Da freut man sich nach einer üppigen Blüte auf eine reiche Ernte und muss im Juni enttäuscht feststellen: fast alle Kirschen fallen vorzeitig ab! Doch was ist der Grund für diesen Prozess, welcher auch als Röteln oder Junifall beim Kirschbaum bekannt ist? Gibt es dagegen vorbeugende Maßnahmen oder ist es einfach eine Laune der Natur, die man akzeptieren muss? Diese und weitere Fragen möchte ich im aktuellen Blogartikel klären.
Inhaltsverzeichnis
|
Likes:

Viele Blüten, bedeuten noch keine Ernte
Dieses Jahr haben unsere Kirschbäume eine bombastische Blüte gehabt. Im April waren ihre Baumkronen voll mit weißen Büscheln. Es war ein wunderbarer Anblick. Es dauerte auch nicht lange und ich konnte die ersten kleinen Mini-Früchte entdecken. Insgeheim malte ich mir schon aus, was ich alles aus der bevorstehenden Ernte zaubern könnte. Doch nicht einmal zwei Monate später, Anfang Juni, kam der Schock: die Kirschen fielen vorzeitig ab!
Auffällig dabei war, dass die Früchte, obwohl erst erbsengroß, bereits eine leichte Rotfärbung hatten. Abgesehen davon, schien es der Pflanze aber an nichts zu fehlen. Gut, ein paar Blattläuse waren zu sehen, aber diese treten fast jedes Jahr in unterschiedlichen Ausmaßen auf und trotzdem behält der Obstbaum seine “Kinder”. Was war da los?
Kirschen fallen vorzeitig ab
Kämpfst auch Du mit demselben Problem, dann habe ich zumindest einen kleinen Trost für Dich. Es handelt sich hierbei um keine ernsthafte Erkrankung, die eine nachhaltige Maßnahme, wie dies so oft bei einem mangelndem Austrieb der Fall ist, erfordern würde. In Fachkreisen ist dieses Phänomen als Röteln oder Junifall beim Kirschbaum bekannt. Die Ursache dafür ist:
Nährstoff- und Wassermangel
Hier beeinflussen unpassende Wetterverhältnisse während der Frühlingsmonate die Fruchtentwicklung des Kirschbaums negativ und lösen Mängel bei der Nährstoff- und Wasserversorgung aus. In weiterer Folge kommt der Stoffwechsel der Pflanze durcheinander. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn kurz nach der Blüte entweder eine sehr kühle oder extrem trockene Witterung auftritt.
Führt einerseits die Kälte zu einer eingeschränkten Aufnahmefähigkeit von Stickstoff, bedingt eine ausgedehnte Trockenperiode andererseits, dass generell zu wenig Nährstoffe aufgenommen werden können und Wasser in ausreichender Menge ebenfalls fehlt. Nährstoffe als auch Wasser sind aber für die Ausbildung der Früchte und das Wachstum des Baumes notwendig. Die Krux daran ist, selbst wenn grundsätzlich ausreichend Mineralien und organische Stoffe im Boden vorhanden sind, hat der Baum keinen Zugriff darauf. Die Auswirkung ist, die Kirschen fallen vorzeitig ab.
Dies betrifft auch Blüten, die korrekt bestäubt wurden. Denn auch ihre weitere Entwicklung hängt von einer passenden Versorgung ab. Fehlt diese oder wird sie unterbrochen, wirft der Baum die Früchte ab.
Die exakten Prozesse, die den Junifall verursachen sind derzeit noch nicht zur Gänze bekannt.
Welche Nährstoffe sind überhaupt wichtig?
Damit Obstbäume schöne Früchte ausbilden, muss grundsätzlich eine ausreichende Versorgung mit Stickstoff, Kalium und Phosphor sichergestellt sein. Ich gebe daher meine Pflanzen im Frühling einen ausgewogenen Obstbaumdünger, welchen ich rund um die Baumscheibe verteile und leicht in den Boden einarbeite. Dies sorgt zwar für eine gute Basis, verhindert aber trotzdem nicht das Röteln.
Warum kann nicht eine mangelnde Bestäubung während der Blüte die Ursache sein?
Taube Blüten werden vom Baum gleich nach dem Verblühen abgeworfen. Diesen “Fruchtabwurf” nimmt man allerdings kaum wahr. Außerdem bilden sich hier keine erkennbaren Fruchtansätze. Damit überhaupt erst ein Wachstum einsetzt, muss es zuvor zu einer Bestäubung kommen. Diese bleibt bei massiven Kälteeinbrüchen oder langanhaltendem Regenwetter aber aus, da so gut wie keine Bienen und andere Insekten unterwegs sind, die diesen Job machen.
Ist ein gewisses Maß an Fruchtfall normal?
Ja, auf alle Fälle. Einerseits werden nie alle Blüten bestäubt, andererseits kann ein Kirschbaum niemals alle Früchte ausreichend mit Nährstoffen versorgen und dünnt den Behang von selbst aus.
Kann man das Röteln bzw. den Junifall verhindern?
Als Hobbygärtner hat man leider keine Möglichkeit diese Laune der Natur zu verhindern. Hierfür wären spezielle Spritzungen notwendig, die jedoch nur im Erwerbsanbau zum Einsatz kommen. Sie dürfen an Privatpersonen überhaupt nicht verkauft werden. Tja, uns Gartenliebhabern bleibt also nichts anderes übrig als damit zu leben. Aber es ändert nichts daran, dass mir das Herz blutet, wenn ich die erhoffte Ernte am Boden liegen sehe.
Auch Deine Kirschen fallen vorzeitig ab? Dann bleibt nichts anderes übrig als zu hoffen, dass in der nächsten Saison das Wetter besser ist!
Folge meinem Instagram-Kanal, wenn Du keine Neuigkeiten mehr aus meinem Garten verpassen möchtest oder Dich gerne mit mir austauschen würdest!
Nichts mehr verpassen:
Möchtest Du über neue Beiträge informiert werden? Melde Dich zum NEWSLETTER an!
Bis bald und baba,
Kathrin
Liebe Katrin,
das ist natürlich sehr ärgerlich, dass die Früchte, bevor sie wunderschön reif werden und verzehrt werden können, frühzeitig auf Grund dieser Laune der Natur vom Baum fallen.
Ich habe das hier bei uns noch gar nicht richtig beobachtet, wie es um die Kirschen steht.
Mit der Spritzkeule würde ich dieser Erkrankung vorbeugungsweise auch nicht zu Leibe rücken.
So wünsche ich dir, dass die Ernte im nächsten Jahr wieder gut ausfallen wird.
Herzliche Grüße und hab einen schönen Tag
Christa
Warum dürfen nur Indsustrie Bauern gegen Röteln spritzen , bei mir fallen alle Kirschen immer ab und so konnte
ich noch nie ne Frucht ernten, was soll ich tun ist dei Säge jetzt das einzige was hilft
Lieber Walter, dazu konnte ich leider nichts finden. Anscheinend wurde kein wirksames Mittel für den Heimgarten zugelassen. Ich kämpfe leider auch fast jedes Jahr mit dem Röteln.
LG Kathrin