Du findest immer wieder runde, vertrocknete Stellen in der Wiese bzw. daumendicke Löcher im Rasen, die zunehmend mehr werden. Aber welches Tier verursacht diese Vertiefungen ohne Erdhaufen? Insbesondere drei Kanditaten kommen hier in den näheren Kreis der Verdächtigen: Spitzmaus, Feldgrille und Maulwurfsgrille. Nicht alle hier genannten möglichen Verursacher richten nennenswerte Schäden an. Doch wer ist nun der größte Übeltäter? Finde es heraus, wenn Du weiterliest!
Inhaltsverzeichnis
Bevor wir unser Haus mit Garten mitten im Salzburger Seenland bezogen haben, war mir die Werre, wie die Maulwurfsgrille noch genannt wird, völlig unbekannt. Als ich sie das erste Mal entdeckte, habe ich mich, ehrlich gesagt, ein wenig erschrocken. Denn so ein großes Insekt, ausgestattet mit Grabbeinen, hätte ich bei uns einfach nicht erwartet. Das Tierchen sieht kurz gesagt aus wie ein Monster aus einem Science-Fiction-Film.
Doch wer oder was ist sie? Wieso ist sie ein Schädling? Was kannst Du tun? Und zu guter Letzt, was hat es mit den Feldgrillen und Spitzmäusen auf sich?
Das solltest Du über die Maulwurfsgrille wissen
Willst Du die Maulwurfsgrille bekämpfen, dann ist es immer gut, wenn Du über Deinen Gegenspieler im Garten informiert bist. Daher hier ein paar wichtige Eckdaten über dieses Insekt. Laut Wikipedia handelt es sich bei der Europäischen Maulwurfsgrille (Gryllotalpa gryllotalpa) um eine in Mitteleuropa heimische Heuschreckenart. Daneben gibt es noch weitere 12 Arten, die bei uns jedoch nicht beheimatet sind. Sie kann bis zu sieben Zentimeter groß werden und ist mit ihren zu “Schaufeln” umgebildeten Vorderbeinen ein wahrlich monströser Anblick.
Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen die Heuschrecken in ihrem unterirdischen Gangsystem, kommen aber insbesondere in der Dunkelheit häufig aus ihren Verstecken. Tagsüber sind sie meist nur dann anzutreffen, wenn Du gerade ein Pflanzloch aushebst oder den Gemüsegarten umstichst und dabei ihre unterirdische Lebensweise störst. Sie liebt feuchten, aber trotzdem lockeren Boden. Kein Wunder also, dass sie sich im Moorboden des Salzburger Seenlandes besonders wohl fühlt und hier in großen Scharen anzutreffen ist.
Doch die Maulwurfsgrille ist nicht nur ein perfekter Baumeister im Hinblick Löcher im Rasen, sie kann auch schwimmen und fliegen. Diese Fähigkeiten würde man ihr eigentlich gar nicht zutrauen.
Ist die Werre ein Schädling?
Die Maulwurfsgrille macht ihrem Namen alle Ehre und gräbt und wühlt sich von uns mehr oder weniger unbemerkt durch den Garten. Dabei können irrsinnig lange und weitläufige Gangsysteme entstehen. Wurzeln, die im Weg sind, werden abgefressen. Wird der Gangbau durch ein schmackhaftes Wurzelgemüse oder einen frischen Setzling behindert, so bereichert die Werre damit auch gerne ihren Speiseplan. Nach diesen Aspekten kann die sie getrost als Schädling eingestuft werden. Doch nun kommt das große ABER. Sie ist ebenso ein Nützling, welcher mit Vorliebe Maden, Larven, kleine Würmer, Gelege von anderen Insekten, usw. frisst. Daher sollte man bei der Bekämpfung mit Bedacht vorgehen.
Die braunen, abgestorbenen, kreisrunden Stellen in der Wiese entstehen übrigens dadurch, weil die Maulwurfsgrille hier gezielt alle Wurzeln abfrisst. Unter diesen auffälligen toten Flecken im Rasen befindet sich nämlich die Bruthöhle. Damit sich diese durch die Sonneneinstrahlung so gut wie möglich erwärmt, muss sämtlicher “unnötiger”, oberflächlicher Bewuchs zerstört werden.
Aktive Bekämpfung
So, aber was kann man nun aktiv gegen die Maulwurfsgrille tun, wenn sie örtlich aufgrund idealer Lebensbedingungen doch zur Plage wird? Immerhin möchte man sein Gemüse im Idealfall selber essen. Nun ja, da für mich Gift keine Option war, machte ich mich über mögliche Fallen schlau. Zudem versuchten wir bei der Vorbereitung des Gemüsegartens im Frühling sämtliche adulten Exemplare zu erwischen und zu entfernen. Aufgrund ihrer Größe ist sie ohnehin nur schwer zu übersehen. Getötet haben wir übrigens kein Tier. Wir haben sie lediglich unter einem Gebüsch weit weg vom Gemüsegarten wieder ausgetzt.
Noch mehr Gartenthemen:
Bei mir im Garten fühlt sich so manches Getier pudelwohl. Hast Du schon einmal von der als selten geltenden Birnengespinstblattwespe gehört oder der lästigen Birnenpockenmilbe? Besonders gefräßig ist die Nachkommenschaft vom Buchsbaumzünsler und dem eingeschleppten Dickmaulrüssler. Von den schleimigen Schnecken will ich gar nicht sprechen. Sie ärgern mich ebenso wie die unscheinbaren Thripse und die vielen, braunen Wanzen. Immerhin bin ich die Mäuse in der Gartenkammer wieder los geworden.
Kein eingeschlepptes Insekt
Im Gegensatz zur roten Nacktschnecke sind Maulwurfsgrillen heimische Insekten, die dem Ökosystem nicht fremd sind. Sie einfach außerhalb des Gartens neu anzusiedeln, sollte daher kein großes Problem darstellen.
Ist aktives Handeln überhaupt erlaubt?
Die heimische Maulwurfsgrille steht in fast allen mitteleuropäischen Ländern auf der Liste der gefährdeten Arten, ist jedoch nicht explizit geschützt. Es obliegt daher Dir, ob die sie bekämpfen willst oder nicht. Entweder weil sie Dir Pflanzen von unten anknabbert oder weil Du zahlreiche Löcher im Rasen hast. Ich persönlich habe mich mich inzwischen weitgehend mit ihr arrangiert, muss aber damit leben, dass der Anbau von Wurzelgemüse eher erfolglos bleibt, da nahezu alles abgefressen wird.
Wenn Du sie nicht absammeln willst, kannst Du auch passende Nematoden gegen sie einsetzen.
DIY Fallen für Maulwurfsgrillen selber bauen
Nach einiger Recherche im Internet bin ich auf eine einfache Konstruktion zum Fangen der Heuschrecken gestoßen. Um sie zu erwischen, sollte es ausreichen ebenerdig eine Dose oder einen Topf mit ca. 10 cm Durchmesser zu vergraben. Die Idee dahinter ist, dass die nachtaktiven Insekten auf ihren nächtlichen Spaziergängen einfach hinein plumpsen und so recht einfach andernorts wieder ausgesetzt werden können.
Soweit so gut, doch nach einer Saison musste ich feststellen, die Insekten sind alles andere als blöd und lassen sich damit nicht fangen. Es hat sich gerade einmal ein einziges Exemplar in die zahlreichen Fallen im Gemüsebeet verirrt. Der Rest der Sippe labte sich an einem voll gedeckten Tisch. Wenn Du also wirklich effektiv etwas untenehmen, aber die Tiere nicht töten willst, musst Du Dich wohl oder übel auf die Lauer legen und die Tiere einfangen.
Diese Tiere kommen für Löcher im Rasen noch in Frage
Wie bereits eingangs erwähnt, machen nicht nur Maulwurfsgrillen Löcher im Rasen. Sehr gute Baumeister von unterirdischen Gängen und Höhlen sind auch Feldgrillen und Spitzmäuse.
Feldgrillen im Garten
In den letzten Jahren wurden die Löcher im Rasen meiner Eltern von Gartensaison zu Gartensaison mehr. Insbesondere ein Hügel glich immer stärker einem schweizer Käse. Kein Wunder, denn sonnige, überwiegend trockene Wiesen und Hügel sind der bevorzugte Lebensraum von Feldgrillen. Dennoch war lange Zeit unklar, welches Tier es sich gemütlich gemacht hat. Denn Feldgrillen (Gryllus campestris) sind gar nicht so einfach zu erspähen. Die schwarzen Heuschrecken, die zu den echten Grillen gehören, reagieren auf jede noch so kleine Bewegung und verschwinden sofort in ihren Höhlen. Eine Identifikation ist daher im ersten Moment schwierig, denn lediglich anhand ihrer Wohnstätten lässt sich leider kein Tier bestimmen.
Am Einfachsten kannst Du aber die Tiere beobachten, wenn sie zum Sonnen aus ihren Löchern im Rasen kommen und Du etwas auf Abstand gehst und Dich vollkommen ruhig verhaltest. So ist es mir auch gelungen, ein paar Aufnahmen von diesen scheuen Insekten zu bekommen. Leider hatte ich zu diesem Zeitpunkt mein Makroobjektiv nicht dabei, aber wahrscheinlich wird sich bald wieder eine Gelegenheit zum Fotografieren bieten.
Im Gegensatz zu Maulwurfsgrillen sind Feldgrillen mit knapp 3 cm wesentlich kleiner. Sie haben zudem eine sehr unscheinbare, schwarze Färbung und können, wenn überhaupt, nur sehr kurze Strecken “fliegen”. Die männlichen Feldgrillen besitzen aber eine Fähigkeit, die mich stets an Urlaub im Süden und laue Sommernächte erinnert: sie zirpen wunderschön. Alleine schon deswegen gibt es keinen Grund sie zu bekämpfen.
Obwohl Feldgrillen gemäß Wikipedia neben winzigen Bodenlebewesen, auch Wurzeln und Blätter von allen möglichen Pflanzen fressen, gelten sie nicht als Schädling. Aufgrund dessen, dass ihr natürlicher Lebensraum zunehmend verschwindet, gilt die Art ebenfalls als bedroht und ist teilweise regional bereits vollkommen verschwunden.
Hier gibt es noch ein kurzes Video
Spitzmäuse
Für Löcher im Rasen ohne Erdhaufen können auch Spitzmäuse verantwortlich sein, allerdings nur dann, wenn Dein Garten, die von ihnen bevorzugte feuchte Umgebung bietet. Werden Löcher im Rasen immer mehr, ist oft der erste Gedanke, hoffentlich ist dafür keine Maus verantwortlich. Der Grund dafür liegt ganz einfach darin, dass Mäuse oft Überträger von gefährlichen Krankheiten, wie z.B. dem Hantavirus sind. Spitzmäuse stehen bislang diesbezüglich noch nicht so sehr im Fokus wie ihre Verwandten die Rötelmäuse. Zudem gelten sie nicht als Gartenschädling, da auf ihrem Speiseplan nur ein sehr geringer Anteil an pflanzlicher Nahrung zu finden ist.
Zusammenfassung
Wenn Du also verdächtige Löcher im Rasen vorfindest, hat dieser Artikel vielleicht Dein Interesse geweckt, näher hinsichtlich der möglichen Übeltäter zu recherchieren. Es ist nämlich immer wieder erstaunlich, was man dadurch über seine unmittelbare Umgebung und die darin vorhandenen Lebewesen herausfinden kann.
Also, viel Glück beim Ausfindigmachen der Verursacher! Dies kann wahrlich eine schwierige Aufgabe sein.
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Bis bald und baba,
Kathrin
Also ich habe in meinem Rasen zig Löcher von Feldgrillen. Dementsprechend sieht auch das Grün des Rasens aus. Er ist mit gelben Flecken übersät. Schon als Kind habe ich diese Feldgrillen gefangen. Geht ganz einfach. Da sich jeweils nur immer eine Grille in ihrem Bau befindet weiß man, wenn man sie gefangen hat, dass sich keine zweite mehr darin befindet.
Zum fangen braucht man einen Grasstengel mit etwas “Kraut” an der Spitze, eine leere Dose oder Gurkenglas (im Deckel ein Loch mit ca.1 cm DM) und einige Schaschlik Spiese. Man kniet sich vor das Loch, positioniert seinen Zeigefinger neben dem Loch (1 cm) und führt mit der anderen Hand den Grasstengel in das Loch, wobei man diesen zwischen Daumen und Zeigefinger hin und her dreht und dabei den Halm weiter drehend langsam aus dem Loch zieht. Die Grille folgt dem Geräusch weil sie meint es sei ein Eindringling. Wenn sie das Loch verlassen hat, mit dem positionierten Zeigefinger sofort das Loch zuhalten. Mit der anderen Hand die Grille fangen. Keine Angst, sie zwickt und beißt nicht. Durch das Loch im Deckel vom Glas die Grille stecken. Zum Schluss mit dem Schaschlikstäbchen das Loch markieren, damit man weiß, der Bau ist leer. Die Tiere ganz weit weg wieder frei lassen. VIEL ERFOLG
Hallo Franz, vielen Dank für die coole Info!
LG Kathrin
Ich habe in meinem Hochbeet einen Schädling der mir bei sämtlichen Pflanzen die Wurzeln abfrist. Habe fast keine Lust mehr was anzupflanzen. Es sind Gänge und Löcher alles ist untereühlt. Können sie mir einen Tipp geben was ich machen könnte, denn ich liebe meinen kleinen Garten schon.
Hallo Melitta, von der Ferne ist es schwierig zu sagen, um welchen Schädling es sich nun tatsächlich handelt. Maulwurfsgrillen graben natürlich auch sehr gerne und fressen dabei schon einmal die Pflanzen von unten an. Eventuell könntest Du versuchen eine Falle, wie im Beitrag beschrieben, zu bauen, um zu schauen, ob der Übeltäter reinstürzt. Aber Vorsicht, die Dosen müssen wirklich plan eingegraben werden, damit es klappt.
LG Kathrin