Das Quitten ganz spezielle Früchte sind, habe ich schon im Beitrag über Quittenmarmelade festgehalten. Roh sind sie nicht zu genießen, doch gekocht, gedämpft oder entsaftet ein wahrer Genuss. Es verwundert daher nicht, dass der Quittenlikör aus Saft und Wodka eine ganz besondere Köstlichkeit ist. Sein äußerst feines, wohlschmeckendes Aroma hat meinen Mann und mich voll und ganz überzeugt. Da die Herstellung dieses Ansatzlikörs nach diesem Rezept nicht schwer ist, werde ich ihn nun bestimmt öfter im Herbst zubereiten. Willst auch Du ihn probieren, dann bleib’ dran!
Inhaltsverzeichnis
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Die Version für Eilige
Eines vorweg, bei der hier gewählten Art der Likörherstellung ist es nicht notwendig, die Früchte für einige Zeit in Alkohol einzulegen und anschließend zu warten. Ich setze das Getränk mit Fruchtsaft an. Dies hat den großen Vorteil, dass die Spirituose relativ schnell zum Genuss bereit steht. Eine Wartezeit von etwa 14 Tagen ist vollkommen ausreichend, damit sich ein volles Aroma entwickelt.
Außerdem braucht man weniger Platz. Denn es stehen keine Gefäße gefüllt mit Wodka und Früchten wochenlang im Kühlschrank oder im Keller herum. Dies wäre aber bei einem klassischen Ansatz notwendig.
Die Zutaten
Wenn Du meinen Blog schon kennst, dann weißt Du, dass ich am Liebsten mit regionalen und saisonalen Zutaten sowie wenig Schnickschnack arbeite. Das ist auch hier der Fall. Mir war es wichtig, den Geschmack der Früchte einzufangen, ihn zu intensivieren, aber nicht zu überdecken.
- Quitten: Sie sind die Grundlage für diese Spirituose. Den Quittensaft habe ich nach diesem Rezept hergestellt. Wichtig ist, dass wirklich nur reife Früchte verwendet werden. Du erkennst sie daran, dass sich die pelzige Schicht leicht entfernen lässt und sie einen angenehmen Duft verströmen.
- Wodka: Uns schmeckt der Quittenlikör am Besten, wenn er im Verhältnis 1:1 mit Wodka gemischt wird. Dieser hat keinen Eigengeschmack und eignet sich daher perfekt für die Likörherstellung. Eine Alternative dazu ist Doppelkorn aus Weizen. Er ist ebenfalls recht neutral. Korn aus anderen Getreidesorten schlägt sich hingegen geschmacklich oft mit den verarbeiteten Früchten.
- Invertzucker: Er sorgt für ein samtiges, geschmeidiges Mundgefühl genauso wie man es von Likör kennt. Seine Konsistenz erinnert an flüssigen Honig und ist zudem etwas Süßer als normaler Haushaltszucker oder brauner Zucker. Entsprechend der Richtlinien für die Zubereitung von Likör müssen mindestens 100 g Invertzucker pro Liter Flüssigkeit verwendet werden. Alles darüber hinaus, kannst Du Deinem Geschmack entsprechend anpassen. Der große Vorteil hier ist, er kann direkt mit dem Saft vermischt werden. Ich stelle ihn meistens selber her, aber es gibt ihn auch zu kaufen.
- Zitronensäure: Sie ist wichtig wegen ihrer Gelierwirkung.
- Zitronensaft: Das säuerliche, mediterrane Obst und Quitten sind ein tolle Kombination, das habe ich schon bei diesem Kuchen bemerkt. Auch hier ist er eine super Ergänzung und macht das Getränk spritziger.
Gibt es eine Alternative zu Invertzucker?
Ja, diese gibt es. Anstatt Invertzucker kannst Du auch braunen Rohrzucker verwenden. Er ist mit Melasse überzogen und hat dadurch einen einen karamellartigen Geschmack, der vorzüglich zum Quittenlikör passt. Da sich Zucker nur schlecht in Alkohol auflöst, musst Du ihn schon beim Aufkochen der Früchte im Kochtopf bzw. beim Abkochen des Safts hinzufügen. Andernfalls wird die Flüssigkeit grieselig.
Die Zubereitung
Bevor die Quitten überhaupt in der Küche verarbeitet werden können, musst Du die pelzige Schicht auf der Schale mit einer Küchenbürste oder einer Küchenrolle sorgfältig abreiben. Dieser Flaum, welcher die Frucht überzieht, ist reich an Bitter- und Gerbstoffen, welche ungenießbar sind. Die gereinigte Schale selbst muss für das Dampfentsaften nicht entfernt werden. Ich entferne lediglich das Kerngehäuse und schneide das Obst in kleinere Stücke. Aber Vorsicht, es ist roh steinhart!
Entsaften
Sind die Früchte “sauber” und vorbereitet können sie mit Hilfe des Dampfentsafters entsaftet werden. Bei dieser Methode wird der gewonnene Saft klar und nahezu frei von Schwebstoffen. Daher ist es für mich die eleganteste und auch die beste Variante. Alternativ kannst Du auch die Fruchtstücke in einem Topf mit Wasser aufkochen (das Wasser sollte alle Fruchtstücke bedecken), 24 Stunden ziehen lassen und dann den Sud durch ein Mulltuch abseihen. Das geht auch, das Ergebnis könnte aber etwas Trüber sein.
Quittenlikör selber machen mit Wodka
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Zutaten
zum Entsaften
- 1,5 kg Quitten
Likörherstellung
- 500 ml Quittensaft
- 500 ml Wodka
- 5 g Zitronensäure
- 10 ml Zitronensaft
entweder
- 120 g Invertzucker
oder
- 145 g Zucker am Besten brauner Zucker
Zubereitung
- Die Quitten putzen und dampfentsaften.
- Ca. 550 ml Quittensaft abmessen und diesen zugedeckelt aufkochen. Eventuell ein ganz ein bisschen mehr, denn es verdampft nämlich immer etwas Flüssigkeit.
- Die Zitronensäure abwiegen, den Zitronensaft abmessen und sofern kein Invertzucker verwendet wird, ebenfalls den Zucker abwiegen und alles zum Quittensaft geben.
- Den Quittensaft kurz sprudelnd aufkochen und mit einem Spiralbesen immer wieder umrühren bis sich der Zucker und die Zitronensäure aufgelöst haben.
- Den aufgekochten Saft zur Sicherheit nochmals im Messbecher nachmessen und mit derselben Menge Wodka ergänzen, z.B. 500 ml Saft + 500 ml Wodka. Wird Invertzucker verwendet, wird dieser nun unter die Saft-Alkohol-Mischung gerührt.
- Den Quittenlikör in zuvor vorbereitete Flaschen mit Bügelverschluss abfüllen.
Tipps
Das solltest Du unbedingt noch wissen.
Lagerung und Haltbarkeit
Der Quittenlikör sollte dunkel und kühl, aber nicht im Kühlschrank, gelagert werden. Steht sie zu kalt, kann es passieren, dass sie sich teilweise verfestigt (ausgeliert). Grundsätzlich ist sie aufgrund des ausreichend hohen Alkoholgehalts ein Jahr lang haltbar.
Serviervorschlag
Der Likör schmeckt am Besten, wenn er Raumtemperatur hat. Erst dann kommt der volle Geschmack zur Geltung. Wir trinken ihn gerne zum Abschluss eines herbstlichen Essens, wie zum Beispiel den selbstgemachten Kürbisgnocchi.
Gutes Gelingen bei der Umsetzung des Rezepts Quittenlikör selber machen mit Wodka!
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Kathrin