also, es ist eine unendliche Geschichte.
Ich persönlich habe meine Melonenpflanzen noch nie genau nach dieser Empfehlung behandelt, sondern sie einfach wachsen lassen, sobald sie im Garten ausgepflanzt waren. Bislang hatte ich noch keine großartigen Probleme hinsichtlich der Bildung von Seitentrieben oder weiblichen Blüten. Mein Eindruck zufolge spielt die passende Witterung eine viel größere Rolle beim Erscheinen weiblicher Blüten. Passt diese nämlich nicht, verkümmern diese diese recht schnell.
Eine weitere Gefahr sind allerdings auch Schnecken, die sich gerne an den Blüten vergreifen und diese über Nacht auffressen, wenn die Pflanzen über den Schneckenzaun hinausranken. Das ist oftmals im Spätsommer der Fall. Dann kürze ich die Ranken natürlich auf ein vertretbares Maß ein. Aber Achtung, schneide keine Triebe mit Früchten ab! Das ist mir nämlich schon einmal passiert. Sehr ärgerlich!
Wann sind Melonen reif?
Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, da sie gemeinhin bei Reife nicht wesentlich ihre Farbe ändern. Ich halte mich daher an dieselben Vorgaben wie beim Kürbis. Wenn die Frucht beim Klopfen hohl klingt und der Stiel beim Fruchtansatz leicht trocken ist, ist sie reif. Zudem verrät auch der Geruch viel über den Status. Aber Vorsicht, wenn die Früchte eine komische, intensive gelbe Farbe annehmen und / oder stark zu riechen beginnen, dann sind sie überreif und nicht mehr essbar. Sie schmecken dann scheußlich und müssen entsorgt werden.
Doch damit es nicht so weit kommt, finden sich je nach Sorte auch ganz spezifische Anhaltspunkte, die auf Reife hindeuten.
Honigmelonen
Sie riecht angenehm süß und weist eine homogene, sattgelbe Färbung auf. Außerdem gibt die Schale bei leichtem Druck nach und ist nicht mehr steinhart. Bislang hatte ich mit Honigmelonen im Garten aber eher wenig Glück. Alle erhältlichen, gängigen Sorten zeigten eher kümmerlichen Wuchs und es gab nie eine Frucht zum Ernten.
Inzwischen habe ich ihren Anbau aufgegeben, da Wasser- und Zuckermelonen wesentlich besser gedeihen. Eigentlich kurios, denn zwischen ihnen besteht eigentlich kein Unterschied.
Wassermelonen
Bei ihnen ist das Erkennen des Erntezeitpunkts am Einfachsten. Sie bekommen bei Reife eine sattgrüne Schale und jener Bereich, wo sie am Boden aufliegen, verfärbt sich gelb.
Zuckermelonen
Auch sie duften angenehm süßlich, wenn sie geerntet werden können und der oben beschriebene Klopftest funktioniert bei ihnen ebenfalls sehr gut. Die Größe ist – zumindest bei mir – nicht mit jener im Supermarkt vergleichbar. Die von mir geernteten Früchte waren zwar allesamt sehr schmackthaft, aber eher klein.
Kann ich sie nachreifen?
Die Chance, dass geerntete Früchte im Haus nachreifen ist sehr gering. Kurz gesagt, es zahlt sich ehrlicherweise nicht einmal der Versuch aus. Statt zu reifen, vergammeln sie innerhalb kürzester Zeit. Wurde ein Exemplar versehentlich zu früh geerntet, dann ist das schlicht und einfach Pech.
Sind die Früchte lagerfähig?
Einmal geerntete Melonen solltest Du zügig verbrauchen. Zwar sind Wassermelonen diesbezüglich nicht so empfindlich und können schon einmal eine knappe Woche aufbewahrt werden, aber sie verlieren dadurch recht schnell an Aroma. Honig-und Zuckermelonen solltest Du am Besten innerhalb von zwei, drei Tagen nach der Ernte verbrauchen. Sie verderben rasch.
Fazit
Wie Du siehst, ist der Anbau dieser südländischen Früchte nicht ganz so schwierig, wie es auf den ersten Blick scheint. Allerdings stellt sich ein entsprechender Erfolg nur dann ein, wenn Du passende Bedingungen bieten kannst. Daher sind ein sonniger Standort und ein schützendes Dach unerlässlich.
Viel Erfolg beim Melonen anbauen im Garten!
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Kathrin