Neben vielen anderen Leckerbissen gibt es bei uns zu Ostern auch immer eine Osterpinze mit Trockengerm zu essen. Sie ist ein absolutes Muss und obendrein eine steirische Spezialität. Ich freue mich jedes Jahr auf sie und genieße sie sowohl zum Frühstück als auch zur Jause. Wie Du diese zubereitest damit sie schön flaumig wird, verrate ich Dir im nachfolgenden Rezept. Außerdem lässt sich dieses Germteiggebäck super einfrieren und daher ohne Stress vor den Feiertagen zubereiten.
Inhaltsverzeichnis
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Ein kurzer Ausflug in die Geschichte
Laut Wikipedia ist die Pinze in erster Linie in Österreich, Kroatien, Oberitalien und Slowenien bekannt. Ursprünglich stammt das Gebäck aus Friaul (Veneto) und wird dort – im Gegensatz zu Österreich – zu Weihnachten- bzw. Neujahr serviert. Der Name hat seine Wurzeln wohl im Lateinischen und leitet sich von pinsere her, was so viel wie quetschen bedeutet. Das italienische Wort pinza, welches sich natürlich vom selben Wortstamm ableitet, bedeutet übersetzt Schere.
Das Gebäck wird bekanntlich mit einer Schere ein- bzw. durchgeschnitten, damit es seine typische Form erhält. Die Bezeichnung Pinze ist damit sehr treffend.
Es begann in Görz
Weiters erfährt man auf Wikipedia, dass sie in Österreich erstmals im 19. Jahrhundert in der Grafschaft Görz (heute die Städte Gradisca in Slowenien und Görz / Gorizia in Italien) auftauchte. Von dort aus verbreitete sie sich bis nach Graz. Es ist daher nicht verwunderlich, dass auch heute noch diese Speise besonders in der Steiermark weit verbreitet ist.
Die wichtigsten Zutaten
Ich nehme für die Osterpinze nur hochwertige Zutaten. Gott sei Dank enthält sie nichts Ausgefallenes, so dass der Einkauf in einem Supermarkt erledigt ist. Aber das Meiste was ich dafür brauche, habe ich ohnehin fast immer zu Hause. Unter anderem benötigst Du:
- Trockengerm: Sie lässt sich super aufbewahren und lädt zu spontanen Backabenteuern ein, wie z.B. der Herstellung von Hefehasen oder süßen Osternestern ein. Du kannst eine Packung mit einem 1/2 Würfel frischer Hefe ersetzen.
- Weißwein: Ich verwende hierfür immer eine trockene steirische Weinsorte, wie zum Beispiel einen Weißburgunder. Sie eignet sich auch sehr gut für das Osterbrot.
- Bourbon-Vanille: Dieses natürliche Aroma untermalt den Geschmack.
- Eidotter: Da Eiweiß den Germteig trocken macht, habe ich für mein Rezept nur Eigelbe verwendet. Bei meinem leichten Hefeteig ist das vollkommen in Ordnung und die zusätzliche Triebkraft vom Eiklar wird nicht gebraucht. Zum Wegwerfen ist es aber viel zu schade ist, daher habe ich hier ein paar Rezepte, wo Du es verbrauchen kannst. Mein Favorit ist aber nach wie vor der klassische Eiweißkuchen.
So wird es gemacht
Die Schritt für Schritt Anleitung findest Du in der Rezeptkarte, aber trotzdem solltest Du diesen Abschnitt nicht überspringen, denn er enthält ein paar wichtige Ratschläge.
- Hefeteig muss, damit er später flaumig ist, gut abgeschlagen werden. Am Besten knetest Du den Teig ca. 5 bis 10 Minuten lang. Er ist perfekt, wenn er seidig glänzt und schön geschmeidig ist.
- Nach dem Kneten muss er zugedeckt rasten, damit sich eine stabile Teigstruktur ausbildet. Die Dauer hängt von der Umgebungstemperatur ab. Ich beginne mit der Weiterverarbeitung, wenn sich die Masse in etwa verdoppelt hat. Dann wird er nochmals kurz geknetet.
- Damit die Oberfläche während der Stückgare nicht austrocknet, decke ich die Teiglinge mit einem Tuch ab. Zusätzlich bestreiche ich sie immer wieder mal mit etwas Wasser. Andernfalls gibt es beim Backen sehr schnell Risse.
- Ich schneide die Osterpinze tatsächlich dreimal komplett mit einer Schere durch, damit die typische Form entsteht. Tust Du das nicht, entspricht das Ergebnis meist nicht den Erwartungen, weil die Vertiefungen während des Backens verschwinden.
Osterpinze mit Trockengerm
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Zutaten
Germteig
- 500 g Mehl Type 700, glatt
- 75 g Zucker
- 5 g Salz
- 1 Packungen Trockengerm
- 1 Packung Bourbon-Vanille
- Zitronenzesten nach Geschmack
- 165 g Milch
- 60 g Weißwein trocken
- 120 g Butter weich
- 4 Eigelbe
Eistreiche
- 1 Ei
- 1 Schuss Milch
Zubereitung
- Alle Zutaten einwiegen und in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben.
- Auf mittlerer Stufe ca. 5 Minuten lang den Germteig kneten lassen.
- Den Teig in eine Schüssel mit Deckel umfüllen und ca. 1,5 Stunden lang rasten lassen bis sich die Masse in etwa verdoppelt hat.
- Vier 250 g schwere Stücke einwiegen und diese mit ein wenig Mehl auf einer Teigmatte aus Silikon rund schleifen. Anschließend auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und 30 Minuten rasten lassen.

- Die Stücke während des Rastens immer wieder mit einem Silikonpinsel anfeuchten.
- Anschließend die Teiglinge dreimal mit einer eingefetteten oder bemehlten Schere durchschneiden. Die Teile sollten gleich groß sein.

- Vor dem Backen mit der Eistreiche einstreichen.
- Die Osterpinze bei 160°C unter leichter Dampfzugabe auf mittlerer Schiene ca. 30 bis 25 Minuten lang backen. Das Backrohr muss nicht vorgeheizt sein.
Tipps
Zwei Sachen möchte ich noch los werden bevor Du gehst.
Aufbewahrung
Wenn Du die Speise nach dem Backen einfrieren möchtest, dann lass es lediglich nur so lange auskühlen bis es noch lauwarm ist. Verpacke es dann in ein Gefriersackerl und friere es wie gewohnt ein. So sollte es auch nach dem Auftauen sehr saftig sein.
Serviervorschlag
Ich esse das flaumige Gebäck voll gerne mit einer Portion leckerer Ostermarmelade zum Frühstück. Für mich ist das der perfekte Start in einen Feiertag.
Gutes Gelingen beim Nachbacken des Rezepts Osterpinze mit Trockengerm!
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Bis bald und baba,
Kathrin
Dein Tipp mit der doppelten Menge Trockengerm hat endlich dazu beigetragen, dass meine Pinze nicht sitzen geblieben ist und wunderbar flaumig war!! Dankeee
Hallo Sabine, das freut mich zu hören, dass das Pinzenrezept so gut funktioniert hat bei Dir und vielen Dank für die Sterne!
LG Kathrin