Bärlauch im Garten ansiedeln | säen | vermehren | ernten | pflegen!

Eigenen Bärlauch im Garten zu haben, ist etwas Wunderbares. Allerdings erfordert das Ansiedeln und Vermehren von Bärlauch ein wenig Geduld, so dass es bis zur ersten richtigen Ernte ein wenig dauern kann. Damit sich allerdings überhaupt ein entsprechender Erfolg einstellt, benötigt die Pflanze auch den richtigen Standort. All dies und ob der Bärlauch auch viel Pflege benötigt, verrate ich Dir im folgenden Beitrag. Ebenso erkläre ich Dir, wie Du Bärlauch von seinen giftigen Doppelgängern wie Maiglöckchen, Herbstzeitlose und gefleckten Aronstab unterscheiden kannst. Auch verrate ich Dir, ob der Bärlauch von Schädlingen, wie Lilienhähnchen, Schnecken und Minierfliegen, bedroht wird.

Inhaltsverzeichnis:

Bärlauch im Garten anzubauen war schon lange ein großer Wunsch von mir. Einerseits kennen weder mein Mann noch ich einen guten Ernteplatz im Wald (abgesehen von einem Hügel neben der Autobahn) noch wären wir im Moment mit einem Kleinkind und einem Baby mobil genug für eine Wanderung in eher unwegsamen Gelände. Abgesehen davon sind wir beide auch nicht die Typ Mensch, der unbedingt einen natürlichen Bestand plündern muss, wenn es andere Möglichkeiten gibt. Und zu guter letzt ist mir die Gefahr einer Verwechslung einfach zu groß.

Der richtige Standort für Bärlauch im Garten

Bärlauch (Allium ursinum) oder Wildknoblauch gehört zur Familie der Lauchgewächse (Allium) und im weiteren Sinn zu den Liliengewächsen. Er ist eng mit dem Schnittlauch verwandt, aber auch seine Ähnlichkeit zu bekannten Zierlaucharten kann er nicht verbergen. Die Verwandtschaft verrät sich schon allein durch die wunderschönen, kugelförmig angeordneten, weißen Blüten, die sich je nach Wetterlage zwischen April und Anfang Mai zeigen. Bärlauch (*) ist ausdauernd. Das bedeutet, einmal angesiedelt, treibt er jedes Jahr auf’s Neue wieder aus.

In der Natur kommt der Bärlauch in erster Linie an schattigen, anhaltend feuchten Plätzen vor und bevorzugt Böden, die humos und locker sind. Willst Du ihn auch im Garten dauerhaft kultivieren, so solltest Du ihm zumindest annäherend diese Bedingungen bieten können.

Bei uns wächst der Bärlauch (*) in der nord-ost-seitigen Ecke des Gartens hinter dem Holunder. Dieser Standort ist das ganze Jahr hindurch relativ schattig und dauerhaft feucht. Damit sind die zwei wichtigsten Kriterien für die Kultur von Bärlauch im Garten erfüllt.

HINWEIS: Damit es zu keinen Verwechslungen mit giftigen Zierpflanzen, wie zum Beispiel dem Maiglöckchen, kommt, rate ich tunlichst davon ab, den Bärlauch in einem Blumenbeet anzusiedeln. Außerdem vergilben die Blätter des Bärlauchs ab Mai und beginnen einzuziehen. Sie würden eine unschöne Lücke hinterlassen. Da er sich am richtigen Standort zudem rasant ausbreitet, würde der Bärlauch bald auch andere Pflanzen überwuchern.

Bärlauch im Garten ansiedeln und vermehren

Um Bärlauch im Garten anzusiedeln, hast Du drei verschiedene Möglichkeiten:

1. Bärlauch-Zwiebel setzen

Die erste Methode, die ich Dir vorstellen möchte, ist das Setzen von Bärlauch-Zwiebeln. Inzwischen gibt es im Internet verschiedene Online-Gärtnereien, die Bärlauch-Zwiebel zum Pflanzen anbieten. Der Versand erfolgt im Spätsommer, meist im August oder September. Da die Zwiebel recht empfindlich sind und nicht austrocknen dürfen, sollten sie nach Erhalt umgehend vergraben werden.

2. Bärlauch säen

Eine weitere Möglichkeit, um Bärlauch im eigenen Garten anzusiedeln, ist ihn einfach auszusäen. Bärlauch-Saatgut (*) ist im gut sortierten Fachhandel als auch im Internet erhältlich. Die Aussaat erfolgt in der kalten Jahreszeit also von Oktober bis maximal Anfang März, da es sich um einen Kaltkeimer handelt, welcher Frost zum Keimen benötigt. Das Saatgut wird nach dem Säen nur leicht mit Erde bedeckt. Bis der Bärlauch keimt, kann es allerdings bis zu 2 Jahre dauern.

Nach der Keimung zeigen sich erst einmal kleine Blätter, im Laufe des Jahres bildet die Pflanze für das Überdauern in Trockenperioden und die Überwinterung Zwiebel aus. Im zweiten Standjahr sind die gebildeten Blätter bereits größer und eventuell zeigen sich im April vielleicht sogar die ersten Blütenknospen. Die Zwiebel werden zudem im Laufe der Jahre kräftiger und es zeigen sich auch mehr Blätter.

Bärlauch Blüte im Garten - Gartenblog Topfgartenwelt

3. Bärlauch-Pflanzen setzen

Ich persönlich bevorzuge für das Ansiedeln von Bärlauch im Garten lieber das Auspflanzen von vorgetriebenen, kräftigen Pflanzen (*) im Frühling. Warum? Diese Methode ist am Gelingsichersten und geht am Schnellsten. Bärlauch-Zwiebel sind zwar in der Anschaffung wesentlich günstiger als vorgetriebene Pflanzen, aber dafür sehr empfindlich. Eine falsche, zu trockene Lagerung reicht aus, damit die Zwiebeln nicht austreiben. Für mich ein viel zu hohes Risiko, welches ich nicht unbedingt eingehen möchte. Mit Aussaaten hatte ich bislang oftmals auch kein Glück, so dass ich es beim Bärlauch ehrlich gesagt gar nicht versucht habe.

Der Vorteil von vorgetriebenen Bärlauch-Pflanzen liegt meiner Meinung nach insbesondere darin, dass man sich gesunde, kräftige Exemplare aussuchen kann, die bereits über gut ausgebildete und robuste Zwiebeln verfügen. So steht dem Ansiedeln von Bärlauch im Garten nichts mehr im Wege. Und ehe man sich versieht, sät sich der Bärlauch auch von alleine aus.

Vermehrung und Pflege von Bärlauch im Garten

Fühlt sich der Bärlauch im Garten wohl, brauchst Du Dir bezüglich seiner Vermehrung keine große Sorgen machen. Innerhalb weniger Jahre wird er von ganz alleine große Bestände bilden. Einerseits werden die bestehenden Bulks immer größer, so dass Du diese teilen kannst und andererseits beginnt sich der Bärlauch (*) selbst auszusäen. Jahr für Jahr wirst Du im Frühling mehr kleine Blättchen finden, die sich bald zu stattlichen Pflanzen entwickeln. Aufgrund des Ausbreitungsdrangs des Bärlauchs solltest Du ihn nur an Stellen auspflanzen, wo er gewähren kann.

HINWEIS: Pflanzen, die man künstlich an einem Standort ansiedelt und die sich dort in weiterer Folge selbstständig zu vermehren beginnen, nennt man auch Stinsenpflanzen. Bärlauch im Garten ist ein Paradebeispiel dafür.

Eine besondere Pflege musst Du Bärlauch übrigens nicht angedeihen lassen. Er kommt eigentlich ganz gut alleine zurecht.

Schädlinge

Grundsätzlich hat der Bärlauch im Garten nicht allzu viele Schädlinge, die ihm das Leben schwer machen und uns die Ernte vermiesen könnten. Allerdings sollte man einen nicht unterschätzen, nämlich das Lilien- bzw. Maiglöckchenhähnchen. Hierbei handelt es sich um einen kaminroten Käfer, der sich am Liebsten von Lilien- und Lauchgewächsen ernährt und insbesondere dessen Larven sehr gefrässig sind. Schnecken hingegen sind eher weniger ein Problem, da diese erst später im Jahr richtig aktiv werden.

Ein weiterer Schädling sind die Minierfliegen. Ihre Larven fressen sich quasi durch das Blatt und hinterlassen dabei unschöne Gänge. Aber zum Glück stellen sie während der Erntezeit des Bärlauchs (*) kein Problem dar und schädigen die Pflanze auch nicht nachhaltig.

Bärlauch im Garten ernten

Je nach Witterung liegt die Erntezeit für Bärlauch im März und April. Geerntet werden in erster Linie die Blätter, obwohl die gesamte Pflanze essbar ist. Da die Blätter allerdings nach der Blüte fasrig werden, sollte der Bärlauch (*) spätestens während der Blüte geerntet werden. Auch sollte man darauf achten, dass man nicht unbedingt alle Blätter abschneidet, sondern einige pro Bulk stehen lässt, damit die Pflanze auch im nächsten Jahr genug Kraft hat um gut zu wachsen.

Bei mir hat es in etwa 3 Jahre lang gedauert, bis ich das erste Mal ausreichend Bärlauch im Garten ernten konnte. Man braucht also ein bisschen Geduld.

Bärlauch Ernte - geernteter Bärlauch - Gartenblog Topfgartenwelt

Übrigens der intensive, knoblauchartige Geschmack findet sich insbesondere im frisch verarbeiteten Bärlauch. Er schwächt sich beim Kochen ein wenig ab, da Hitze laut Wikipedia die schwefelhaltigen Stoffe, die für den Geschmack verantwortlich sind, verändert.

Unterschied Bärlauch, Maiglöckchen, Herbstzeitlose und gefleckter Aronstab

Wenn auch der Bärlauch ein herrliches Würzkraut ist, so sollte man bei der Ernte Achtsamkeit walten lassen. Typisch für den Bärlauch ist, dass er intensiv nach Knoblauch riecht, wenn man an seinen Blättern reibt. Dieses Merkmal unterschiedet ihn von allen anderen Pflanzen, mit welchen er verwechselt werden könnte. In erster Linie handelt es sich hierbei um:

  1. Maiglöckchen

Immer wieder wird der Bärlauch mit dem Maiglöckchen verwechselt. Für mich persönlich ist dies eigentlich nicht verständlich, da beide Pflanzen nicht zur selben Zeit wachsen. Das Maiglöckchen beginnt überhaupt erst im April auszutreiben, während der Bärlauch (*) zu dieser Zeit bereits geerntet werden kann. Außerdem unterscheiden sich beide Pflanzen durch den Geruch und laut Wikipedia auch durch die jeweiligen Blattunterseiten. Diese sind beim Bärlauch stets matt und beim Maiglöckchen glänzend.

Im Garten sollte man hoffentlich wissen, an welcher Stelle man den Bärlauch gepflanzt hat und um Himmels willen keine Doppelgänger am selben Platz kultivieren. In der freien Natur schaut die Sache natürlich schon wieder anders aus. Hier kann es vor allem deswegen gefährlich werden, da Maiglöckchen an sehr schattigen Standorten keine Blüten, sondern nur Blätter austreiben. Eine Verwechslung mit dem Maiglöckchen kann tödlich enden.

2. Herbstzeitlose

Zwar blüht die giftige Herbstzeitlose erst im Spätsommer, treibt aber bereits im Frühling die Blätter aus. Auch hier ist der Geruch das Hauptunterscheidungsmerkmal. Daneben unterscheiden sich Bärlauch und Herbstzeitlose insbesondere durch die Beschaffenheit der Blätter. Die Blätter der Herbstzeitlosen sind laut Wikipedia dicklich-steif und linksschraubig verdreht, während jene des Bärlauchs schnell schlaff werden. Wie beim Maiglöckchen, kann eine Verwechslung tödlich verlaufen.

3. Gefleckter Aronstab

Der gefleckte Aronstab kommt häufig am selben Standort wie der Bärlauch vor. Kurz nach dem Austrieb zeigen die Blätter des gefleckten Aronstabs noch nicht die für ihn typischen Flecken, so dass es auch hier leicht zu einer Verwechslung kommen kann. Einmal mehr gibt der Geruch darüber Aufschluss, um welche Pflanze es sich handelt.

Für mich persönlich sind dies drei triftige Gründe, warum ich Bärlauch nicht im Wald sammeln möchte. Der Teufel schläft nicht. Es kann immer wieder passieren, dass sich trotz großer Sorgfalt ein falsches Blatt unter die Ernte mischt. Die Folgen wären mir einfach zu weitreichend. Im Garten hingegen weiß ich ganz genau, wo ich den Bärlauch gepflanzt habe und habe darüber viel eher die Kontrolle.

Viel Erfolg bei der Kultivierung von Bärlauch im Garten (*)!

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Bis bald und baba,
Kathrin

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