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Garten Bekämpfung von Lilienhähnchen | rote Käfer an Schnittlauch, Lilien und Maiglöckchen!

Bekämpfung von Lilienhähnchen | rote Käfer an Schnittlauch, Lilien und Maiglöckchen!

Beim Lilienhähnchen bzw. seinem Verwandten dem Maiglöckchenhähnchen handelt es sich um an und für sich sehr hübsche lackrote bzw. rote Käfer mit schwarzen Fühlern, welche vorwiegend auf Lilien- und Lauchgewächsen, wie z.B. Schnittlauch, anzutreffen sind. Mit diesen Käfern und deren Bekämpfung sind wir konfrontiert, seit dem wir ins Salzburger Seenland umgezogen sind. Der aufgrund seiner Färbung auffallende rote Käfer gehört zu einer Reihe an Schädlingen, die mir zuvor eigentlich nicht untergekommen sind.  Das Schönheit aber nicht alles ist, zeigt sich bei diesen Insekten allerdings spätestens dann, wenn man ihre Fraßschäden an beliebten Gartenpflanzen entdeckt. Daher stellt sich als bald die Frage, kann man das Lilienhähnchen bekämpfen? Wenn ja, wie?

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Rote Käfer an Schnittlauch und Lilien: Unterschied Lilienhähnchen und Maiglöckchenhähnchen

Beim Lilienhähnchen handelt es sich um einen Käfer aus der Familie der Blattkäfer bzw. Zirpkäfer. Das Halsschild und die Flügeldecken sind auffällig rot gefärbt, der Körper inklusive Kopf sind jedoch schwarz. Daher ist der Übeltäter meist schnell gefunden und bestimmt. Verwechseln kann man das Lilienhähnchen eigentlich nur mit dem Maiglöckchenhähnchen. Dieses hat im Gegensatz zum Lilienhähnchen zusätzlich noch einen überwiegend roten Kopf und rote Schilde an den Beinen.

Die Lebensweise der beiden Käfer ist nahezu ident. Ich habe ehrlich gesagt sehr lange nicht gewusst, dass es zwei Käfer gibt, die sich so ähnlich sehen. Und weil sich die beiden so ähnlich sind, bleibe ich für den Rest des Beitrags einfach bei der Bezeichnung Lilienhähnchen, auch wenn das nicht ganz korrekt ist.


Vermehrung und Lebenszyklus

Das Lilienhähnchen legt seine orangeroten Eier an der Blattunterseite der Futterpflanzen ab. Nach einiger Zeit entwickeln sich daraus Larven. Diese Larven leben versteckt unter ihren Kotkügelchen und richten bis zur abgeschlossenen Entwicklung zum Käfer noch größere Fraßschäden an der Pflanze an als adulte Exemplare. Zudem ist der Anblick derartig ungustiös, dass man befallene Halme z.B. beim Schnittlauch lieber entsorgt. 

 


Kotkügelchen vom Lilienhähnchen auf Kaiserkronenblatt - Gartenblog Topfgartenwelt
Kotballen in denen sich die Larven verstecken – aufgrund des bitteren Geschmacks verschmähen selbst Vögel diese Tierchen


Larve des Lilienhähnchens auf Blatt einer Kaiserkrone - Gartenblog Topfgartenwelt
 hier ist die Larve schon gut zu erkennen


Da Lilienhähnchen ein reges Sexleben haben, gehen sich pro Gartensaison zwei bis drei Generationen dieser Plagegeister aus. Der Spass beginnt meist schon im April und zieht sich bis in den Herbst hinein. Also trifft man als Gärtner fast die ganze Saison über auf diese lackroten Käfer.


Lilienhähnchen bei der Vermehrung - Gartenblog Topfgartenwelt
Lilienhähnchen bei der Vermehrung


Lebensraum

Lilienhähnchen lieben feuchte Wiesen und fühlen sich daher im Torfboden ebenso wohl wie die Maulwurfsgrillen. Bei uns im Garten (Moorboden, oftmals viel Feuchtigkeit) findet sich allerdings überwiegend das Maiglöckchenhähnchen.


Die Futterpflanzen des Lilienhähnchens | Schadbild

Das Lilienhähnchen wird von Lauch- und Liliengewächsen magisch angezogen. So wundert es nicht, dass sie gerne auf Schnittlauch, Gartenlilien, Kaiserkronen, Zwiebeln, Lauch, Zierlauch, Bärlauch, Maiglöckchen und Porree zu finden sind. Neben den typischen Fraßschäden der adulten Tiere, die gerade bei Setzlingen und frisch gekeimten Zwiebelblumen fatal sein können, richten, wie bereits erwähnt, insbesondere die Larven gehörig Schäden an.


Lilienhähnchen - roter Käfer auf Lauchpflanzen im Garten - Gartenblog Topfgartenwelt
Lilienhähnchen


Futterpflanzen – diese Gewächse solltest Du regelmäßig auf einen Befall kontrollieren

Die Pflanzengattung der Liliengewächse umfasst hunderte verschiedene Arten und Unterarten. Zählten früher auch Lauchgewächse zu den Lilienartigen, werden diese nach neuerer Klassifizierung als eigene Pflanzenfamilie angesehen. Doch die Verwandtschaft zwischen Lilien- und Lauchgewächsen lässt sich nicht ganz leugnen. So verwundert es auch nicht, dass das Lilienhähnchen mangels Vorhandensein von Liliengewächsen wie Gartenlilien oder Kaiserkronen gerne auf Lauchgewächse wie Schnittlauch, Knoblauch und Zwiebel ausweicht. Auch das Maiglöckchenhähnchen ist nicht wählerisch. Neben dem Restbestand an Maiglöckchen im Garten befällt es ebenfalls jedes Jahr wieder den Schnittlauch sowie neuerdings auch den Bärlauch.

Der Schnittlauch ist vor allem wohl deswegen so beliebt, da ich aufgrund der Anwesenheit des gefräßigen, auffällig roten Käfers im Garten die Speisekarte massiv eingeschränkt habe. So gibt es weder Gartenlilien noch Kaiserkronen in den Blumenbeeten. Ein einmaliger Versuch mit Kaiserkronen, scheiterte leider schon kurz nach dem Auflaufen der Blumenzwiebeln. Sämtliches Grün wurde binnen kurzer Zeit aufgefressen. Ebenso wenig erfolgreich war die Kultivierung von Lilien im Garten. Diese schafften es zum Teil nicht einmal zur Blüte, da der Befall derartig stark war.
 
Im Gemüsebeet stürzen sich die lästigen Käfer leider gerne auf Porree, Zwiebeln und Knoblauch. Aus diesem Grund hat mein Mann eine Abdeckung aus einem feinmaschigen Insektenschutzgitter gebastelt. Wir hoffen durch diese Maßnahme endlich Ruhe vor dem Lilienhähnchen im Gemüsegarten zu haben.


Bekämpfung von Lilienhähnchen im Garten

Ist das Lilienhähnchen erst einmal im Garten eingezogen, wird man es nur schwer wieder los. Aufgrund der massiven Fraßschäden durch adulte Käfer sowie den Larven, wird das Lilienhähnchen als gravierender Gartenschädling eingestuft. Also was kann gegen den Käfer nun tun?
 
1. Gefundene Eigelege sofort entfernen. Entweder man reißt das Blatt ab oder wischt die Eier mit einer Küchenrolle ab.

2. Adulte Lilienhähnchen absammeln und töten. Die Larven, versteckt in ihren Kotkügelchen, schwemmt man am Besten mit dem Gartenschlauch ab. Denn sind die Larven erst einmal abgespült, können sie nicht mehr zur Futterpflanze zurückkehren und verhungern. Aber man kann sie natürlich auch samt Blatt entfernen.
entfernte Blätter samt Kotkügelchen mit Larven
3. Gemüsepflanzen mittels Insektenschutzgitter (*) vor einem Befall schützen. Insektenschutzgitter sind sehr feinmaschig und weitgehend undurchdringbar.

4. Natürlich kann man auch versuchen das Lilienhähnchen mit systemischen Spritzmitteln wie Careo (*) und Spruzit zu bekämpfen, allerdings muss hier jeder für sich entscheiden, ob der Einsatz von Gift immer sinnvoll ist.

5. Wenn möglich, kann man auch ganz einfach auf besonders anfällige Zierpflanzen im Garten verzichten. Dies spart Zeit und Geld, überhaupt dann, wenn man in einem Gebiet zu Hause ist, welches dem Lilienhähnchen und seinen Verwandten optimale Lebensbedingungen bietet.

Hast Du auch schon Erfahrungen mit dem Lilienhähnchen gemacht? Bekämpfst Du es aktiv?
 


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Zum Pinnen:

Lilienhähnchen - rote Käfer an Schnittlauch und Lilien - bekämpfen - Gartenblog Topfgartenwelt


Bis bald und baba,
Kathrin



20 KOMMENTARE

    • Ja, durchaus, denn Zierlauch mag er auch sehr gerne. Bei mir frisst er auch jedes Jahr die Blätter ab. Die Blüten schaffen es meistens.

      LG Kathrin

  1. Liebe Kathrin,
    ich hatte bis zum vorigen Jahr noch nie etwas vom Lilienhähnchen gehört. Dann entdeckte ich einen roten Käfer in unserem Garten und versuchte im Internet zu recherchieren, um welche Art es sich handeln könnte. Bei der Abfrage „roter Käfer“ kamen allerdings nicht viele Ergebnisse – Marienkäfer und Lilienhähnchen. Beide sahen nicht so aus wie „mein“ Käfer, und im Hinblick auf die Schädlichkeit des Lilienhähnchens bin ich ziemlich froh, dass es DAS nicht war. Ich glaube, letztendlich hat sich dann herausgestellt, dass es irgendeine Wanzenart war, aber keine Feuerwanze… Ich drück euch die Daumen, dass ihr die Plage in den Griff bekommt!
    Alles Liebe, Traude
    🌷😘🌺
    https://rostrose.blogspot.com/2020/04/auf-den-spuren-des-ludwig-van-in-baden.html

    • Liebe Traude, vielen Dank für die Tips, aber bis auf die Schmierseifenlauge stehen schon alle im Beitrag.

      LG Kathrin

  2. Liebe Kathrin,
    ach warum nur, sieht so schön aus und ist doch schädlich! Mir ist dieser als Schönling getarnte Schädling noch nicht aufgefallen, aber für den Ernstfall bin ich nun vorbereitet.
    Liebe Grüße nach Salzburg
    Gisela

  3. Liebe Kathrin,
    schade, dass ich Dich nach der Umstellung auf WP mit meinem alten Browser nun auch nicht mehr besuchen kann und daher nur noch selten mit einem anderen Laptop vorbeischauen kann 🙁

    Welches Hähnchen wir nun schon seit Jahren im garten haben, weiß ich nicht, denn die Info ist mir auch neu. Und in diesem Jahr habe ich nur die Schäden aber noch kein Hähnchen gesehen. Bei uns suchen sie schon seit Jahren die Schachbrettblumen heim. Aber bis jetzt bleiben sie wohl zum Glück nur in einem Teilbereich des Gartens.
    Auf dem Schnittlauch-Gründach konnte ich sie bisher nicht entdecken, am Bärlauch in der Wiese habe ich sie auch noch nicht gesehen, und auch nicht am Zierlauch. Aber da vergnügen sich bei feuchter Witterung ja auch viel lieber die Nacktschnecken ;-(
    Liebe Maigrüße schickt Silke

    • Liebe Silke, das ist aber schade – wieso funktionieren WordPress-Seiten in Deinem Browser nicht?

      Ich habe die Lilienhähnchen leider fast überall, sie lassen kaum etwas aus. Aber unser Garten ist auch nicht so groß.

      LG Kathrin

      • Liebe Kathrin,
        ich habe Dir zu meinem Browserproblem gestern bei mir unter Deinem Kommentar geantwortet.
        Erstaunlich, dass sie sich bei Dir so stark ausgebreitet haben. Da hilft wohl wirklich nur auf die Futterpflanzen zu verzichten. So, wie ich es mit vielen Stauden bei den Nacktschnecken nach vielen Frustjahren jetzt handhabe. Und jetzt hilft mir wohl zeitweilig der Klimawandel, das manches nun wieder geht …
        LG Silke

  4. Liebe Kathrin,
    ein sehr interessanter Post!
    Ich hatte eine Weile jedes Jahr Lilienhähnchen in meiner Madonnenlilie.
    Sie hat nie richtig geblüht, weil sie so zerfressen wurde.
    Irgendwann hab ich sie ausgebuddelt. Seit dem sind die Viecher
    nicht wieder gekommen. Ich verzichte nun lieber auf Madonnenlilien.
    Für Gift bin ich auch nicht.
    Ganz liebe Maigrüße von der Urte

  5. Ich habe sie schon lange nicht mehr im Garten gesehen, habe aber auch seit ihren Fressattacken auf Lilien verzichtet. Leider kann ich die Bilder nicht sehen in diesem Post.
    Blöderweise halten viele Leute die Feuerwanzen für Lilienhähnchen, dabei richten die nun wirklich keinen Schaden an.
    VG
    Elke

    • Dass Du keine Bilder gesehen hast, lag einem Problem mit einem Plugin. Auf den Bildern sind allerdings definitiv keine Feuerwanzen zu sehen 😉 Es sind tatsächlichen Lilien- bzw. Maiglöckchenhähnchen. Ich weiß wie Feuerwanzen aussehen.

      LG Kathrin

      • Jaaaa, jetzt sehe ich die Bilder. Ich hatte auch gar nicht gedacht, dass du die nicht erkennen würdest. In einer Buchbesprechung von „Meise mag Melisse“ hieß es, man müsste wohl Kompromisse machen, da die Feuerwanzen die Lilien auffressen würden. Das hat mich geärgert, denn wenn es so wäre, hätte ich die Feuerwanzen nicht im Buch vorgestellt.
        Viele Grüße
        Elke

        • Liebe Elke, das glaube ich Dir, dass Dich das geärgert hat. Dein Buch „Meise mag Melisse“ muss ich auch noch am Blog besprechen. Ich bin mit den Büchern ein wenig im Rückstand, weil mich der Umzug doch mehr Zeit gekostet hat als erwartet.

          LG Kathrin

  6. Ah bäh! So hübsch die sind, aber ich „hasse“ die! Ich sammele die ab, wann immer ich sie sehe, töten kann ich sie jedoch nicht. Wir bringen sie dann in die Natur. Ist mit einer kleinen Radtour verbunden, also kein Problem.
    Dadurch habe ich kaum noch Probleme. Auch mit den Minzblattkäfern verfahre ich so.
    Dieses Geschmier habe ich natürlich, wenn es mal vorhanden war auch abgewischt oder das Blatt an der Stelle einfach abgerissen. Jüngst waren sie an einer Kaiserkrone.
    Aber anfangs hatte ich schon mehr von den lästigen Käfern.

    https://mein-waldgarten.blogspot.com/2013/06/lilienhahnchen.html

    Liebe Grüße
    Sara

  7. Hallo Kathrin,
    diese kleinen Biester habe ich auch ganz besonders gerne. Das geht schon bei den Kaiserkronen los. Ich habe ganz viele Zierlaucharten im Garten. Davon lassen sie normalerweise die Fresswerkzeuge. Aber wehe die ersten Lilien gucken aus der Erde. Diese ekligen Kothaufen braucht schon keiner, die Frassschäden erst recht nicht. Ich sammel auch immer mühevoll – und leicht angewidert – ab. Die Giftspritze brauche ich nicht. Gemein ist, dass die Käfer sich auf den Rücken fallen lassen und dabei praktisch unsichtbar werden, wenn man sie berührt. Ein paar schaffen es so bei mir immer zu überleben. Von den Maiglöckchenhähnchen blieben wir bisher glücklicherweise verschont.
    VG
    Claudia

    • Liebe Claudia, Du sprichst mir aus der Seele. Ich glaube es ist ziemlich egal, ob man das Lilien- oder Maiglöckchenhähnchen hat, da beide denselben Schaden anrichten. Beide machen einfach alles kaputt.

      LG Kathrin

  8. Bei mir sind Lilien und vor allem die Schachbrettblumen Opfer des Lilienhähnchen. Das sie auch an Schnittlauch gehen, war mir neu, mein Schnittlauch ist bis jetzt verschont geblieben.
    Ich sammle die Käfer immer ab und ertränke sie dann im Teich [schäm], aber beseres ist mir nicht eingefallen. Leider ignorieren die Vügel das Lilienhähnchen total, vielleicht sind sie ihnen zu rot?

    LG Biggi

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