Im heutigen Artikel verrate ich Dir, wie Du einen Hagelschutz für das Hochbeet selber bauen kannst und warum dieser so wichtig ist. Denn in Gemüse und Blumen steckt viel Arbeit und es ist ein Jammer hilflos zusehen zu müssen, wenn ein einziges Unwetter mit heftigen Sturmböen und eisigen Geschossen über den Garten fegt und am Ende alles kaputt ist. Doch das muss nicht sein, schon simple Maßnahmen reichen aus, um sich selbst dieses Elend zu ersparen. Neugierig geworden? Dann bleib’ dran.
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Wie der Weltuntergang
Ganz ehrlich, auf diese Erfahrung hätte ich gut und gerne verzichten können. Aber vor drei Jahren ist über uns eine gewaltige Gewitter-Superzelle hinweggezogen. Der Himmel wurde innerhalb kürzester Zeit finster und starke Fallwinde setzten ein. Doch damit nicht genug, plötzlich begann es zu hageln. Die eisigen Körner kamen fast waagerecht und richteten sogar Schäden beim Haus an. Vom Garten will ich gar nicht reden, der war danach Mus.
Gedauert hat das Wetterphänomen etwa eine viertel Stunde. Dann war es vorbei. Doch diese kurze Zeit hat für eine komplette Verwüstung ausgereicht. Der Schock war riesig als wir endlich wieder hinaus konnten. Sämtliche Topfobstbäumchen an der Hausmauer hatten Blätter und kleinere Äste verloren, die Blumen ihre Köpfe und sämtliches Obst war auch für die Bio-Tonne.
Zwar sind wir im Flachgau starke Gewitterstürme gewöhnt und auch leichter Hagel ist nichts Außergewöhnliches, doch in dieser Form hatten wir das noch nie erlebt. Laut Meteorologen kommt ein derart schweres Wetter, welches Schäden in Millionenhöhe verursacht, maximal alle 10 Jahre einmal vor. Dennoch bin ich überzeugt, dass ein Hagelschutz für das Hochbeet zumindest dort einen Totalschaden verhindert hätte. Doch damals hatten wir keinen.
Hagelschutz für das Hochbeet selber bauen:
Ob ein Gewitter Hagel mit sich bringt, lässt sich oft nur sehr schwer vorhersagen. Allerdings solltest Du bereits bei einer generellen Unwetterwarnung für Deine Region aktiv werden, denn auch heftige Windböen und Starkregen können insbesondere noch junge, kleine Gemüsepflanzen in Mitleidenschaft ziehen. Einen wirklich effektiven Schutz bieten aber nur Hagelschutznetze. Wie Du mit diesen Dein Hochbeet, Gemüsebeet oder freistehende Töpfe schützt, verrate ich Dir in der folgenden Anleitung:
Benötigtes Material für einen Hagelschutz zum selber bauen:
- 2 Kanthölzer aus Lerchenholz, 6×8 cm, 2,20 m lang
- 6 Schraubösen
- 6 Kreuzschrauben
- Hagelschutznetz
- Edelstahlseil zum Spannen
- Spanngummi
- Clips zur Netzfixierung
- Erdanker / Heringe
Schritt 1: Einen Rahmen bauen
Im ersten Schritt verarbeitest Du die Kanthölzer aus Lerchenholz. Diese sollten etwa die Größe von 6×8 cm haben und etwa 2,20 m lang sein. Sie werden mit mehreren Schrauben mittig bis leicht zur Wetterseite hin versetzt an der Außenseite des Hochbeets fixiert und sollten Bodenkontakt haben. Wenn dieses ebenso wie unseres etwa 80 cm hoch ist, bleiben nach oben hin noch etwa 1,40 m Spielraum für die Gemüsepflanzen übrig. Das sollte absolut ausreichend sein.
Wenn auf beiden Seiten die Steher montiert sind, befestigst Du am oberen Ende mit ca. 5 cm Abstand zur Oberkante, innenliegend jeweils eine Schrauböse. Zwischen diesen wird nun das Metallseil gespannt. Es sollte recht straff sein und daher auf die passende Länge eingekürzt werden.
Schritt 2: Montage
Als nächstes wird das Hagelschutznetz montiert. Damit auf beiden Seiten des Hochbeets dieselbe Fläche zur Verfügung steht, musst Du es als erstes die Mitte finden. Ist das einmal geschafft, bringst Du gleichmäßig verteilt die Clips zur Fixierung an. Der Abstand sollte nicht zu groß sein, damit Du es ohne schlaffe Stellen auffädeln kannst.
Am Schluss bringst Du an den Enden des Hagelschutznetzes, die lose hinunter hängen, ebenfalls noch in regelmäßigen Abständen Clips an. Sie bieten eine gute Möglichkeit, um das Gewebe mithilfe von Heringen oder Erdankern zu spannen. Eventuell benötigst Du dafür noch eine Schnur. Aber bitte beachte hierfür den Praxis-Tipp weiter unten!
Schritt 3: Für den Einsatz vorbereiten
Damit im Fall des Falles wirklich alles funktioniert und das Hagelschutznetz auch einsatzbereit ist, empfehle ich Dir einen Probeaufbau bei schönem Wetter. Insbesondere musst Du darauf achten, dass das Netz wirklich straff gespannt ist, ansonsten bietet es nämlich keinen Schutz vor Sturm und Hagelkörnern. Wichtig ist auch, dass die seitlichen Enden nicht lose herumflattern, sondern ebenfalls ordentlich befestigt werden.
Damit Du es auch wegräumen kannst, falls es aufgrund passender Wetterlage nicht gebraucht wird, kannst Du es aufrollen und mit Hilfe von Spanngummis nach oben binden. Das ist äußerst praktisch!
WICHTIGER PRAXIS-TIPP:
Im Verlauf des letzten Sommers hat sich gezeigt, dass das Hagelschutznetz bei der wetterabgewandten Seite nicht zu straff am Hochbeet fixiert werden sollte, da die Pflanzen darunter nach einem Regen schlecht abtrocknen und auch bei Hitze zu wenig Luftaustausch stattfindet, so dass sich echter und falscher Mehltau bilden. Um dieses Problem aus der Welt zu schaffen, haben wir das Netz nun über einen zusätzlichen Rahmen gezogen, welcher ca. 2 m lang und in etwa 75 bis 80 cm hoch ist. Damit ist ein ordentlicher Luftaustausch möglich und lästigen Pilzkrankheiten ist dadurch vorgebeugt.
Das sollte dann in etwa so aussehen, wie auf dem nachfolgenden Foto:
Video vom fertigen Konstrukt:
Kostenpunkt
Über das Internet und den Baumarkt lassen sich alle benötigten Teile sehr kostengünstig besorgen. Wir haben für unsere Konstruktion etwa € 200 ausgegeben. Das ist ein Bruchteil der Kosten, welche der Hagelschaden in nur wenigen Minuten angerichtet hat.
Kann ich auch das Gewächshaus und Blumenbeete auf diese Weise schützen?
Nach dem selben Prinzip, wie oben vorgestellt, kannst Du auch ganz einfach Dein Gewächshaus und etwaige Blumenbeete schützen. Du brauchst im Prinzip nur eine Konstruktion auf welcher Du das Hagelschutznetz anbringen kannst und etwas Spielraum um es zu spannen. Online kann man auch spezielle Bögen erwerben, über welche das Gewebe straff gezogen wird. Sie sind ideal um kleinere Bereiche zu sichern.
Fazit
Sommerblumen lassen sich ersetzen oder treiben oftmals nach den schlimmsten Schäden wieder aus, aber Gemüsesorten wie Paprika, Physalis oder Tomaten, die eine lange Vorkultur haben, sind meist für die gesamte noch bestehende Gartensaison verloren. Allein schon deswegen lohnt es sich in entsprechende Schutzvorrichtungen zu investieren. Die Netze sind langlebig und können bei sorgfältiger Aufbewahrung jahrelang verwendet werden.
Viel Erfolg bei der Montage eines Hagelschutzes für das Hochbeet Marke Eigenbau!
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Bis bald und baba,
Kathrin
Ein guter Tipp! Werde ihn heuer umsetzen, damit sich das Garteln wieder lohnt.