Deine Heidelbeere blüht nicht, trägt keine Früchte und wächst nur wenig? Genau diese Probleme hatte ich vor einigen Jahren auch bei meinen eigenen Pflanzen im Garten. Das, obwohl wir in einem Moorgebiet wohnen und der Boden daher grundsätzlich für Kultursorten perfekt passen müsste. Meinten wir. Doch dem war nicht so. Aber was ist die Ursache, wenn die Sträucher in den Jahren nach der Pflanzung einfach in einen scheinbaren Ruhemodus verfallen und ein eher kümmerliches Dasein fristen? Und was kannst Du tun, um dies zu ändern?
Inhaltsverzeichnis
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Die Vorgeschichte
Heidelbeeren gehören zu meinen Lieblingsnaschobst und ich verwende sie gerne in der Küche. Aus diesem Grund wollte sie daher auch im eigenen Garten haben. Ich pflanzte voller Zuversicht drei Stauden, die sich bester Gesundheit erfreuten und im ersten Standjahr schon zahlreiche Blüten und einige Früchte hervor brachten. Doch schon im darauf folgenden Jahr kam die Ernüchterung. Der Ertrag wurde deutlich weniger anstatt mehr und insgesamt war das Erscheinungsbild sehr mickrig. Am Tiefpunkt ihres Dahinsiechens brachte keine einzige der drei Pflanzen mehr Blüten hervor und damit auch keine Früchte. Was war los?
Heidelbeere blüht nicht – das sind die häufigsten Ursachen:
Hierfür gibt es einige Gründe, die häufigsten habe ich Dir nachfolgend aufgelistet. Vielleicht trifft auch einer davon bei Dir zu:
Ist der Boden sauer genug?
Die Heidelbeere gehört zu den Heidekrautgewächsen ähnlich den Preiselbeeren. Laut Wikipedia benötigen sie für ein gutes Wachstum einen sauren, nährstoffarmen Moor- oder Sandboden, welcher dennoch reich an Humus ist. Die Sorten, die es im Gartencenter zu kaufen gibt, stammen aber übrigens nicht von ihren europäischen Kollegen ab, sondern von ihren amerikanischen Verwandten. Die sich optisch insbesondere dadurch von unseren heimischen Wildsorten unterscheiden, dass ihr Fluchtfleisch innen nicht blau gefärbt ist. Zudem sind auch die Standortansprüche nicht ganz dieselben.
Obwohl wir grundsätzlich über Moorboden verfügen, konnten sich die gepflanzten Sträucher mit dem vorhandenen Substrat nicht anfreuden. Selbst nach gut fünf Jahren Standzeit war der Wurzelballen nicht merklich größer geworden als zum Zeitpunkt des Einpflanzens. Bei zwei von drei Heidelbeeren konnte man sogar noch genau die Größe des Topfes erkennen, in welchem ich sie erworben hatte. Ein richtiges Trauerspiel. Und so mickrig das Wurzelwachstum war, so kümmerlich sahen die Pflanzen auch über der Erde aus. Kein Wunder, dass wir jährlich immer wieder dasselbe Problem hatten: keine Blüten! Wie sollte sie auch.
Die Lösung ein Moorbeet
Wenn auch Du der Heidelbeere nicht das richtige Substrat im Garten bieten kannst, kannst Du ein Moorbeet anlegen. Dafür benötigst Du Rhododendron- bzw. Moorbeeterde, beides eignet sich perfekt und zeichnet sich durch einen sehr niedrigen PH-Wert aus. Unter diese mischt Du Gartentorf. Die in diesen Substraten enthaltenen Nährstoffe sind speziell auf Pflanzen abgestimmt, die es sauer mögen.
Das brauchst Du:
- 2 Säcke Rhododendronerde zu je 40 Liter
- 1 Sack Gartentorf zu 70 Liter
- Blähton nach Bedarf
Das Beet ca. 50 bis 60 cm tief und etwa 50 cm breit sowie in etwa 2 m lang mit einem Spaten ausstechen.
Liegt Staunässe vor?
Zwar lieben die Pflanzen torfhältigen, sauren und lockeren Moorboden, aber sie stellen das Wachstum bei Staunässe und in schweren Böden ein bzw. kümmern nur noch vor sich hin. Die Heidelbeere blüht nicht in weiter Folge. Bei uns im Garten speichert der Boden gerade im Frühling nach der Schneeschmelze als auch im Sommer nach einem starken Regen sehr viel Wasser. Man kann ihn guten Gewissens mit einem Schwamm vergleichen, der sämtliche Nässe aufsaugt und dann nur noch sehr zögerlich hergibt. Diese Situation verziehen uns die Stauden überhaupt nicht. Wenn Du Pech hast, führt Staunässe in weiterer Folge sogar dazu, dass die Wurzeln komplett verfaulen. Wenn das passiert, ist die Pflanze nicht mehr zu retten.
Mit einer Drainage für ausreichenden Abfluss sorgen
Um in Zukunft eine etwaige Staunässe im Bereich der Pflanzen zu vermeiden, ersetzten wir zum einen das vorhandene Substrat und legten den Boden der Pflanzlöcher mit Blähton aus. Dieser eignet sich super als Drainage. Wenn man möchte kann noch zwischen Blähton und Substrat ein Vlies ausbringen, um die Drainagewirkung zu verbessern. Anstatt Blähton kannst Du alternativ auch Kies und zur Not auch größere Steine verwenden. Allerdings sind Kies als auch Steine schwer zu schleppen. Oftmals wird auch zu Drainageschichten aus Sand geraten. Doch Vorsicht, Sand ist in vielen unterschiedlichen, mineralischen Zusammensetzungen erhältlich. Enthält er einen zu hohen Anteil an Kalk, wird das zentrale Problem, nämliche die fehlende Blütenbildung und der Kümmerwuchs, weiterbestehen.
War das Pflanzloch zu tief?
Da die Stauden als Flachwurzler relativ nahe unter der Erdoberfläche wurzeln, haben wir keine allzu tiefen Pflanzlöcher ausgehoben. Ein Pflanzloch mit einer Tiefe von 50 bis 60 cm und einer entsprechenden Breite ist daher ausreichend. Setzt Du die Heidelbeeren zu tief ein, so kann es relativ leicht passieren, dass die Wurzeln absterben. Grund dafür ist wohl eine mangelnde Versorgung mit Sauerstoff. Die Heidelbeere blüht nicht, weil in diesem Fall ihre Lebensadern schwer beschädigt sind.
Ist es zu schattig?
Wildwachsende, heimische Pflanzen bevorzugen einen halbschattigen Standort. Doch diese Vorliebe teilen sie nicht mit Kultursorten. Auch wenn das fälschlicherweise gerne angenommen wird. Die Sträucher aus dem Gartencenter brauchen entsprechend Wikipedia Sonne, Sonne und nochmals Sonne. Wachstum und Ertrag hängen bei ihnen zu einem großen Teil davon ab, wie viel Licht der Pflanze zur Verfügung steht. Kurzum, die Heidelbeere blüht nicht, wenn sie zu schattig steht.
Vor dem Kauf den Standort klären
Um dieses Problem bereits im Vorfeld zu vermeiden, sollte man schon vor dem Kauf der Pflanze prüfen, ob man ihr auch tatsächlich einen adäquaten Standort bieten kann. Denn fehlendes Sonnenlicht kann nicht ersetzt werden. Aber wie so oft, ist man meistens hinterher schlauer. Um Dein Naschobst dennoch zum Blühen zu bringen, kannst Du versuchen ein Moorbeet an einem vollsonnigen Platz anzulegen und sie einfach umpflanzen. Vielleicht nimmt ihr aber auch nur ein anderes Gewächs die Sonne. Dann hast Du immerhin zwei Möglichkeiten, entweder Du versetzt den Störfaktor oder entsorgst diesen dauerhaft.
Ist der Boden zu trocken?
Der Heidelbeere setzt nicht nur Staunässe zu, sondern auch Trockenheit. Laut Wikipedia kann dieser Umstand dazu führen, dass die Pflanze etwaige vorhandene Blüten verliert oder diese nur in einem sehr geringen Ausmaß fruchten. Für ein optimales Wachstum benötigen die Sträucher einen gleichmäßig feuchten Boden.
Mulch wirkt Wunder
Dieses Problem lässt sich eigentlich recht schnell in den Griff bekommen, indem Du den Boden mulchst. Hierfür eignet sich zum Beispiel Stroh sehr gut. Alternativ kannst Du dafür aber auch Rasenschnitt oder gehäckselte Äste verwenden. Die feine Abdeckung verhindert, dass die Sonne das Substrat an der Oberfläche zu sehr austrocknet. Denn wie bereits erwähnt, handelt es sich um Flachwurzler und diese ziehen kein Wasser aus tieferen Erdschichten. Außerdem könnte es notwendig sein, sie an sehr heißen Tagen zusätzlich zu gießen. Bei längeren Trockenperioden ist dies sogar unumgänglich.
Fehlt Eisen?
Um Heidelbeeren wirklich einen richtigen Wachstumsschub inklusive Blüten in der nächsten Gartensaison zu verpassen, ist neben der Problembehebung auch eine gute und vor allem die richtige Düngung notwendig. Hierbei empfiehlt es sich auf einen Rhodendrondünger zurückzugreifen, welcher eine ausreichende Portion Eisen enthält. Leider ist Eisen nicht in allen Düngern für Moorbeetpflanzen enthalten. Da es aber für eine gute Entwicklung unverzichtbar ist, solltest Du dies vor dem Kauf unbedingt kontrollieren. Ich habe übrigens den Substral Bodenkur Rhodo-vital verwendet. Für mich ein absolutes Wundermittel!
Haben Deine Pflanzen mangels der richtigen Spurenelemente schon gelbe Blätter, kannst Du ihnen mit diesem Eisendünger bzw. einer speziellen Bodenkur zumindest schon einmal das Leben leichter machen. Bei mir hat dieser erste Schritt die Heidekrautgewächse wieder aufgepäppelt. Denn schon nach kurzer Zeit sahen die Blätter wieder saftig grün aus. Kurz und bündig lässt sich daher auch sagen, die Heidelbeere blüht nicht, wenn sie nicht optimal mit Nährstoffen und Spurenelementen versorgt wird.
Bekommen die Pflanzen zu viel Kalk?
Die Pflanze wächst kümmerlich auf kalkhaltigen Böden. Sie mag es zudem auch überhaupt nicht, wenn Du einen Dünger verwendest, welcher einen großen Anteil an diesem Mineral hat. Daher solltest Du auf keinen Fall einen herkömmlichen Beerendünger nehmen. Denn dieser enthält sehr oft Gesteinsmehl als Zusatz und das ist meist nichts anderes als zu feinem Pulver zermahlenes, kalkhaltiges Gestein. Aus demselben Grund ist auch ausrangierte Tomatenerde zum Auffüllen eines Moorbeets tabu. Diese habe ich nämlich immer gerne unter meinen Sträuchern verteilt, in der Meinung ihnen etwas Gutes zu tun. Aufgrund der dadurch immer höheren Kalkkonzentration im Boden wurden die Blätter immer gelber und die Pflanzen noch schwächer. Also Finger weg von davon!
Fazit
Wir haben unsere Beerensträucher vor etwa 3 Jahren in eigenes Moorbeet an einer vollsonnigen Stelle im Garten umgepflanzt und ich muss sagen inzwischen haben sie sich richtig prächtig entwickelt. Sie sind sichtlich gewachsen und blühen nun zuverlässig jeden Frühling ausreichend. Ganz ehrlich, ich hätte mir vor diesem Projekt nie im Leben gedacht, dass ein Standortwechsel und eine Anpassung des Substrats eine so große Auswirkung hat. Im Nachhinein haben wir viel zu lange zugewartet und stets gehofft, dass die Situation sich von alleine bessern wird. Aber das ist natürlich nicht der Fall!
Viel Erfolg beim Aufpäppeln Deiner Pflanzen, damit es in der kommenden Saison nicht wieder heißt: die Heidelbeere blüht nicht!
Immer aktuelle Einblicke in meinen Garten findest Du auf meiner Instagram-Seite. Schau doch vorbei!
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Bis bald und baba,
Kathrin
Hallo.
Ich glaube meine Heidelbeere ist kalkgeschädigt. Sie wurde zuviel mit kalkhaltigem Brunnenwasser gegossen.
Ist diese Staude noch zu retten?
Mit freundlichen Grüßen.
Hallo Helmut, ich würde versuchen die Pflanze mit einem Spezialdünger, wie im Blogbeitrag beschrieben, wieder aufzupeppeln.
LG Kathrin
Danke Kathrin.. Ich werds versuchen. LG
Hallo was haben meine Heidelbeerpflanzen wenn sie Früchte oben an der Pflanze haben aber keine Blätter.
MFG Petra
Hallo Petra, das ist ohne nähere Beschreibung schwer zu beantworten. Aber Heidelbeeren neigen zum Beispiel zu Blattverlust, wenn es an Nährstoffen mangelt. Hast Du Deine Pflanzen auch mal mit einem Moorbeetpflanzendünger gedüngt?
LG Kathrin
Hallo,
meine Heidelbeeren haben viel grüne Blätter und gut gewachsen,aber kein Fruchtansatz.
Mit freundlichen Grüßen
B.H
Hallo Bärbel, könnte es sein, dass Deine Heidelbeere zu schattig steht? Fehlendes Sonnenlicht kann nämlich auch dazu führen, dass keine Blüten gebildet werden.
LG Kathrin