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Bärlauch anbauen im Garten

Bärlauch anbauen im Garten, ist etwas Wunderbares. Es dauert nur wenige Jahre bis er sich auf einem passenden Standort so etabliert, dass eine reiche Ernte möglich ist. In diesem Artikel verrate ich Dir alles, was Du hinsichtlich Standort und Pflege beim wilden Knoblauch beachten musst und wie Du ihn von seinen giftigen Doppelgängern wie Maiglöckchen, Herbstzeitlose und gefleckten Aronstab unterscheiden kannst. Ebenso möchte ich auf diverse Schädlinge eingehen, die einem manchmal das Leben schwer machen können. Also, los geht’s!

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Bärlauch im Garten pflanzen und vermehren - Gartenblog Topfgartenwelt

Kleine Pflanzenkunde

Der Bärlauch (Allium ursinum) oder Wildknoblauch gehört zur Familie der Lauchgewächse (Allium) und im weiteren Sinn zu den Liliengewächsen. Er ist eng mit dem Schnittlauch verwandt, aber auch seine Ähnlichkeit zu bekannten Zierlaucharten kann er nicht verbergen. Die Verwandtschaft verrät sich schon allein durch die wunderschönen, kugelförmig angeordneten, weißen Blüten, die sich je nach Wetterlage zwischen April und Anfang Mai zeigen. Die Pflanze ist zudem ausdauernd. Das bedeutet, einmal angesiedelt, treibt er jedes Jahr auf’s Neue wieder aus. Ein spezieller Winterschutz ist nicht notwendig.

Der richtige Standort

In der Natur kommt er in erster Linie an schattigen, anhaltend feuchten Plätzen vor und bevorzugen Böden, die humos und locker sind. Willst Du ihn auch im Garten dauerhaft kultivieren, so solltest Du Deinen Bärlauch Pflanzen zumindest annähernd diese Bedingungen bereiten können.

Wir haben das Glück, ihm eigentlich alles bieten zu können, was er sich wünscht. Bei uns wächst die Pflanze in der nord-ost-seitigen Ecke des Gartens hinter und unter dem Holunder. Dieser Standort ist das ganze Jahr hindurch relativ schattig und dauerhaft feucht. Damit sind die zwei wichtigsten Kriterien für die Kultur von Bärlauch im Garten erfüllt.

Damit es zu keinen Verwechslungen mit giftigen Zierpflanzen kommt, rate ich tunlichst davon ab, ihn in einem Blumenbeet anzusiedeln. Außerdem vergilben seine Blätter ab Mai und beginnen anschließend einzuziehen. Währenddessen sehen sie überhaupt nicht schön aus und sie würden außerdem eine unschöne Lücke hinterlassen. Da er sich am richtigen Standort zudem rasant ausbreitet, würde der Wildknoblauch zudem auch bald andere Pflanzen überwuchern.

Drei Varianten um Bärlauch anzubauen

Grundsätzlich gibt es für den Anbau drei verschiedene Möglichkeiten:

Zwiebel setzen

Die erste und im Vergleich recht günstige Methode, die ich Dir vorstellen möchte, ist das Setzen von Bärlauch-Zwiebeln. Inzwischen gibt es im Internet verschiedene Online-Gärtnereien, diese anbieten. Der Versand erfolgt im Spätsommer, meist im August oder September. Da sie recht empfindlich sind und nicht austrocknen dürfen, sollten sie nach Erhalt umgehend vergraben werden.

Ich habe mich gegen diese Variante entschieden, da ich mit Blumenzwiebeln oft schon schlechte Erfahrungen gemacht habe und bereits ausgetrocknete Exemplare erhalten habe. Wenn Du den Versender nicht kennst, würde ich daher die Finger davon lassen.

Wildknoblauch säen

Eine weitere Möglichkeit, um Bärlauch im eigenen Garten anzusiedeln, ist ihn einfach auszusäen. Das Saatgut ist im gut sortierten Fachhandel als auch im Internet erhältlich. Die Aussaat erfolgt in der kalten Jahreszeit also von Oktober bis maximal Anfang März, da es sich um einen Kaltkeimer handelt, welcher Frost zum Auflaufen benötigt. Das Saatgut wird nach dem Säen nur leicht mit Erde bedeckt. Bis er keimt, kann es allerdings bis zu 2 Jahre dauern.

Nach dem Aufgehen der Samen zeigen sich erst einmal kleine Blätter, im Laufe des Jahres bildet die Pflanze für das Überdauern in Trockenperioden und die Überwinterung Zwiebel aus. Im zweiten Standjahr sind die gebildeten Blätter bereits größer und eventuell zeigen sich im April vielleicht sogar die ersten Blütenknospen. Die Zwiebel werden zudem im Laufe der Jahre kräftiger und es zeigen sich auch mehr Blätter.

Also wenn Du viel Zeit und keine Eile hast, dann go for it. Ich mir war der schnelle Erfolg dann doch lieber als die Warterei. Und ganz ehrlich, mit zeitintensiven Aussaaten hatte ich bislang oftmals auch kein Glück, so dass ich es hier ehrlich gesagt gar nicht versucht habe.

Eine blühende Bärlauchpflanze im Garten. Die Blüten erinnern stark an den allseits bekannten Zierlauch.

Bärlauch anbauen mittels Setzlingen

Ich persönlich kaufe am Liebsten vorgezogene Pflanzen im Gartencenter und pflanze diese im Frühling an der passenden Stelle aus. Hier sehe ich was ich bekomme und kann mir die schönsten und kräftigsten Gewächse aussuchen. Warum? Diese Methode ist gelingsicher und geht am Schnellsten. Die Setzlinge etablieren sich schnell, da im Allgemeinen die Zwiebeln bereits gut ausgebildet sind. Sie zeigen daher meist schon im zweiten Standjahr zahlreiche Blätter und manchmal sogar eine Blüte. So macht Bärlauch anbauen Spass und das ist für mich das Wichtigste!

Vermehrung und Pflege

Fühlt sich der Bärlauch im Garten wohl, brauchst Du Dir bezüglich seiner Vermehrung keine große Sorgen mehr machen. Innerhalb weniger Jahre wird er von ganz alleine große Bestände bilden. Einerseits werden die bestehenden Bulks immer größer, so dass Du diese teilen kannst und andererseits beginnt sich der Bärlauch selbst auszusäen.

Jahr für Jahr wirst Du im Frühling mehr kleine Sämlinge finden, die sich bald zu stattlichen Pflanzen entwickeln. Aufgrund seines Ausbreitungsdrangs solltest Du ihn aber nur an Stellen auspflanzen, wo er sich ausbreiten kann. Bei mir hat er inzwischen die gesamte Fläche unter dem Holunder eingenommen und begrünt inzwischen auch den Fuß der Hecke unseres Nachbarn.

Eine besondere Pflege musst Du ihm übrigens nicht angedeihen lassen. Er kommt eigentlich ganz gut alleine zurecht.

Warum ist der Bärlauch eine Stinsenpflanze?

Der wilde Knoblauch ist deswegen eine Stinsenpflanze, weil er an einem Standort künstlich angesiedelt werden kann, sich aber dort natürlich und selbstständig zu vermehren beginnt. Genau das macht diese Gewächse aus und der Bärlauch ist ein Paradebeispiel dafür.

Schädlinge, die Wildknoblauch lieben

Zwar gibt es nicht allzu viele Schädlinge, die Dir beim Bärlauch anbauen im Garten das Leben schwer machen und Dir die Ernte vermiesen könnten, aber Du solltest diese wenigen nicht unterschätzen, denn sie können einen großen Schaden anrichten.

  • Lilien- bzw. Maiglöckchenhähnchen: Hierbei handelt es sich um einen kaminroten Käfer, der sich am Liebsten von Lilien- und Lauchgewächsen ernährt. Insbesondere sein Larven sind sehr gefräßig und machen große Löcher in die Blätter.
  • Schnecken: Ob die lästigen Schleimer zu einem Thema werden, hängt meist vom Wetter ab. Bei milden Temperaturen werden sie oft schon früh im Jahr aktiv. Sie fressen die Blätter nicht nur an, sondern hinterlassen an ihnen vor allem ekelige Schleimspuren, die sich kaum abwaschen lassen.
  • Minierfliegen: Ihre Larven fressen sich quasi durch das Blatt und hinterlassen dabei unschöne Gänge. Aber zum Glück stellen sie während der Erntezeit des Bärlauchs kein Problem dar und schädigen die Pflanze auch nicht nachhaltig.

Bärlauch ernten

Je nach Witterung liegt die Erntezeit vom wilden Knoblauch im März und April. Geerntet werden in erster Linie die Blätter, obwohl die gesamte Pflanze essbar wäre. Nach der Blüte werden sie allerdings fasrig, daher sollte er spätestens während der Blüte abgeerntet werden. Auch sollte man darauf achten, dass man nicht unbedingt alle Blätter abschneidet, sondern einige pro Bulk stehen lässt, damit die Pflanzen auch im nächsten Jahr genug Kraft haben um gut zu wachsen.

Bei mir hat es in etwa 3 Jahre lang gedauert, bis ich das erste Mal ausreichend Bärlauch im Garten ernten konnte. Man braucht also ein bisschen Geduld.

Eine grüne Schüssel gefüllt mit frisch geernteten Bärlauchblättern.

Das Würzkraut in der Küche

Der intensive, knoblauchartige Geschmack findet sich insbesondere im frisch verarbeiteten Kraut. Er schwächt sich beim Kochen ein wenig ab, da Hitze laut Wikipedia die schwefelhaltigen Stoffe, die für den Geschmack verantwortlich sind, verändert. Aber nichts desto trotz, kann man aus dem Bärlauch ganz leckere Gerichte zaubern.

Besonders beliebt sind bei uns Bärlauchknödel oder selbst gemachte Spaghetti mit Bärlauchpesto.

Unterschied Bärlauch, Maiglöckchen, Herbstzeitlose und gefleckter Aronstab

Auch wenn das Anbauen von Bärlauch eine besondere Erfahrung ist und er ein herrliches Würzkraut ist, so sollte man bei der Ernte Achtsamkeit walten lassen. Typisch für ihn ist, dass er intensiv nach Knoblauch riecht, wenn man an seinen Blättern reibt. Dieses Merkmal unterschiedet ihn von allen anderen Pflanzen, mit welchen er verwechselt werden könnte. In erster Linie handelt es sich hierbei um:

Maiglöckchen

Immer wieder wird er mit dem Maiglöckchen verwechselt. Für mich persönlich ist dies eigentlich nicht verständlich, da beide Pflanzen nicht zur selben Zeit wachsen. Das Maiglöckchen beginnt überhaupt erst im April auszutreiben, während der Bärlauch zu dieser Zeit bereits geerntet werden kann. Außerdem unterscheiden sich beide Pflanzen durch den Geruch und laut Wikipedia auch durch die jeweiligen Blattunterseiten. Diese sind beim wilden Knoblauch stets matt und beim giftigen Pendant aber glänzend.

Im Garten sollte man hoffentlich wissen, an welcher Stelle man den Bärlauch angebaut hat und um Himmels willen keine Doppelgänger am selben Platz oder überhaupt im Garten kultivieren. In der freien Natur schaut die Sache natürlich schon wieder anders aus. Hier kann es vor allem deswegen gefährlich werden, da Maiglöckchen an sehr schattigen Standorten keine Blüten, sondern nur Blätter austreiben. Eine Verwechslung kann tödlich enden.

Herbstzeitlose

Zwar blüht die giftige Herbstzeitlose erst im Spätsommer, treibt aber bereits im Frühling die Blätter aus. Auch hier ist der Geruch das Hauptunterscheidungsmerkmal. Daneben unterscheiden sich Bärlauch und Herbstzeitlose insbesondere durch die Beschaffenheit der Blätter. Die Blätter der Herbstzeitlosen sind laut Wikipedia dicklich-steif und linksschraubig verdreht, während jene des Würzkrauts schnell schlaff werden. Wie beim Maiglöckchen, kann eine Verwechslung tödlich verlaufen.

Gefleckter Aronstab

Der gefleckte Aronstab kommt häufig am selben Standort wie der Bärlauch vor. Kurz nach dem Austrieb zeigen die Blätter des gefleckten Aronstabs noch nicht die für ihn typischen Flecken, so dass es auch hier leicht zu einer Verwechslung kommen kann. Einmal mehr gibt der Geruch darüber Aufschluss, um welche Pflanze es sich handelt.

Finger weg von natürlichen Beständen

Bärlauch anbauen eigenen Garten war schon lange ein großer Wunsch von mir. Einerseits kennen weder mein Mann noch ich einen guten Ernteplatz im Wald (abgesehen von einem Hügel neben der Autobahn) noch wären wir im Moment mit zwei Kleinkindern mobil genug für eine Wanderung in eher unwegsames Gelände. Abgesehen davon sind wir beide auch nicht der Typ Mensch, der unbedingt einen natürlichen Bestand plündern muss, wenn es andere Möglichkeiten gibt.

Inzwischen kann man die Blätter während der Saison auch im Supermarkt kaufen.

Mein persönliches Fazit

Für mich persönlich ist die hohe Verwechslungsgefahr ein triftiger Grund, warum ich Bärlauchblätter nicht im Wald sammeln möchte. Der Teufel schläft nicht. Es kann immer wieder passieren, dass sich trotz großer Sorgfalt ein falsches Blatt unter die Ernte mischt. Die Folgen wären mir einfach zu weitreichend. Im Garten hingegen weiß ich ganz genau, wo ich den Bärlauch angebaut habe und habe darüber viel eher die Kontrolle.

Viel Erfolg beim Bärlauch anbauen im Garten!

Verrate mir doch in den Kommentaren, wie Du ihn am Liebsten bei Dir zu Hause ansiedeln möchtest! Hast Du schon eine Idee? Konnte ich Dir weiterhelfen?

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Bis bald und baba,
Kathrin

Autor: Kathrin | Topfgartenwelt

Profilbild Kathrin für Blog Topfgartenwelt

Ich bin passionierte Hobby-Bäckerin, Marmeladen-Köchin und Entwicklerin von gelingsicheren Eis-Rezepten. Die Rezeptentwicklung für Süßspeisen aller Art sowie für Gebäck und Pasta habe ich mir eigenständig mit Hilfe einschlägiger Fachliteratur beigebracht. Inzwischen habe ich darin bereits mehr als 5 Jahre Erfahrung. Familie, Freunde sowie Leser meines Blogs sind von meinen Kreationen begeistert. Darüber hinaus bin ich Gärtnerin aus Leidenschaft. Inzwischen betreue ich nun schon seit mehr als 10 Jahren erfolgreich meinen eigenen Garten. Gemeinsam mit meiner Familie erkunde ich in meiner Freizeit das Salzburger Land. Manchmal zieht es mich über die Grenzen von Österreich hinaus. Hier gibt es mehr über mich.

6 Kommentare zu „Bärlauch anbauen im Garten“

  1. Es gibt noch weitere Unterscheidungsmerimale:
    Die Blätter vom Bäroauch wachsen direkt jedes einzeln aus der Erde, während das Maiglöckchen die nachwachsenden Blätter umhüllt.
    Zum Zeitpunkt, zu dem die Maiglöckchen wachsen, ist der Bärlauch schon am Blühen und soll dann nicht mehr geerntet werden. Seine Blüten sind Sterne in einer Kugel angeordnet. Bei Maiglöckchen wachsen die Büten direkt mit den Blättern aus der Erde. Die Wurzeln sind ein Geflecht aus weißen Rhizomen.
    Der Bärlauch hat eine Zwiebel als Wurzel und keine Verbindungen.
    Die Blätter des Aaronstab sind pfeilförmig.
    Bärlauch mag übrigens kalkhaltige Standorte am Schatten.Mit Eierschalen kann man den kalkgehalt verbessern. Bärlauch verbreitet sich stark und zieht nach der Blüte wieder ein. Deshalb kann er auch unter Sträuchern wachsen, die erst danach Laub entwickeln.
    Viel Freude beim Sammeln..

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  2. Hallo Kathrin,
    mein Bärlauch macht mir Probleme, weil er sich überall in den Blumenbeeten ausgebreitet hat. Ich habe nie versucht, ihn in meinen Garten zu locken (obwohl ich ihn gerne esse), aber anscheinend findet er hier die richtigen Voraussetzungen, um sich beängstigend zu vermehren. Was kann ich tun, um ihn loszuwerden?LG Karin

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    • Hallo Karin, wenn sich Bärlauch wohl fühlt, dann breitet er sich wirklich schnell aus. Ich würde versuchen ihn samt der Zwiebeln auszureißen.

      LG Kathrin

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  3. Offensichtlich keine wirkliche Ahnung von Bärlauch.
    Ist der einmal „etabliert“, ist er spätestens dann ein wahres Unkraut.
    Lasst ihn doch einfach dort, wo er hingehört: in die freie Natur.

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    • Ehrlich gesagt, weiß ich nicht so recht, was ich von diesem Kommentar halten sollte. Ich mag Bärlauch total gerne und er darf sich dort, wo ausgepflanzt wurde ausbreiten so viel er will. In der freien Natur will ich ihn nicht sammeln, da es schnell zu giftigen Verwechslungen kommen kann. Aber es zwingt Dich niemand Bärlauch zu setzen 🙂

      LG Kathrin

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