Wann ist ein Kürbis reif? Butternuss, Hokkaido und Patisson-Kürbis ernten

Wann ist ein Kürbis reif? Wann solltest Du speziell einen Patisson-Kürbis ernten? Die kleinen Ufo-Kürbisse schmecken hervorragend, sehen toll aus, aber hinsichtlich der Ernte braucht es gerade bei dieser Sorte ein wenig Gespür. Und wann der richtige Zeitpunkt für die Ernte auch beim Butternut- oder Hokkaido-Kürbis gekommen? Was passiert, wenn Du Kürbisse zu früh erntest? Die Antworten auf diese Fragen möchte ich Dir in diesem Beitrag geben.

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Patisson-Kürbis - Gartenblog Topfgartenwelt

Kürbisse werden, abgesehen vom Patisson, relativ spät geerntet. Sie sind meistens, abhängig von der Region, wo Du wohnst, eines der letzten Gemüse, die wir im Herbst ins Trockene bringen. Kürbisse können zwar bis zu einem gewissen Grad nachreifen, aber nur so lange sie nicht angeschnitten wurden. Hast Du schon zur Verarbeitung angesetzt und stellst fest nach dem Öffnen der Frucht fest, dass es an Reife fehlt, muss das Gemüse leider entsorgt werden. Also schauen wir uns am Besten erst einmal an, wann ein Kürbis reif ist, damit Du keinen vermeidbaren Verlust erleiden musst.

Inhaltsverzeichnis:

Wann ist ein Kürbis reif? Der richtige Zeitpunkt zum Ernten!

Wann ein Kürbis reif ist, hängt in erster Linie von der Sorte ab. Manche können erst verzehrt werden, wenn sie tatsächlich ausgereift sind, andere, wie zum Beispiel der Patisson, erlauben bereits eine Ernte in einer sehr frühen Wachstumsphase. Bei großen bis mittleren Kürbissorten wie Butternut (Butternuss), Hokkaido oder Muscat de Provence gilt aber gemeinhin, dass der Kürbis reif ist, wenn:

  • er hohl klingt, sobald Du dagegen klopfst
  • der Stielansatz schön verholzt ist oder zumindest bereits eine braune bzw. bräunliche Farbe annimmt
  • die Schale eine satte gelbe, orange oder grüne Färbung aufweist, doch auf die Farbe allein ist kein Verlass.

Letzteres gilt aber nicht bei allen Kürbissorten uneingeschränkt. Verfärbt sich zum Beispiel der Butternuss-Kürbis (*) relativ auffällig von blassgrün nach beige, bleibt dieser Farbwechsel bei der Sorte Muscat de Provance (*) weitgehend aus. Hier wird lediglich die grüne Farbe ein wenig intensiver und die Schale erhält einen deutlichen Glanz. Beim Hokkaido-Kürbis (*) kann Dir die Nagelprobe weiterhelfen. Kannst Du die Schale nämlich nicht mehr mit dem Fingernagel einritzen, ist das ein sicheres Zeichen, dass der Kürbis reif ist. Farblich verändert sich auch diese Sorte aber nur mäßig. Der Hokkaido wechselt sein Erscheinungsbild von einem zarten orange hin zu einem satten orange. Das ist zumindest ein kleiner Anhaltspunkt.

Entwicklung Butternuss-Kürbis:

Wann ist ein Kürbis reif? Tipps für die Ernte - Gartenblog Topfgartenwelt
Butternuss-Kürbis im Wachstum, der Stielansatz ist noch saftig grün
unreifer Butternuss-Kürbis ist blass grün - Gartenblog Topfgartenwelt
dieser unreife Butternuss-Kürbis weist eine blass-grüne Farbe auf
Butternuss-Kürbis kurz vor der Ernte - Gartenblog Topfgartenwelt
Wann ist ein Kürbis reif: bei diesem Exemplar hat sich die Farbe bereits verändert und ist von blass-grün auf beige gewechselt, der Stiel ist aber noch grün

Entwicklung Muscat de Provence:

Muscat de Provence Kürbis in einem frühen Entwicklungsstadium - Gartenblog Topfgartenwelt
Muscat de Provence in einem frühen Entwicklungsstadium mit hellgrüner Schalenfarbe
Muscat de Provence mitten im Sommer - Gartenblog Topfgartenwelt
Wie Du hier sehen kannst, hat der Muscat de Provence bereits eine relativ dunkelgrüne Farbe angenommen, diese ändert sich jedoch nicht mehr wesentlich. Es ist daher schwer nur daraus auf die Reife zu schließen.
Muscat de Provence bei der Ernte - Gartenblog Topfgartenwelt
Bei der Ernte war die Farbe dann noch etwas Intensiver und der Glanz war stärker. Die Frucht klang beim Klopfen hohl. Wann diese Art von Kürbis reif ist, lässt sich allein optisch aber so gut wie nicht mit Sicherheit feststellen.

Richtig diffizil wird das Finden der richtigen Erntezeit allerdings bei eher kleinen Kürbissorten wie dem Patisson. Bei diesen Sorten geht es nämlich überhaupt nicht darum, dass sie möglichst groß und dick werden, sondern vielmehr um ein sehr zartes Fruchtfleisch und wenig Kerne.

Patisson-Kürbis wann ernten? Ein Sonderfall!

Der Patisson-Kürbis (*) ist auch als Ufo-Kürbis bekannt und in einigen, verschiedenen Farben erhältlich. Unter anderem kannst Du Dich für weiße oder gelbe Sorten entscheiden. Im Gegensatz zu seinen Verwandten kann diese Kürbissorte auch sehr früh geerntet werden. Du kann aus ihr nämlich vorzügliche Antipasti herstellen, indem junge Kürbisfrüchte in Öl oder Essig eingelegt werden. Die Sorte Patisson eigenet sich aber auch vorzüglich zum Füllen, Anbraten oder Schmoren. Aber allerdings nur, wenn Du ihn rechtzeitig erntest. Denn andernfalls wird die Verarbeitung sehr schnell zum Kraftakt, weil er relativ fest und kompakt ist.

Wenn Antipasti oder herbstliche Gerichte mit kleinen Kürbissen allerdings nicht Deine Intention sind, dann kannst Du die Frucht auch “ausreifen” lassen und erst ernten, wenn die allgemeinen Reifekriterien für einen Kürbis erfüllt sind. Allerdings wäre es hierfür besser eine andere Sorte zu wählen. Der Patisson kann für seine Verhältnisse relativ groß und schwer werden, aber lässt sich, wie bereits erwähnt, dann nur schwer verarbeiten. Aufgrund seiner Form gibt es meist schon beim Schälen Probleme. Die Schale sollte aber unbedingt entfernt werden, da sie bei größeren Früchten zäh und hart sein kann. Kurzum, er ist für das Ausreifen lassen eigentlich nicht gedacht und wird unreif geerntet.

Ein Patisson-Kürbis zum Einlegen und Kochen wird geerntet, wenn er:

  • jung und zart ist
  • eine Größe von etwa 5 cm erreicht hat
  • der Stiel ist in diesem Stadium nicht verholzt und die Schale weich

Wann ist ein Kürbis reif? Alle wichtigen Fakten kurz zusammengefasst:

Patisson-Kürbis - Gartenblog Topfgartenwelt

Wann Kürbis ernten: Tipps zum Nachreifen und Lagern

Wann ist der beste Zeitpunkt einen Kürbis zu ernten? Kann man einen Kürbis nachreifen und wie lange kann man ihn lagern? Die Antworten darauf sind schnell gefunden und ihre Umsetzung ist auch gar nicht schwer.
Vorbereitungszeit5 Minuten
Dauer5 Minuten
Gesamtzeit10 Minuten
Küche: Deutschland, Österreich, Schweiz
Menge: 1 Kürbis
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Kochutensilien

  • Messer

Material

  • Kürbis Patisson, Hokkaido, Butternuss oder Muscat de Provence

Anleitungen

Butternuss, Hokkaido oder Muscat de Provence Kürbis ernten

  • Mittels klopfen überprüfen, ob der Kürbis hohl klingt.
  • Stielansatz sollte sich bräunlich verfärbt haben und am Besten verholzt sein.
  • Die Schale hat eine satte Farbe angenommen.

Patisson-Kürbis ernten

  • Patisson-Kürbisse werden schon bei einer Größe von etwa 5 cm Durchmesser unreif geerntet.
  • Die Schale muss zart und weich sein.

Kürbis nachreifen

  • Hierfür den Kürbis etwa zwei bis drei Wochen an einen hellen, warmen Ort platzieren und abwarten bis die Schalenfarbe satt wird und er hohl klingt.

Butternuss, Hokkaido und Muscat de Provence lagern

  • Die Lagerung erfolgt an einem kühlen, dunklen Ort.
  • Die Lagerfähigkeit beträgt mehrere Wochen.

keine Samen entnehmen

  • Kürbisse enthalten zahlreiche Samen, doch aufgrund des hohen Risikos einer Verkreuzung mit giftigen Ziersorten, sind sie nicht für die weitere Kultivierung geeignet.

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Kürbis zu früh geerntet? Kann man Kürbis nachreifen lassen?

Manchmal geht es blöd zu und eine Unachtsamkeit führt dazu, dass Du den Kürbis ein wenig zu früh erntest. So lange Du das Versehen rechtzeitig bemerkst und ihn noch nicht aufgeschnitten hast, ist ein nachreifen in einem hellen, warmen Raum für etwa 2-3 Wochen möglich. Die Schale sollte sich in dieser Zeit dann farblich intensivieren. Wenn der Nachreifungsprozess abgeschlossen ist, dann kann man den Kürbis im kühlen Keller dunkel einlagern. Allerdings kann es beim Nachreifen passieren, dass die Frucht nicht mehr ihr volles Aroma erlangt und die Süße etwas auf der Strecke bleibt. Das Nachreifen bleibt somit eher eine Notlösung und Du solltest Dir von solchen Exemplaren keine Geschmacksexplosion erwarten.

Sind unreife Kürbisse giftig?

Unreife Kürbisse sind prinzipiell nicht giftig. Allerdings eigenen sich nicht alle Sorten für einen Verzehr im unreifen Zustand, weil sie einfach nach nichts bzw. nicht gut schmecken. Eine Ausnahme bilden hier zum Beispiel Zucchini. Sie sind eigentlich auch nichts anderes als Kürbisse, aber werden nur unreif gegessen. Am Besten, wenn sie noch ganz klein und zart sind. Je größer sie werden, desto mehr leidet darunter der Geschmack. Ähnlich verhält es sich, wie bereits erwähnt, mit dem Patisson-Kürbis. Ob ein Kürbis giftig ist oder nicht hat in diesem Fall nichts mit der Reife, sondern vielmehr mit der genetischen Grundlage zu tun.

Kürbis lagern

Die Frage, ob ein Kürbis reif ist und geerntet werden kann, ist oft unmittelbar mit der weiteren Frage nach der richtigen Lagerung verbunden. Grundsätzlich eignet er sich sehr gut für die Vorratshaltung. Aber nur, sofern der Kürbis reif geerntet wurde und Du für die Aufbewahrung die richtigen Voraussetzungen bieten kannst. Am Besten können Kürbisse an einem kühlen und dunklen Ort aufbewahrt werden. Wenn Du Glück hast, erfüllt Dein Keller all diese Kriterien. Je wärmer die Umgebungstemperatur allerdings ist, desto eher muss das Gemüse verarbeitet werden.

Keine Samen aus geernteten Kürbissen entnehmen

Ist der Kürbis reif, überrascht er meist mit einer Vielzahl an Samen. Aber Vorsicht, Speisekürbisse verkreuzen sich sehr schnell und sehr einfach mit Wild- und Zierkürbissorten, die aufgrund ihres hohen Gehalts an Cucurbitacin, einem Bitterstoff, auf keinen Fall verzehrt werden dürfen. Cucurbitacin ist laut Wikipedia hitzebeständig und so gut wie nicht wasserlöslich. Eine dadurch verursachte Lebensmittelvergiftung kann im schlimmsten Fall bis zum Tod führen. Die betroffenen Früchte weisen meist einen bitteren Geschmack auf. Aus diesem Grund solltest Du Kürbissaatgut im Fachhandel kaufen.

Aus demselben Grund solltest Du auch davon absehen, Kürbissämlinge, die wild im Gemüsegarten aufgegangen sind, wachsen zu lassen. Dies gilt auch für Gurken- oder Zucchinisämlinge, welche auch zur Familie der Kürbisgewächse gehören. Denn Du weißt schlicht und einfach nicht, welche Sorten sich hier gekreuzt haben und ob die daraus entstehenden Früchte eine hohe Konzentration an Cucurbitacin enthalten oder nicht. Ausprobieren solltest Du dies auf keinen Fall!

Viel Erfolg beim Abklären im eigenen Garten, ob der Kürbis reif ist, denn wie Du siehst, geben Butternuss, Hokkaido und Patission dieses Geheimnis nicht ganz leichtfertig preis!

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Kathrin

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Autor: Kathrin | Topfgartenwelt

Profilbild Kathrin für Blog Topfgartenwelt

Ich bin passionierte Hobby-Bäckerin, Marmeladen-Köchin und Entwicklerin von gelingsicheren Eis-Rezepten. Die Rezeptentwicklung für Süßspeisen aller Art sowie für Gebäck und Pasta habe ich mir eigenständig mit Hilfe einschlägiger Fachliteratur beigebracht. Inzwischen habe ich darin bereits mehr als 5 Jahre Erfahrung. Familie, Freunde sowie Leser meines Blogs sind von meinen Kreationen begeistert. Darüber hinaus bin ich Gärtnerin aus Leidenschaft. Inzwischen betreue ich nun schon seit mehr als 10 Jahren erfolgreich meinen eigenen Garten. Gemeinsam mit meiner Familie erkunde ich in meiner Freizeit das Salzburger Land. Manchmal zieht es mich über die Grenzen von Österreich hinaus. Hier gibt es mehr über mich.

3 Gedanken zu „Wann ist ein Kürbis reif? Butternuss, Hokkaido und Patisson-Kürbis ernten“

  1. Hallo,

    diese Frage hatte ich mir vor einigen Wochen auch gestellt.

    Ich hatte einen gelben Pattison. Als er nicht mehr größer, sondern nur noch etwas dicker, wurde, habe ich ihn abgeschnitten. Dein Pattison auf dem Foto sieht mir noch etwas klein aus.

    Aber mir hat's nicht geschmeckt…

    Viele Grüße
    gartenfan

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