Einen Osterkranz aus Germteig zu backen und ein Ei in der zu platzieren, hat eine lange Tradition bei uns in Österreich. Bei meinem Rezept habe ich mich für einen ganz besonders feinen und flaumigen Teig entscheiden. Er ist einfach zuzubereiten und schmeckt fantastisch. Meine Familie liebt ihn jedenfalls. Wichtig war mir auch, dass er nicht zu klebrig ist, so dass es beim Flechten keine Probleme gibt. Wie Du das Osternest machst, verrate ich Dir jetzt in diesem Beitrag. Bevor es aber los geht, möchte ich Dir etwas Interessantes über dieses Gebäck verraten.
Inhaltsverzeichnis
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Die Bedeutung hinter diesem Gebäck
Insbesondere in Bayern und Österreich gehört der Osterkranz zum österlichen Brauchtum dazu. Doch das Symbol des geflochtenen Kranzes wurde nicht von ungefähr gewählt. Er steht nämlich für die Ewigkeit, aber auch das Ei hat eine spezielle Bedeutung.
Das Osterei ist ein Symbol für die Auferstehung von Jesus Christus. Laut Wikipedia soll insbesondere die rote Farbe an das vergossene Blut erinnern. Aber von jeher wurden zum Eierfärben unterschiedliche Farben verwendet und nicht nur Rot. Der Grund dafür ist eigentlich ganz simpel. Aufgrund der verschiedenen Farben konnte man die Eier nach dem Zeitpunkt ihrer Zubereitung unterscheiden. Und wenn man schon früh mit dem Färben anfing, hatte man sofort im Blick, wie alt die einzelnen Exemplare bereits waren. Heute ist dies aufgrund der modernen Lagermöglichkeiten und dem Umstand, dass man sie meist in einem Schwung färbt, wohl nicht mehr relevant.
Übrigens auch das Osterlamm und die Osterpinze können mit interessanten Hintergrundinformationen aufwarten.
Die wichtigsten Zutaten
Der flaumige Osterkranz besteht im Grunde nur aus wenigen Zutaten, diese sind unter anderem:
- Mehl: Ich habe zum Backen glattes Mehl Type 700 verwendet. Du kannst es aber auch durch die Type 480 universal ersetzen, eventuell brauchte es dann etwas mehr Flüssigkeit.
- Germ: Anstatt einer Packung Trockengerm kannst Du auch einen halben Würfel frische Hefe nehmen.
- Butter: Diese sollte keine Zusätze wie Öl oder Joghurt enthalten, da diese die Backeigenschaften verändern.
- Eier: Du brauchst hiervon nur die Dotter. Aus den Eiklaren habe ich Baiser-Figuren in Form von Küken gemacht, denn sie würden den Teig trocken machen.
- Hagelzucker: Für mich gehört er als Verzierung zu einem guten Brioche einfach dazu, aber Du kannst ihn auch weg lassen.
So wird es gemacht
Die Zubereitung des Teigs und das Flechten habe ich Dir in der Rezeptkarte – teilweise sogar mit Bildern – ganz genau beschrieben. Daher möchte ich an dieser Stelle nur ein paar besondere Punkte hervorheben.
- Der Germteig sollte während er geht unbedingt zugedeckt werden, andernfalls trocknet die Oberfläche aus.
- Damit der Osterkranz gleichmäßig wird, wiege ich die Teigstücke für die Stränge ein und mache diese auch gleich lang.
- Zum Formen verwende ich so wenig zusätzliches Mehl wie möglich, denn ansonsten wird der Teig spröde.
- Sollten die Enden der Zöpfe trotz drücken und verkneten nicht gut zusammenhalten, kannst Du sie mit einem Backpinsel aus Silikon leicht mit Wasser anfeuchten und anschließend nochmals fest aneinander drücken. Das hilft eigentlich immer.
Mein Trick für das Ei im Osternest
Das österliche Gebäck kann ganz praktisch bereits im Vorfeld zubereitet und bei Bedarf an Ostersonntag aufgetaut werden. Die bunten Eier platziert Du dann einfach kurz vor dem Servieren in der Mitte. Allerdings geht das nur, wenn Du gleich nach dem Backen hartgekochte, ungefärbte Dummy-Eier in der Mitte platzierst und dadurch quasi den notwendigen Platz schaffst. So lange der Teig noch warm ist, ist er nämlich sehr dehnbar. Die Dummies entfernst Du nach dem Abkühlen einfach wieder und frierst die Osternester ein. Nach dem Auftauen setzt Du in die Mulden die echten Ostereier ein.
Du kannst Du in die Mitte des Gebäckstücks auch grünes Ostergras aus Papier geben und darauf bunte Eier platzieren. Das sieht auch total ansprechend aus.
Osterkranz aus Germteig
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Zutaten
- 500 g Mehl glatt, Type 700
- 70 g Zucker
- 1 Packungen Trockengerm
- 1 Packung Bourbon-Vanille
- 5 g Salz
- 220 g Milch
- 120 g Butter handwarm
- 2 Eigelb
- Zitronenzesten nach Geschmack
- Orangenzesten nach Geschmack
zum Verzieren
- 1 Ei verquirlt
- 1 Schuss Milch
- Hagelzucker
Zubereitung
Germteig herstellen
- Alle Zutaten mit einer Küchenwaage genau einwiegen und in die Rührschüssel einer Küchenmaschine geben. Den Teig etwa 5 Minuten lang auf mittlerer Stufe kneten lassen.
- Anschließend die Masse in eine Hefeteigschüssel mit Deckel geben und bei Raumtemperatur gehen lassen bis diese ploppt.
Formen
- Nach der Teigruhe 90 g schwere Stücke einwiegen und nochmals kneten.

- Nun je eine Portion in weitere je 30 g schwere Stücke teilen und auf einer Teigmatte zu kleinen Kugeln formen.
- Die Kugeln mit der Hand zu Strängen von etwa 25 cm Länge rollen.

- Einen Teigstrang auflegen und zwei weitere davon knapp rechts platzieren. Nun den äußersten Strang der rechten Seite über jenen in der Mitte legen und den verbliebenen darüber geben. Danach den Zopf fertig flechten.

- Damit die Zopfenden nicht aufgehen, diese fest zusammendrücken und nach unten hin einschlagen.
- Aus dem Zopf einen Kranz formen und die beiden Enden mit Hilfe eines Backpinsels aus Silikon etwas mit Wasser anfeuchten und fest drücken.

Verzieren und backen
- Ein Ei mit einem Schuss Milch verquirlen und das Geflecht damit bestreichen.
- Zum Schluss das Ganze noch mit Hagelzucker bestreuen.
- Das Gebäck bei 160°C Heißluft auf mittlerer Stufe im nicht vorgeheizten Backrohr etwa 25 Minuten lang backen bis es goldgelb ist.
- So lange der Osterkranz noch heiß ist ein Ei in die Mitte geben.
Ein schönes Geschenk
Dieses Gebäck ist ein schönes und zugleich Mitbringsel, wenn man an den Feiertagen bei Freunden und Verwanden eingeladen ist. Ich verpacke es für diesen Zweck meistens mit Cellophan und versehe es mit einer schönen Schleife. Aber auch die leckeren Osterhasen – ebenfalls aus Germteig – eignen sich dafür perfekt.
Gutes Gelingen beim Osterkranz backen aus Germteig!
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Kathrin