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Mosaikvirus erkennen: gelbe Flecken bei Gurken, Zucchini und Kürbis

Zeigen sich auf Zucchiniblättern oder bei Gurken und Kürbis gelbe Flecken, die im Ganzen betrachtet beinahe ein sehr auffälliges Aussehen haben, gibt es für Deine Pflanzen leider keine guten Nachrichten. Dieses auffällige grün-gelbe Muster ist ein erster Hinweis auf eine Infektion mit einem Mosaikvirus. Was es damit auf sich hat, möchte ich Dir in diesem Beitrag näher erklären.

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Gelbmosaikvirus verursacht auf den Blättern von Zucchini und Kürbis gelbe Flecken und Punkte, die wie ein Mosaik aussehen. - Gartenblog Topfgartenwelt

Einmal ist immer das erste Mal …

Ich säe meine Zucchini, Gurken und Kürbisse eigentlich jedes Jahr selbst aus und hatte bislang auch immer sehr gesunde, kräftige Jungpflanzen. Doch neulich zeigte ein Setzling auf den ersten richtigen Blättern auffällige gelbe Flecken, die da ganz sicher nicht hin gehörten. Das nächste Blattpaar sah anfangs scheinbar gesund aus, doch bei genauem Hinsehen waren auch hier bereits gelbliche und blassgrüne Areale zu erkennen. Ohne Zweifel musste es sich hierbei um eine Art Mosaikvirus handeln.

Bei diesem Zucchiniblatt lassen sich die gelben Flecken bereits erahnen. Es wird nicht mehr lange dauern und das Mosaikvirus wird deutlich zu erkennen sein.
Bei diesem Blatt zeichnen sich die mosaikförmigen Flecken bereits ab.

Was ist das Mosaikvirus?

Leider sind Gurken- und Kürbisgewächse, zu welchen auch die Zucchini gehören, sehr anfällig für Viren. Recht häufig kommt die Infektion mit dem Mosaikvirus vor, welches aus der Familie der Potyviren stammt. Diese sind leider sehr widerstandsfähig und robust. Und sie sind verdammt ansteckend und leicht übertragbar! Kurz gesagt, sie sind eine wahre Katastrophe und der Albtraum eines jeden Gärtners.

Allerdings gibt es, wie soll es auch sein, nicht nur “diesen einen” Virusstamm, sondern sehr viele, verschiedene Unterarten. Alle davon können aber die hier erwähnten Pflanzenarten befallen. Doch eines haben sie gemeinsam, nämlich das Schadbild, welches sich auch im Namen widerspiegelt.

Wie sieht das Schadbild aus?

Ist die Pflanze erst einmal befallen, zeigen sich in etwa 14 Tage nach der Erstinfektion Symptome. Am Markantesten sind hier bestimmt die gelben bis blassgrünen Flecken, die wie ein Mosaik aussehen können. Allerdings ist das kein Muss, denn je nach Virusstamm kann das Aussehen stark variieren . 

Neben der auffälligen, teilweise kantigen Musterung können sich im Laufe der Zeit auch:

  • Welke,
  • Kümmerwuchs und
  • deformierte Früchte zeigen.

Bei Zucchinipflanzen treten zumeist Beulen auf den Früchten auf. Dieses deformierte Gemüse solltest Du jedenfalls nicht verzehren. Auch, wenn mehrere Quellen versichern, dass es sich lediglich um eine Pflanzenkrankheit handelt, die Menschen grundsätzlich nicht schadet. Aber man weiß ja nie.

Diese Zucchinipflanze ist mit dem Mosaikvirus befallen.

Wie wird es übertragen?

Ein sehr häufiger Übertragungsweg führt über die Saugtätigkeit von Blattläusen. Sie können das Virus äußerst rasch von einer auf die nächste Pflanze schleppen. Jedoch auch andere saugende Insekten, wie zum Beispiel die Thripse können für eine Verbreitung sorgen. Allerdings kannst auch Du das Mosaikvirus relativ einfach durch verunreinigte Gartenscheren und ähnliches von einer auf die nächste Pflanze übertragen. Daher sollten Gartenwerkzeuge immer desinfiziert werden.

Meine Zucchini hatte zum Zeitpunkt des ersten Auftretens der gelben Flecken jedenfalls keinen augenscheinlichen Kontakt zu Blattläusen, aber zu Trauermücken. Im Garten angekommen zog die betroffene Pflanze sofort jede Menge Blattläuse an, was mir im ersten Moment richtig komisch vorkam. Dennoch ist es nicht verwunderlich, warum sich die ungebetenen Gäste genau sie ausgesucht haben. Denn der Virus regt die Produktion bestimmter Proteine an, von welchen diese Insekten magisch angezogen werden.

Inwieweit es durch kontamininiertes Saatgut verbreitet wird, konnte ich leider nicht genau herausfinden. Einige Quellen ziehen insbesondere bei Zucchini eine Infektion über die Samen in Betracht, andere wiederum schließen das wieder kategorisch aus. Laut dem Bayrischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forst ist eine Verbreitung des Zucchini-Gelbmosaikvirus durch verunreinigte Samen durchaus möglich und die Chance dafür nicht einmal so gering. 2013 wurde bezüglich der Übertragungswege eine Studie von mehreren amerikanischen Universitäten durchgeführt. Das Ergebnis lässt sich googlen.

Gibt es Wirtspflanzen?

Ja! Eine bei uns sehr häufige Wirtspflanze ist laut Wikipedia die Vogelmiere, ein Nelkengewächs. Sie ist gekennzeichnet durch krautigen Wuchs. Ihre weißen Blüten sind klein und sitzen nahezu direkt an den Stängeln. Die Blätter sind ebenfalls klein und eiförmig. Sie ist weit verbreitet und fast in jedem Garten zu finden. Wahrscheinlich auch in Deinem. 

Kann ich infizierte Pflanzen retten?

Nein, leider gibt es für mit dem Mosaikvirus infizierte Pflanzen keine Hilfe mehr. Das einzige was tun kannst und solltest, ist sie schleunigst aus dem Garten zu entfernen, damit sich die Krankheit nicht weiter verbreitet und Du am Ende noch den ganzen Bestand verlierst. Denn das geht schneller als Du glaubst.

Beim Entfernen solltest Du unbedingt auch die Wurzeln möglichst vollständig ausgraben, denn bis diese absterben dauert es. Die Überreste der betroffenen Pflanze solltest Du im Restmüll entsorgen und keinesfalls im Biomüll oder auf dem Kompost, denn so kann sich das Virus sehr leicht weiterverbreiten. Um selbst zu überleben braucht es vitale Wirtspflanzen, bloße Erde und abgestorbene Pflanzenreste sind dafür zu wenig. Immerhin ein kleiner Trost.

Wenn es noch nicht zu spät ist, kannst Du neue Setzlinge im Gartencenter besorgen und nachpflanzen. Aber das geht leider auch nur im Frühsommer. Besonders blöd ist es, wenn es die Zucchini mitten in der Saison erwischt.

Bei diesem Zucchiniblatt ist sehr gut  langsam beginnende Infektion mit dem Mosaikvirus, die sich durch gelbliche Flecken zeigt.

Gibt es vorbeugende Maßnahmen?

Um einer Infektion vorzubeugen, kannst Du dafür sorgen, dass der Pflanzbereich weitgehend frei von Unkraut ist und die Blattlauspopulation im Garten im Schach halten. Mehr ist leider nicht möglich. Auch, wenn ich an dieser Stelle gerne eine bessere Nachricht für Dich gehabt hätte.

Mein Fazit

Ganz ehrlich, ich war bislang nur ein einziges Mal mit dieser Krankheit konfrontiert und ich hoffe sehr, dass es auch dabei bleibt. Denn die Ausbreitung erfolgt in einem Affentempo und im Nu war ich zahlreiche liebgewonnene Gewächse los, auf die ich mich wochenlang gefreut habe. Da ich mir bezüglich der Übertragung nicht sicher war, habe ich auch das verwendete Saatgut entsorgt und hatte im folgenden Jahr keine Probleme mehr.

Alles Gute, wenn Deine Pflanzen vom Mosaikvirus heimgesucht wurden!

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Bis bald und baba,
Kathrin

Autor: Kathrin | Topfgartenwelt

Profilbild Kathrin für Blog Topfgartenwelt

Ich bin passionierte Hobby-Bäckerin, Marmeladen-Köchin und Entwicklerin von gelingsicheren Eis-Rezepten. Die Rezeptentwicklung für Süßspeisen aller Art sowie für Gebäck und Pasta habe ich mir eigenständig mit Hilfe einschlägiger Fachliteratur beigebracht. Inzwischen habe ich darin bereits mehr als 5 Jahre Erfahrung. Familie, Freunde sowie Leser meines Blogs sind von meinen Kreationen begeistert. Darüber hinaus bin ich Gärtnerin aus Leidenschaft. Inzwischen betreue ich nun schon seit mehr als 10 Jahren erfolgreich meinen eigenen Garten. Gemeinsam mit meiner Familie erkunde ich in meiner Freizeit das Salzburger Land. Manchmal zieht es mich über die Grenzen von Österreich hinaus. Hier gibt es mehr über mich.

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