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Lästige Schlingpflanzen wie die Zaunwinde bekämpfen

Das größte Übel im Garten kann eine Schlingpflanze mit unendlich langen weißen, drahtigen Wurzeln und enormen Ausbreitungsdran sein: Die Winde. Dieses Unkraut überwuchert einfach alles. Spätestens, wenn sie unter ihrem Laub alle geliebten Zierpflanzen begräbt, will man sie nur noch so schnell wie möglich los werden. Wie Du effektiv die Acker- bzw. Zaunwinde bekämpfen kannst, verrate ich Dir in diesem Beitrag! Insbesondere möchte ich auch darauf eingehen, ob Dich eher Hausmittel oder chemische Spritzmittel ans Ziel bringen oder vielleicht doch beides seine Berechtigung hat. Gespannt? Dann solltest Du jetzt unbedingt weiter lesen!

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lange weiße Wurzeln in der Erde - Zaunwinde bekämpfen - Gartenblog Topfgartenwelt

Viel Mühe und dann das …

Vielleicht geht es Dir wie mir. Du hast mit viel Liebe und Mühe ein Blumenbeet angelegt oder Deinen Gemüsegarten bepflanzt und freust Dich schon auf schon auf viele bunte Blüten oder eine reiche Ernte. Doch Du wartest vergebens, denn Deine Stauden werden schonungslos von einer Schlingpflanze mit weißen bis rosafarbigen, trichterförmigen Blüten überwuchert. Innerhalb kürzester Zeit bildet sich eine grüne Decke, die unter sich schonungslos alles begräbt. Wenn Du versuchst die Ranken abzureißen, dann gibt es teilweise massive Kollateralschäden an der Beetbepflanzung und noch schlimmer, kurze Zeit später ist sie wieder da.

Wenn Du mich fragst, etwas schlimmeres als die Zaunwinde kann ich mir Garten nicht vorstellen. Teilweise ist es wie ein Kampf gegen Windmühlen, egal wie sehr man sich anstrengt, man kriegt sie nicht klein.

Unterschied zwischen Acker- und Zaunwinde

Beim Jäten im Frühling stolperte ich bereits häufig über lange, weiße Wurzelstränge in der Erde, die wie eine Schnur aussahen. Anfangs dachte ich mir nicht viel dabei, aber mit der Zeit kommt die Erfahrung. Nun weiß ich, dass man schnell ein richtig großes Problem bekommt, wenn man sie einfach im Boden lässt. Denn wenn es um lästiges, hartnäckiges Unkraut im Garten geht, dann hat die Zaunwinde und ihre nahe Verwandte die Ackerwinde neben dem Giersch einen Podestplatz inne. Doch schauen wir uns den Unterschied zwischen den beiden mal etwas näher an.

Die Schlingpflanze hat das gesamte Blumenbeet überwuchert.
Hier siehst Du augenscheinlich, warum Du die Zaunwinde bekämpfen solltest. Das ist eigentlich eines meiner Blumenbeete und darin befinden sich Rosen und Schmetterlingsflieder. Alles wird schonungslos von dieser Schlingpflanze überwuchert.

Die Zaunwinde

Bei ihr (Calystegia sepium) handelt es sich um eine Schlingpflanze mit reinweißen, trichterförmigen Blüten, die ab Mai erscheinen und spitz zulaufenden, rundlichen Blättern. Sie verbreitet sich einerseits durch Aussaat und andererseits durch unterirdische Rhizome. Letztere können laut Wikipedia bis zu 70 cm tief in die Erde wachsen. Reißt ein Stückchen ab, kann sich daraus rasch eine neue Pflanze bilden. Du findest sie zudem meist in der Nähe von Hecken.

Sie überwuchert im Nu ein ganzes Blumenbeet, eine Gartenfläche oder einen Zaun. Sie schlingt sich geschickt um andere Pflanzen, würgt diese fast zu Tode und nimmt ihnen durch ihre ausladende Blattmasse nahezu das gesamte Sonnenlicht. Willst Du die Zaunwinde bekämpfen oder ihr zumindest Einhalt gebieten, musst Du daher schon früh im Jahr aktiv werden.

Die Austriebe der Zaunwinde in einem meiner Hochbeete.
Eine lästige Schlingpflanze.
Die frischen Austriebe der Zaunwinde sehen aus wie kleine Bäumchen.
Austrieb der Zaunwinde im Frühling

Die Ackerwinde

Sie (Convolvulus arvensis) ist zwar nahe mit der Zaunwinde verwandt, doch gibt es dennoch ein paar Unterschiede. Ihre Blüten, die meist ab Juni erscheinen, sind eher weißlich bis rosafarben und ihre Blätter sind noch spitzer. Liest man bei Wikipedia nach bevorzugt sie nährstoffarme Böden, meist aus Ton, Lehm oder Schutt. Außerdem öffnet sich eine Blüte nur ein einziges Mal und bleibt bei Regen geschlossen. Daher hat gilt sie auch als Zeigerpflanze.

Ihr Wuchsverhalten unterscheidet sich allerdings in keinsterweise von ihrer Verwandten. Sie überwuchert alles, was sich ihr in den Weg stellt. Im Garten kann dies schnell zu einem großen Ärgernis werden.

Zaunwinde bekämpfen: so wirst Du die langen, weißen Schnüre los 

Hat sie sich erst einmal an einem Standort etabliert, wirst Du sie kaum mehr los. Dies liegt insbesondere an ihrem ausgeprägten Wurzelgeflecht. Denn diese wachsen nicht nur tief in die Erde, sondern durchsetzen auch das Wurzelwerk anderer Pflanzen. Willst Du sie entfernen, stehst Du relativ rasch vor dem Problem, dass Du dabei auch alles andere ruinierst, wenn Du nicht aufpasst. Dennoch hast Du eine Chance!

Hier habe ich zahlreiche lange, weiße Wurzelstränge ausgegraben als die Erde schön trocken war.

3 Möglichkeiten ohne Gift

Bevor ich zu härteren Mitteln greife, versuche ich zuerst immer eine Bekämpfung ohne Gift. Hierfür gibt es drei Möglichkeiten, die Du unbedingt als erstes probieren solltest:

Regelmäßiges Jäten:

Wenn sich im Frühling die ersten Austriebe der Zaunwinde im Blumenbeet, Hochbeet oder unter einem Zaun zeigen, die wie kleine Bäumchen aussehen, solltest Du aktiv werden. Allerdings reicht es nicht, diese nur oberflächlich abzubrechen, denn die Wurzeln bzw. Rhizome unter der Erde treiben sofort wieder aus.

Damit Du so viel wie möglich davon entfernen kannst, sollte die Erde möglichst trocken und locker sein. Denn dann kannst Du ganz einfach einen großen Teil der Wurzelstränge ausgraben und entfernen. Hast Du einmal eine Schnur entdeckt, kannst Du Dich einfach an dieser entlang handeln. Aber gehe behutsam dabei vor, denn sie sollte nicht zu früh abreißen.

Die Zaunwinde hat auf diesem Bild meinen Schmetterlingsflieder gnadenlos überwuchert.
Hier siehst Du noch einmal meinen armen Schmetterlingsflieder begraben unter Zaunwinden.

Wenn Du diese Arbeit in regelmäßigen Abständen wiederholst, wird die Zaunwinde zusehends schwächer. Da sie einerseits aufgrund fehlender Blattmasse keine Photosynthese betreiben kann und andererseits viel Energie aufbringen muss, um erneut auszutreiben. Allerdings wird das Jäten im Laufe der Gartensaison immer schwieriger, wenn auch die anderen Pflanzen größer werden. Und, Du darfst Dir eigentlich keine Pause erlauben. Andernfalls dauert es keine drei Wochen und es beginnt wieder von vorne.

Ich jäte zudem auch noch einmal im Herbst vor dem Einwintern gründlich durch. Dann habe ich zumindest im kommenden Frühling einen kleinen Vorsprung.

Blüten entfernen

Willst Du die Zaunwinde bekämpfen, darfst Du aber auch nicht ihre Blüten außer Acht lassen. Auch wenn sie im ersten Moment hübsch aussehen. Denn die Pflanze kann sich natürlich auch durch Aussaat vermehren. Um zumindest dies weitgehend einzuschränken, musst Du die Ranken mit Blüten entweder vorsichtig entfernen oder sofern dies nicht mehr möglich ist, zumindest die Blütenknospen und Samenstände ausbrechen.

Abdecken mit Karton oder schwarzer Folie

Wenn Du Deinen Garten ganz neu anlegst, kannst Du versuchen, Gartenflächen, welche von den Schlingpflanzen überwuchert werden, mit Karton oder schwarzer Folie abzudecken. Durch das fehlende Licht stirbt sämtlicher Bewuchs unter der Abdeckung ab. In einem bestehenden Garten ist dies leider kaum möglich. Diese Methode ist allerdings sehr langwierig, sieht nicht schön aus und ob sich wirklich dauerhaft ein Erfolg einstellt, ist fraglich, da die Wurzelstränge einige Meter lang sein können.

Die chemische Keule (Herbizid)

Mir persönlich ist naturnahes gärtnern äußerst wichtig und ich versuche auf Gift und Chemie im Garten weitestgehend zu verzichten, doch nach acht Jahren habe ich katipuliert. Trotz regelmäßigem Jäten überwucherte die Zaunwinde nach wie vor meine Blumenbeete und mein Hochbeet. Sie durchsetzte meine Stauden, Rosensträucher und das Gemüse, so dass im Spätsommer nur noch eine grüne Masse zu sehen war, wenn man einmal zu langsam war. Letztes Jahr hatte ich endgültig genug davon und habe mir das Herbizid Finalsan besorgt. 

Hier besprühen wir gerade die umfassende Blattmasse der Zaunwinde mit Finalsan.
ACHTUNG: Finalsan macht keinen Unterschied, welches Blatt Du damit erwischt.

Bei Finalsan handelt es sich um einen Unkrautvernichter, welcher systemisch wirkt. Das bedeutet, kommen Pflanzenteile mit dem Gift auf Pelargonienbasis in Kontakt, verteilt sich dieses innerhalb kurzer Zeit in allen Pflanzenteilen inklusive der Wurzeln. Die Pflanze stirbt ab. Da das Mittel natürlich keinen Unterschied macht, ob es sich um unerwünschtes Beikraut handelt oder nicht, musst Du beim Sprühen sehr vorsichtig sein. Aus diesem Grund eignet sich diese Methode zum Bekämpfen der Zaunwinde eher im Frühling, wenn die Austriebe anderer Pflanzen entweder noch nicht vorhanden oder noch sehr klein sind.

Finalsan ist nicht bienengefährlich und nach dem Abtrocknen auch nicht gefährlich für Haustiere. Nach dem Ausbringen sollte es aber natürlich nicht sofort regnen. Der Unkrautvernichter wirkt am Besten, wenn er zumindest ein bis zwei Tage bei trockenem Wetter einwirken kann. Die Wirkung selbst sieht man übrigens schon nach wenigen Stunden, denn dann beginnen sich die Blätter zu verfärben und werden trocken.

Um nicht nur die Blattmasse an sich zu zerstören, sondern auch den Wurzeln den Graus zu machen, sollten die Austriebe von Zaunwinde und Co nicht größer als 10 cm sein, aber ganz wichtig, zumindest über ein paar Blätter verfügen, damit das Mittel auch wirken kann. Manchmal kann es auch sein, dass es mehrere Anwendungen erfordert bis das Unkraut wirklich verschwunden ist.

Ich trage beim beim Ausbringen von Finalsan übrigens stets Handschuhe und eine FFP2-Maske. Sicher ist sicher.

Mein Fazit: Warum es manchmal ohne Gift nicht geht!

Auch wenn es im Moment sehr angesagt und trendig ist, Unkraut, welches nervt, einfach aufzuessen, ist das einerseits nicht bei jeder Pflanze möglich und zum anderen will ich ganz einfach nicht, dass meine Blumenbeete und das Hochbeet jedes Jahr auf’s Neue durch die Zaunwinde vollkommen zerstört werden.

Zumal das überbordende Vorhandensein dieser Plage einer nun nicht mehr vorhandenen, sehr ungepflegten Hecke zu verdanken ist. Ausgehend von diesem Gestrüpp hat sich diese Pflanze fast über den gesamten Garten ausgebreitet. Selbst rund um die Sandkiste haben wir vor dem Einsatz von Finalsan jedes Jahr zahlreiche Ranken dieser Schlingpflanze gefunden, die insbesondere Schnecken einen tollen Unterschlupf boten. Denn zuvor standen auf dieser Fläche zwei alte Rhododendren, die damit vollkommen durchzogen waren und quasi auf Basis dieser Schlingpflanze in Symbiose mit einer ebenfalls entfernten Ligusterhecke lebten. Eine Katastrophe!

Mein Fazit ist daher, willst Du bestimmte Gewächse bekämpfen, dann geht es bestimmt nicht ohne regelmäßiges Jäten. Aber vielfach reicht dies alleine nicht aus, weil Du nie alle Wurzeln entfernen kannst. Durch ein systemisch wirkendes Mittel werden aber auch die Wurzelstränge weitgehend zerstört und jeder Austrieb schwächer bis die Pflanze irgendwann ganz verschwunden ist.

Viel Erfolg beim Bekämpfen der Zaunwinde!

Gerne nehme ich Dich auch auf Instagram mit in meinen Garten!

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Bis bald und baba,
Kathrin

Autor: Kathrin | Topfgartenwelt

Profilbild Kathrin für Blog Topfgartenwelt

Ich bin passionierte Hobby-Bäckerin, Marmeladen-Köchin und Entwicklerin von gelingsicheren Eis-Rezepten. Die Rezeptentwicklung für Süßspeisen aller Art sowie für Gebäck und Pasta habe ich mir eigenständig mit Hilfe einschlägiger Fachliteratur beigebracht. Inzwischen habe ich darin bereits mehr als 5 Jahre Erfahrung. Familie, Freunde sowie Leser meines Blogs sind von meinen Kreationen begeistert. Darüber hinaus bin ich Gärtnerin aus Leidenschaft. Inzwischen betreue ich nun schon seit mehr als 10 Jahren erfolgreich meinen eigenen Garten. Gemeinsam mit meiner Familie erkunde ich in meiner Freizeit das Salzburger Land. Manchmal zieht es mich über die Grenzen von Österreich hinaus. Hier gibt es mehr über mich.

1 Kommentar zu „Lästige Schlingpflanzen wie die Zaunwinde bekämpfen“

  1. IM ALTEN GARTEN HATTE I DES ZEIGL AH GHABT::::

    JETZT IM NEUEN GARTEN;;;; HOFF I DAS I DAVON VERSCHONT BLEIBE
    ABER DANKE FÜR DE TOLLEN TIPPS::::

    WÜNSCH da no an feinen ABEND
    bis bald de BIRGIT

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