Die roten, süßen Beeren sind etwas ganz Feines und schmecken überaus köstlich. Es lohnt sich daher ihr hervorragendes Aroma weit über die Saison hinaus zu konservieren. Daher erkläre ich Dir heute in diesem Beitrag, wie Du Erdbeersirup selber machen kannst. Das Rezept ist wirklich leicht nachzukochen und das Ergebnis schmeckt herrlich.
Inhaltsverzeichnis
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100 % Frucht
Auf die Idee Erdbeersirup selber zu machen bin ich eigentlich erst gekommen, nachdem mein Sohn unbedingt einen Fruchtsaft kaufen wollte, auf dessen Packung große Erdbeeren prangten. So weit so gut, allerdings finde ich die Bezeichnung Erdbeersaft etwas dreist, wenn das Produkt dann in erster Linie aus Apfelsaft besteht und nur Farbe und Aroma etwas vorgaukeln, was irgendwie nicht so ganz der Realität entspricht. Das hat mich richtig geärgert, denn es ist inzwischen ein Wahnsinn, was alles gestreckt wird, damit die Produktion billig ist.
Aber nicht mit mir! Ich mache den Erdbeersirup inzwischen selber und strecke hier nichts. Wozu auch. Ich verlängere ja auch nicht den Kirschsirup oder den Ribiselsaft.
Die wichtigsten Zutaten
Es braucht nicht viele Zutaten für die Herstellung. Unter anderem solltest Du Folgendes zu Hause haben:
- Erdbeeren: Ich nehme hierfür frische oder tiefkühlte Früchte. Schadhafte Druckstellen schneide ich großzügig aus. Überreife und komplett matschige Exemplare sortiere ich aber aus.
- Zucker: Er ist wichtig für die Haltbarkeit. Je weniger verwendet wird desto länger ist die Einkochzeit.
- Zitronensaft und Zitronensäure: Beide sorgen beim Erdbeersirup für Farbstabilität (kein schnelles braun werden) und unterstützen das Gelieren. Das ist wichtig für die typische Konsistenz. Außerdem bringen sie eine erfrischende Note mit. Ideen für Zitrusfrüchte findest Du übrigens hier.
So habe ich es gemacht
Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten, um einen Sirup aus Beeren selbst herzustellen. Sie unterscheiden sich insbesondere in der Gewinnung des Fruchtsafts. Musst Du eine große Menge verarbeiten, zahlt sich der Einsatz bzw. die Anschaffung eines Dampfentsafters aus. Ich habe Dir in der Rezeptkarte beide Varianten beschrieben.
Ich habe mich bei der Umsetzung des Rezepts für die Variante mit dem Aufkochen der Früchte im Topf mit Wasser entschieden. Da ich keine große Menge zubereitet habe. Zwar gilt diese Methode als arbeitsaufwändiger und der Verlust an Vitaminen soll etwas höher sein als beim Dampfentsaften, aber gut. Ich kann damit leben, denn so viel Arbeit ist es auch wieder nicht. Zumindest habe ich das nicht so empfunden.
Warum muss der Sud 24 Stunden lang durchziehen?
Dadurch wird das Aroma wesentlich intensiver. Ich wollte das anfangs auch nicht glauben, aber es macht tatsächlich einen großen Unterschied, ob man dem Sud diese Reifezeit gönnt oder nicht. Wichtig dabei ist aber, dass die Flüssigkeit kühl steht, damit sie nicht zu gären beginnt.
Reicht heiß abfüllen aus?
Damit der hausgemachte Verdünnungssaft wirklich lange hält und die Gefahr von Schimmel weitgehend gebannt ist, rate ich Dir ihn nicht nur heiß abzufüllen, sondern nach dem Abfüllen auch kurz im Dampfgarer oder Einkochautomaten zu pasteurisieren. Dadurch erzeugst Du ein stabiles Vakuum.
Wo finde ich allgemeine Tipps zum Thema Einkochen?
Dann solltest Du unbedingt meinen Artikel Einwecken im Backofen zu lesen. Dort habe ich die wichtigsten Punkte zusammengefasst, die beim Haltbarmachen zu beachten sind.
Erdbeersirup selber machen
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Zutaten
- 1 kg Erdbeeren gewaschen, geputzt, klein geschnitten
- 1 Liter Wasser
entweder:
- 1 kg Zucker
- 20 g Zitronensäure
- 50 ml Zitronensaft
oder:
- 1 kg Sirupzucker für Beeren und Obst
- 50 ml Zitronensaft
Zubereitung
Variante 1: Aufkochen
- Die Erdbeeren werden mit einem Liter Wasser in einem Kochtopf aufgekocht.
- Der Sud mit den Früchten wird anschließend für 24 Stunden in den Kühlschrank gestellt, um noch ein wenig Aroma zu ziehen.
- Am nächsten Tag werden die Fruchtstücke durch ein feines Sieb abgeseiht.
Variante 2: Dampfentsaften
- Die Beeren werden mit einem Liter Wasser pro Kilogramm im Dampfentsafter entsaftet. Dafür kommt 1 Liter Wasser oder noch besser etwas mehr in den untersten Topf und die Früchte in den obersten Topf. Sobald das Wasser zu kochen beginnt und sich Dampf bildet, dauert es nicht lange und im mittleren Topf sammelt sich der erste Fruchtsaft, welcher mittels Schlauch in ein Sammelgefäß abgelassen werden kann. Der gewonnene Fruchtsaft kann sofort weiterverarbeitet werden. Inzwischen immer kontrollieren, ob noch ausreichend Wasser da ist, andernfalls etwas nachfüllen.
Haltbar machen
- Der 1 Liter Fruchtsaft wird entweder mit 1 Kilo Zucker, 20 g Zitronensäure und 50 ml Zitronensaft oder 50 ml Zitronensaft und Sirupzucker aufgekocht und anschließend 4 Minuten lang sprudelnd abgekocht.
- Den Sirup in pasteurisierte Weck-Flaschen zu je 530 ml füllen und verschließen. ACHTUNG: Die Flaschen dürfen nicht ganz voll gemacht werden. Es sollten nach oben hin 2-3 cm frei bleiben.
- Den noch heißen Erdbeersirup unter Dampf 20 Minuten lang bei 100°C im Dampfgarer oder Einkochautomaten einkochen. Alternativ nur heiß abfüllen und verschließen. Hier kann es aber Probleme mit dem Vakuum geben.
Fragen & Antworten
Das möchte ich Dir auch noch sagen:
Serviervorschlag
Mit dem Erdbeersirup lassen sich super Sekt und Champagner aromatisieren. Verdünnt mit Wasser und Eiswürfeln ergibt er ein tolles Erfrischungsgetränk an heißen Tagen. Ich garniere die Gläser gerne mit frischen Minzeblättern.
Haltbarkeit
Der Dicksaft sollte bei korrekter Herstellung mindestens ein Jahr lang halten. Dennoch kann es immer wieder passieren, dass sich trotz aller Sorgfalt ein Vakuum vorzeitig löst oder sich gar Schimmel bildet. In beiden Fällen sollte das Einkochgut nicht mehr verzehrt werden. Denn ein zuvor gebildetes Vakuum löst sich nur, wenn sich Gärgase bilden und Schimmel ist ohnehin gesundheitsschädlich.
Gutes Gelingen beim Nachkochen des Rezepts Erdbeersirup selber machen!
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Kathrin