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Buchsbaumzünsler bekämpfen und seine Gespinste entfernen

Du bist hier gelandet, weil Du den Buchsbaumzünsler bekämpfen willst. Super, gerne helfe ich Dir mit meiner eigenen Erfahrungen weiter. Eines vorweg, der Befall und die damit einhergehende Fraßtätigkeit der Raupen bleibt oft lange unentdeckt. Um so größer ist der Schock, wenn die Pflanzen “plötzlich” kahle Stelle und zahlreiche Gespinste zeigen. Leider ist es dann oft schon fünf vor zwölf, wenn es darum geht, geeignete Gegenmaßnahmen zu setzen. Ich möchte Dir in diesem Artikel die besten Mittel zur Eindämmung dieses hungrigen Falters vorstellen, aber auch über eine alternative Bepflanzung reden, sollte trotz aller Mühe keine Rettung möglich sein. Oder, Du schlicht und einfach nicht dauerhaft Chemie im Garten einsetzen willst. Die Themen Hausmittel und natürliche Fressfreinde greife ich natürlich auch auf. Daher, unbedingt weiterlesen!

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Buchsbaumzünsler bekämpfen, Gespinste im Birnbaum, beste Mittel und alternative Bepflanzung - Gartenblog Topfgartenwelt

Eine unschöne Entdeckung

Als wir vor einigen Jahren unser Haus samt Garten gekauft haben, haben wir einen wunderschönen, großen Buchsbaum miterworben. Diesen haben wir als eine der wenigen Pflanzen nach der Neuanlage des Außenbereichs behalten und in ein Blumenbeet integriert. Kurz darauf bekamen wir noch weitere, stattliche Exemplare geschenkt und gaben ihnen ein neues zu Hause. Doch die Freude daran währte nicht lange.

Dieser Zweig ist übersät mit Gespinsten und abgestorbenen Blättern.

Wie sieht das typische Schadbild aus?

Bei der routinemäßigen Gartenarbeit fiel mir auf, dass das Bäumchen in bodennähe recht vertrocknet aussah. Nach näherer Betrachtung musste ich alsbald feststellen, dass der Buchs überhaupt nur noch außen grün war und sein gesamtes Innenleben überwiegend braun und tot war. Doch das Schlimmste war, überall fanden sich Gespinste und darin versteckt waren unzählige grüne Raupen. Mir schwante Böses, denn ihr Vorhandensein bedeutete nichts Geringeres als einen Befall mit dem gefürchteten Buchsbaumzünsler.

Wer oder was ist der Buchsbaumzünsler?

Hierbei handelt es sich um einen Schmetterling, mit weißen Flügeln, deren Rand von einem auffallend schwarzen Streifen gesäumt wird. Laut Wikipedia stammt das Insekt ursprünglich aus Asien und ist inzwischen in fast ganz Europa anzutreffen. Die erste Sichtung wurde bereits 2006 in Deutschland gemeldet. Das ist inzwischen 20 Jahre her.

Der adulte Falter führt ein eher kurzes, unscheinbares Leben. So werden die Weibchen nur acht Tage alt. Doch bevor sie sterben, suchen sie sich eine Wirtspflanze zur Eiablage und die Misere nimmt ihren Lauf. Ein Gelege umfasst etwa 150 Eier.

Wie entwickelt sich das Insekt?

Die erste Generation im Jahr von Buchsbaumzünslern entsteht stets aus Raupen, die in Kokons direkt an der Pflanze oder zumindest in deren Nähe überwintert haben. Meist beginnend mit März, sobald die Temperaturen etwa 7°C erreicht haben, setzt der nächste Entwicklungsprozess ein. Nach mehreren unterschiedlichen Larvenstadien, meist sechs bis sieben je nach vorherrschender Witterung, verpuppt sich die Raupe und schlüpft anschließend als Schmetterling.

Alles in allem dauert die Entwicklung vom Ei bis zum Falter laut der Bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft etwa 2 bis 3 Monate. Demnach ist etwa Anfang Mai mit der ersten Generation an Buchsbaumzünslern zu rechnen und etwa Anfang Juli mit der zweiten. Die dritte Generation wiederum überwintert in Kokons und tritt erst darauf folgenden Jahr in Erscheinung und setzt den gewohnten Zyklus wieder in Gang.

Hier habe ich eine Zünsler Raupe abgesammelt. Gut erkennbar ist ihre auffallende Musterung mit schwarzen Punkten und grün-gelben Streifen.

Warum haben die Raupen keine Fressfeinde?

Der Buchsbaum ist eine in allen Teilen stark giftige Pflanze. Die Raupen nehmen dies Gift beim Fressen auf und werden dadurch für etwaige Feinde ungenießbar oder sogar lebensbedrohlich. Denn das Gewächs enthält ca. 70 verschiedene Alkaloide. Hierbei handelt es sich um bitter schmeckende Substanzen, die sowohl für Tiere als auch den Menschen je nach aufgenommener Dosis sogar tödlich sein können. Die Krabbler selbst sind dagegen immun bzw. entwickeln dagegen eine Immunität, indem sie zuerst die weniger giftigen Blätter im Inneren der Pflanze fressen und sich erst langsam nach außen arbeiten, wo das Grün stärker mit Gift angereichert ist. Daher bleibt ein Befall so lange unbemerkt und das ist fatal.

Wie und vor allem womit kann ich ihn bekämpfen?

Wenn sich der Buchsbaumzünsler einmal in Deinen Pflanzen breit gemacht hat, wird er leider von alleine nicht mehr verschwinden. Zwar kannst Du Glück haben und Spätfrost dezimiert ein wenig den ersten Raupenbefall im Frühjahr, doch ausreichend ist dies meist nicht, damit sie überlebt. Du kannst daher folgendes versuchen, um den Buchsbaum doch noch zu retten:

Raupen absammeln

Im ersten Schritt kannst Du so gut wie möglich versuchen die Tiere abzusammeln. Dies ist allerdings eine mühsame Aufgabe, da ihre Anzahl der selbst bei einem kleinen Buchs aufgrund der dichten Gespinste vollkommen unüberschaubar ist. Darüber hinaus darfst Du die Puppen auch nicht übersehen und diese sind gut getarnt. Es ist wahrlich eine Sissyphusaufgabe, die wenn überhaupt, nur bei einem sehr geringen Befall zum Erfolg führt.

scharfer Wasserstrahl

Eine weitere, sofortige Notfallmaßnahme ist den Buchs mit einem scharfen Wasserstrahl abzuspritzen, sofern er relativ frei steht. Er sieht dann zwar etwas zerfleddert aus, aber Du solltest mit einem Schlag einen Großteil der Raupen und Puppen des Buchsbaumzünslers von der Wirtspflanze gespült haben. Das Aufsammeln nach dieser Aktion bleibt Dir aber trotzdem nicht erspart. Allerdings ist auch dies keine dauerhafte Lösung.

natürliche Fressfeinde

Zwar gibt es inzwischen Berichte, dass die Raupen in manchen Fällen von heimischen Vögeln gefressen werden, aber Wunder solltest Du Dir diesbezüglich keine erwarten. In meinem Garten haben sowohl sie als auch andere Kleintiere die giftigen Tierchen verschmäht und die Bäumchen ihrem Schicksal überlassen. Mich wundert das allerdings wenig, denn mir ist kein heimisches Lebewesen bekannt, welches die Giftstoffe vom Buchs aushält. Aber gut, die Mär von natürlichen Feinden zieht nach wie vor ihre Kreise.

biologische Spritzmittel

Da sämtliche manuelle Methoden zur Dezimierung eher mit mäßigen Erfolg einhergehen, empfehle ich Dir eher sofort auf wirksamere Maßnahmen zurückzugreifen. Ein Mittel, welches gut gegen die gefräßigen grünen Raupen wirkt, ist das Insektizid Xentari. Es handelt sich hierbei um ein biologisches Spritzmittel, das nicht bienengefährlich ist. Die Anwendung muss in regelmäßigen Abständen, spätestens aber alle 14 Tage wiederholt werden. Genaueres entnimmst Du dem Beipackzettel. Sollte es in dieser Zeit einmal regnen, ist eine frühere Nachspritzung notwendig, um den Schutz aufrecht zu erhalten. Ähnlich wirkt das Mittel Buchsbaumzünsler K.O. von Compo.

Damit Du wirklich die gesamte Pflanze inklusive die Unterseite der Blätter benetzen kannst, solltest Du unbedingt mit einem Drucksprüher arbeiten.

herkömmliche Insektizide

Solltest Du mit biologischen Spritzmitteln nicht den gewünschten Erfolg erzielen, kannst Du auch herkömmliche Insektizide verwenden, die gegen den eingeschleppten Schädling wirken. Zwei davon sind zum Beispiel Lizetan Buchsbaumzünslerfrei oder Careo Schädlingsfrei.

Pheromonfallen aufhängen

Prophylaktisch als auch zum sofortigen Erkennen eines Befalls kann man spezielle Pheromonfallen rund um den Buchsbaum anbringen. Die Fallen mit Leimboden ziehen aufgrund von eingesetzten Sexuallockstoffen die Männchen an, die dann dort aber kleben bleiben. Einerseits gewinnst Du dadurch wichtige Zeit und kannst die Insekten rechtzeitig bekämpfen, andererseits wird durch die dezimierten männlichen Tiere der Befall ohnehin etwas eingedämmt.

Eine alternative Bepflanzung, wenn alles nichts hilft

Letzten Endes konnte keine der erwähnten Maßnahmen unsere Buchsbäume langfristig retten. Jedenfalls nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Nach den ersten Maßnahmen trieben einige der Pflanzen im darauffolgenden Frühling zwar wieder aus, aber gleichzeitig waren die lästigen Raupen wieder da. Für einen umfassenden Schutz wären wieder viele Spritzungen notwendig gewesen. Da wir aber nicht gewillt waren dauerhaft und in regelmäßigen Abständen Chemie einzusetzen – und letzten Endes hilft nur diese -, entschieden wir uns den ihn gänzlich zu entfernen und durch eine alternative Bepflanzung zu ersetzen.

Was ist ein adäquater Ersatz?

Im Handel werden inzwischen einige pflegeleichte Alternativen angeboten, die ebenfalls immergrün sind und schön aussehen. Ich habe folgende entdeckt:

  • Zwerg-Ilex: Er ist auch als japanische Stechpalme oder Ilex Crenata bekannt. Seine Blätter sehen jenem vom Buchs sehr ähnlich und die Pflanze wird nicht so groß und wuchtig. Ich habe mich letzten Ende für sie entschieden und bin damit sehr zufrieden. Er wächst und gedeiht, unbehelligt lästigen Schädlingen.
  • Liguster: Mit ihm lassen sich gut ganze Hecken ersetzen und er ist super schnittverträglich.
  • Zwerg-Astern: Sie sind mehrjährig und blühen ganz bunt im Herbst. Leider sind sie zumindest in meinem Garten ein Schnecken-Magnet und daher sehr schutzbedürftig.
  • Zwerg-Rhododendron: Auch er erfreut das Auge mit schönen Blüten, allerdings ist er hinsichtlich des Standorts ein bisschen heikel. Er möchte es halbschattig bis schattig und wächst nur in einem kalkfreien Boden gut. Beides konnte ich ihm nicht bieten.
Die Raupe des Buchsbaumzünslers frisst gerade an einem Blatt.

Wie entsorge ich befallene Bäume richtig?

Vom Buchsbaumzünsler befallene Pflanzen sowie alle Schnittreste sind in einen großen Plastiksack zu stecken, welcher gut verschlossen über den Restmüll entsorgt wird. Keinesfalls darfst Du sie auf den Kompost oder in der Bio-Tonne werfen. Dies würde das Problem lediglich verschleppen. Meldepflichtig ist ein Auftreten der Tiere weder in Deutschland noch in Österreich.

Fazit

Inzwischen gibt es schon seit einigen Jahren keinen Buchs mehr im Garten und ganz ehrlich er geht mir auch nicht ab. Denn ich möchte der Sklave von einer Zierpflanze sein, die ohne meine ständige Hilfe keine Überlebenschance hat. Über die viele Chemie, die dafür notwendig ist, möchte ich gar nicht reden. Manchmal ist es einfacher, sich an neue Gegebenheiten anzupassen als gegen Windmühlen zu kämpfen.

Ich wünsche Dir viel Erfolg und Durchhaltevermögen beim Buchsbaumzünsler bekämpfen und drücke Dir ganz fest die Daumen, dass es Dir auch gelingt!

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Bis bald und baba,
Kathrin

Autor: Kathrin | Topfgartenwelt

Profilbild Kathrin für Blog Topfgartenwelt

Ich bin passionierte Hobby-Bäckerin, Marmeladen-Köchin und Entwicklerin von gelingsicheren Eis-Rezepten. Die Rezeptentwicklung für Süßspeisen aller Art sowie für Gebäck und Pasta habe ich mir eigenständig mit Hilfe einschlägiger Fachliteratur beigebracht. Inzwischen habe ich darin bereits mehr als 5 Jahre Erfahrung. Familie, Freunde sowie Leser meines Blogs sind von meinen Kreationen begeistert. Darüber hinaus bin ich Gärtnerin aus Leidenschaft. Inzwischen betreue ich nun schon seit mehr als 10 Jahren erfolgreich meinen eigenen Garten. Gemeinsam mit meiner Familie erkunde ich in meiner Freizeit das Salzburger Land. Manchmal zieht es mich über die Grenzen von Österreich hinaus. Hier gibt es mehr über mich.

8 Kommentare zu „Buchsbaumzünsler bekämpfen und seine Gespinste entfernen“

  1. Hallo Kathrin.
    Hatte lange gehofft das ich von ihm übersehen werde.Leider nicht.Habe nur einen kleinen Buchsbaum aber es hat ihn wohl erwischt.Habe heute viele Raupen gesichtet die genau auf die Beschreibung zutreffend sind.Werde morgen früh versuchen sie abzuspūlen.Wie geht es dann mit den Raupen weiter? Wie ich dich kenne hast du eine Lösung!?L.G.und ein schönes Wochenende wünscht Johanna

    Antworten
    • Liebe Johanna, Du musst die Raupen unbedingt vernichten. Wie im Artikel beschrieben, kannst Du auch gegen die Raupen spritzen. Mittel gibt es hierfür verschiedene. Allerdings musst Du da dran bleiben, denn sonst ist der Zünsler gleich wieder da.

      LG Kathrin

      Antworten
  2. Liebe Kathrin,
    Danke für die vielen Vorschläge, dieses Mistvieh zu bekämpfen.Spritzen,egal mit welchen Mitteln möchte ich so lange wie möglich vermeiden.Also selbst Hand..(.nein Fuß im Schuh) anlegen.
    Habe vor dem Abspülen eine Plane unter dem Buchs ausgelegt.Nachdem das Wasser abgelaufen war konnten die abgespülten Raupen problemlos auf eine große Steinplatte befördert werden.Was hättest du dann mit ihnen gemacht??!
    Liebe Grüße Johanna

    Antworten
  3. Hallo liebe Kathrin.Mir fällt es immer noch so schwer zu entscheiden wie die Raupen am besten kaputt zu machen sind.Leiden sollen sie ja auch nicht….die Abgespülten drehen und wenden sich und versuchen zu entkommen……L.G.

    Antworten
    • Ich wünsche Dir jedenfalls alles Gute bei der Bekämpfung! Andernfalls musst Du den Buchs durch eine andere Pflanze ersetzen. Heben sind zum Beispiel sehr hübsch und ebenfalls immergrün.

      LG Kathrin

      Antworten

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