Kartoffeln im Topf anpflanzen ist eine platzsparende Möglichkeit um auch auf Balkon, Terrasse oder in einem kleinen Garten dieses Gemüse zu kultivieren. Damit der Anbau auch gelingt, habe ich eine Anleitung und ein paar Tipps für Dich. Der Artikel basiert auf meiner eigenen Erfahrung. Die Umsetzung wurde in den letzten Jahren ausreichend erprobt. Denn Du musst ja nicht unbedingt jene Fehler nochmals machen, die mir im Laufe der Zeit schon passiert sind. Also nichts wie los 🙂
Inhaltsverzeichnis
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Es geht los!
Meine Familie und ich lieben frische Kartoffeln aus dem Garten. Wusstest Du übrigens, dass die leckeren Knollen in Österreich liebevoll Erdäpfel genannt werden? Wie auch immer, unser Grundstück ist leider nicht nicht so groß, um einen richtigen Acker anzulegen. Generell ist mein Gemüsegarten in seinem Umfang sehr überschaubar, bietet aber trotzdem ausreichend Vielfalt. Da der Platz nicht mehr wird, entschloss ich mich schon vor einigen Jahren die Kartoffeln im Kübel anzupflanzen. Wenn ich anfangs jemanden von dieser Idee erzählte, erntete ich meist einen ungläubigen Blick, aber inzwischen würde ich sagen, hat sich diese Methode etabliert und ist in Gärtnerkreisen angekommen. Ich war sehr schnell ein großer Fan davon, denn die Ernte kann sich Jahr für Jahr sehen lassen.
Pflanzkartoffeln auswählen
Da ich sehr gerne verschiedene Kartoffeln im Topf anbaue, gehe ich meist Anfang oder Mitte April auf den Wochenmarkt (Salzburger Schranne am Mirabellplatz) und besorge mir Saatkartoffeln. Hierbei achte ich vor allem darauf, dass bei den ausgewählten Knollen die “Augen” (= hier treiben die Kartoffeln später aus) schon gut sichtbar sind. Zudem ist es wichtig, dass die Pflanzkartoffeln keine Beschädigungen oder schadhafte Stellen aufweisen.
Wie lässt man Kartoffeln vorkeimen?
Vorerst räume ich das Gemüse, verpackt in Papiersackerln in die fensterlose und kühle Garage. Dort lasse ich sie bis zum Auspflanzen erst einmal liegen. Diese Zeit von 2 bis 4 Wochen reicht vollkommen aus, um sie vorkeimen zu lassen. Mehr muss man wirklich nicht tun. Die Knollen brauchen keine spezielle Vorbehandlung um auszutreiben. Dunkelheit und eine Temperatur um die 10 bis 15°C sind ausreichend. Kleine Austriebe sind relativ bald zu erkennen und mehr braucht es auch gar nicht. Der Vorteil bereits gekeimte Exemplare anzupflanzen, liegt einfach darin, dass sie schneller zu wachsen beginnen. Wenn man Glück hat, verlagert sich so der Erntezeitpunkt ein wenig nach vorne.
Wann stecke ich die Knollen in die Erde?
Kartoffeln werden nach dem 15. Mai, also nach den Eisheiligen, gepflanzt. Bei den Eisheiligen handelt es sich um eine Wetteranomalie, welche in unterschiedlicher Ausprägung gegen Mitte Mai auftreten kann. Allgemein ist damit ein erneuter Kälte- und eventueller Frosteinbruch verbunden, obwohl es vorher schon richtig warm gewesen sein kann. Erdäpfel mögen weder Kälte und schon gar keinen Frost. Daher ist es ratsam, die Knollen erst in die Erde zu stecken, wenn die Frostgefahr vorrüber ist. In Mitteleuropa ist dies eben meist nach dem 15. Mai der Fall.
Die passende Topfgröße
Damit die Kartoffeln im Topf wirklich gut wachsen, sollte der gewählte Pflanztopf nicht zu klein sein, sofern man natürlich ausreichend Platz zur Verfügung steht. Meine Gefäße haben durchschnittlich einen Durchmesser von 40 bis 50 cm. Verwendet man kleinere Töpfe, reduziert sich der Ertrag. Außerdem muss man im Sommer noch mehr aufpassen, dass sie nicht zu schnell austrocknen. Es kann dann erforderlich sein, zweimal am Tag zu gießen (in der Früh und am Abend).
Ton vs. Plastik
Grundsätzlich verwende ich für den Anbau von Kartoffeln Tontöpfe, welche ich vor dem Bepflanzen mit einer Drainageschicht ausstatte, um etwaige Staunässe zu vermeiden. Die Drainage lässt sich gut aus Tonscherben bauen und kann jedes Jahr wieder verwendet werden. Ton ist ein natürliches Material und absorbiert ein zu viel an Feuchtigkeit, aber gibt diese auch wieder ab bei Bedarf. Des Weiteren werden bei der Verdunstung des Wassers die Wurzeln gekühlt. Effekte, die es bei Plastik nicht gibt.
Aber trotzdem haben auch Kunststofftöpfe ihre Vorteile. Sie sind leichter und können auch auf einem Balkon eingesetzt werden und halten die Feuchtigkeit im Hochsommer besser als Ton. Gerade für Balkon und Terrasse eigenen sich spezielle Kartoffeltöpfe, wie zum Beispiel der PotatoPot, Pflanztaschen oder Pflanzsäcke, perfekt.
Wie viele Saatkartoffeln pro Topf legen?
Je nach Größe der Kartoffelsorte gebe ich drei bis fünf Knollen in einen Topf. Dies ist mehr als ausreichend, wenn es sich um größere Exemplare handelt. Andernfalls entwickelt sich keine Pflanze sonderlich gut und die Ernte fällt eher mau aus. Hier gilt in den meisten Fällen weniger ist mehr.
Wenn man eher kleine Pflanzkartoffeln zur Verfügung hat, macht es allerdings keinen großen Unterschied, ob ein oder zwei Stück mehr vergraben werden. Denn je kleiner das Saatgut ist, desto öfter kommt es zu Ausfällen.
Der optimale Abstand und die passende Tiefe
Ich pflanze die Knollen meist in einem Abstand von 5 bis 10 cm zueinander ein. Die Pflanztiefe liegt in etwa bei 10 bis 15 cm.
Kartoffeln im Topf anhäufeln ja oder nein?
Immer wieder liest man darüber, dass man die Erdäpfel laufend anhäufeln sollte. Dies bedeutet, man füllt den Topf erst einmal etwa zur Hälfte mit Substrat an, legt dann die Kartoffeln hinein und bedeckt sie etwas mit Erde. Sieht man die ersten grünen Triebe, bedeckt man diese wiederum mit Erde usw. Man häufelt so lange an bis man quasi das Gefäß voll gefüllt hat. Ziel ist es damit den Ertrag zu erhöhen. Natürlich habe ich diese Methode auch mehrfach versucht und kann das nicht so ganz bestätigen. Entweder ich habe dabei etwas falsch gemacht oder ich hatte einfach kein Glück.
Den besten und höchsten Etrag bei Kartoffeln im Topf hatte ich jeweils dann, wenn ich das Gefäß gleich von Anfang mit Erde weitgehend vollgefüllt hatte und das Saatgut relativ weit oben platzierte. Die Wurzeln hatten in diesem Fall von Beginn an sehr viel Platz nach unten und es wurden bis zum Herbst zahlreiche dicke Knollen angelegt.
Ohne regelmäßige Wasserversorgung geht es nicht
Wenn man bei Kartoffeln im Topf eine gute Ernte haben möchte, dann ist es unumgänglich auf eine regelmäßige Wasserversorgung zu achten. Gerade in sehr trocknen Sommern kann dies schwierig werden. Aus diesem Grund haben wir letztes Jahr unsere Kübel an das Bewässerungsystem angeschlossen. Es hat sich wirklich gelohnt. Hat man kein solches Bewässerungssystem zur Verfügung muss man bei sehr heißer Witterung öfter am Tag gießen.
Welche Kartoffeln im Topf anpflanzen?
Man muss dafür man keine speziellen Pflanzkartoffeln erwerben und spezielle Sorten für den Topf gibt es ohnehin nicht. Angebaut werden kann alles was schmeckt. Dies können sowohl typische Supermarktsorten als auch “Exotisches” vom Wochenmarkt sein. Ich habe mich heuer jedenfalls für folgende Kartoffelsorten entschieden:
- Murbodner (Sorte Anuschka)
- Bamberger Hörnchen
- Heiderot
- Blaue St. Galler
- Vitelotte
- Mayan Twilight
- Linda
Die Vitelotte habe ich bereits mehrfach im Kübel angebaut. Hierbei handelt es sich um relativ kleine, lila bis violette Kartoffelsorte mit erdig-nussigem Geschmack, die jedoch relativ schwer erhältlich ist. Sie ist eine meiner Favoriten. Wer auf der Suche nach einer bunten Erdäpfeln ist, ist mit Mayan Twilight gut beraten. Die Schale ist gelb-rot gefleckt und damit ein Hingucker auf dem Teller.
Grundsätzlich wäre die Sortenauswahl sehr groß. Aber leider bieten einfache Baumärkte und Gartencentern fast immer nur dasselbe an. Schon eher wirst Du auf Gartenmessen oder Wochenmärkten, wie zum Beispiel der Schranne in Salzburg, fündig.
Kartoffeln im Hochbeet? Eine gute Idee?
Bevor man seine Kartoffeln ins Hochbeet pflanzt, sollte man sich das wirklich gut überlegen. Denn im Hochbeet kann die Pflanze wirklich tief wurzeln und am Ende ist es möglich, dass man nicht alle Knollen findet. Man müsste dafür wohl das halbe Hochbeet ausgraben. Dieser Aufwand lohnt sich einfach nicht. Im Topf hat man die Kartoffeln bei der Ernte im Überblick und wird nicht in der nächsten Saison von Überbleibseln überrascht. Zudem nehmen die Pflanzen im Hochbeet sehr viel Platz weg, welchen man bestimmt besser verwenden könnte.
Kraut- und Braunfäule an Kartoffeln
Leider sind Erdäpfel, wie ihre Verwandten die Tomaten, anfällig für die Kraut- und Braunfäule. Diese wird durch einen Pilz hervorgerufen und rafft binnen kürzester Zeit den gesamten Bestand dahin. Sie tritt besonders gerne bei kühler, feuchter Witterung auf. Das Risiko dieser Pilzerkrankung kann man dadurch minimieren, dass man lediglich resistente Sorten pflanzt und darauf achtet, dass das Laub nach einem Regen stets gut abtrocknet. Ist die Erkrankung an einer Pflanze aufgetreten und ist der Befall als stark einzustufen, sind die Knollen nicht mehr essbar. Das ganze Gewächs sollte dann über den Restmüll entsorgt werden. Auch ist es nicht ratsam die Erde in der nächsten Saison wieder für dieses Gemüse zu verwenden.
Kartoffelkäfer bekämpfen
2018 habe ich das erste Mal den Kartoffelkäfer bei meinen Kartoffeln im Topf entdeckt. Bei diesem Insekt handelt es sich um einen im 19. Jahrhundert eingeschleppten, sehr gefräßigen Schädling. Er tritt besonders gerne in trockenen, sehr heißen Sommern auf. Da es bei mir erst sehr spät im Jahr zu einem Befall kam, habe ich außer Absammeln der Käfer (es waren nicht viele) nichts unternommen. Sollte er aber auch heuer wieder sein Unwesen treiben, muss ich mir etwas überlegen. Zum Beispiel würden sich Präparate auf Neem-Basis zur Bekämpfung eignen.
Wann Kartoffeln ernten und wie lagere ich sie?
Es gibt frühe, mittlere und späte Kartoffelsorten. Schön und gut, aber wann kann man sie nun ernten? Ich beginne mit der Ernte meiner Kartoffeln immer dann, wenn man sieht, dass das Laub zu vertrocknen bzw. zu welken beginnt. Für mich ist dies das sicherste Zeichen, dass die Knollen nun reif sind. Je nach Sorte passiert dies eben früher oder später.
Wichtig ist allerdings, dass ab diesem Zeitpunkt nicht mehr gegossen werden sollte, denn ansonsten beginnen die Knollen zu vergammeln. Ich halte es meist so, dass ich die Kübel an eine regengeschützte Stelle bringe, die Erde auftrocknen lasse und nach Bedarf ernte. Unser Keller ist nämlich für eine längere Lagerung viel zu warm. Im Freien, eingepackt in Erde und trocken, halten sich jedoch bis weit in den Winter und darüber hinaus.
Zusammenfassung
Kartoffeln im Topf anbauen ist für mich eine optimale Lösung. Unser Garten ist nicht so groß, so dass ich nicht unendlich viel Platz für die Gemüseanzucht habe. Der Ertrag ist toll und der Aufwand hält sich in Grenzen. Für mich eine Win-Win-Situation.
Viel Erfolg bei der Umsetzung!
Hast Du schon einmal die vielseitig verwendbaren Knollen in Kübel anstatt Beete gepflanzt? Wenn ja, wie zufrieden warst Du mit dieser Anbaumethode? Lass es mich in den Kommentaren wissen!
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Bis bald und baba,
Kathrin
Liebe Kathrin,
Dein Post kommt mir gerade Recht, denn ich überlege die ganze Zeit, das einmal auszuprobieren :O) Herzlichen Dank für den tollen Post und die vielen interessanten und hilfreichen Informationen!
Ich wünsche Dir einen schönen Tag und einen guten Start in ein wundervolles Wochenende!
♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥
Moin in die Topfgartenwelt.
Eine gute Anleitung und für mich als gern und gut Kartoffelesser eine Empfehlung. Die wunderschönen Blüten der Kartoffeln sind ein hübsches Nebenprodukt, nur die Bewässerung ist doch recht umständlich für mich. Ich reise zu gern und oft und eine gewisse Kontrolle sollte sein.
Hab vielen Dank!
LG Kelly
Sehr toll. Wir legen heuer erstmals ein Gemüsebeet an. Wie freuen uns schon sehr darauf 🍅🍆🍠 Eigene Kartoffeln und anderes Gemüse ist immer was besonderes
Hallo Kathrin,
Dein Post kommt wie gerufen – ich werde dieses Jahr das erste Mal Kartoffeln im Topf anbauen. Am Wochenende kommen die Schätzchen in die Erde und dann heißt es Daumen drücken.
Dir einen sonnigen Tag und ein schönes Wochenende.
Liebe Grüße,
Krümel
Liebe Kathrin,
ein sehr schöner Post und für mich auch sehr interessant. Auf die Idee Kartoffeln in einem Topf zu setzen bin ich noch nicht gekommen und in unseren Garten passen sie irgendwie nicht.
Über das Anhäufeln habe ich auch schon gelesen, allerdings noch keine praktischen Erfahrungen gemacht. Vom Arbeitsaufwand her finde ich es allerdings besser, wenn man das nicht machen musst, so wie Du geschrieben hast.
Vielleicht probiere ich das mal aus, mit den Töpfen. Die Idee gefällt mir.
Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.
Viele liebe Grüße
Wolfgang
Liebe Kathrin,
mit Interesse habe ich deinen post gelesen, aber auf die Idee, Kartoffeln in einem Topf anzubauen, wäre ich auch nicht gekommen. Es scheint aber gut zu funktionieren.
Bestimmt wirst du mal berichten, wie deine Ernte ausfällt. 🙂
Liebe Grüße und einen guten Start ins Wochenende
Christa
Hi Kathrin! Own potatoes are good
Ich habe dieses Jahr keine Tomaten im Topf, aber ich probiere das erste Mal selbst gesäte Gurken aus, mal sehen, wie das so klappt.
VG
Elke
Äh, Kartoffeln sollte das natürlich heißen, Tomaten habe ich sehr wohl im Topf. 😉
Hallo Kathrin,
bleiben die Kartoffeln ganz oben auf den Topf liegen? Oder erst Erde in den Topf so ca. 15 cm und dann die Erde drauf tun? Ich Pflanze seit Jahren in Pflanzsäcken.
Herzliche Grüße
Cathrin
Hallo Cathrin,
wie im Blogbeitrag beschrieben, gebe ich eigentlich fast die ganze Erde in den Topf rein, pflanze die Kartoffeln und bedecke diese mit Erde.
LG Kathrin
Hallo Kathrin,
sehr interessant; das mit den Kartoffeln im Topf werde ich dieses Frühjahr auf jeden Fall ausprobieren. Nur eine Frage ist bei mir offen geblieben: Hast du Erfahrungen bzgl. des optimalen Standorts? Ich hätte Platz an der Hausmauer in Südlage – meinst du, das passt? Oder ist es dort zu heiß?
Herzliche Grüße aus Augsburg
Caro
Hallo Caro, bei mir stehen die Kartoffeltöpfe jedes Jahr vor dem Hochbeet auf der Süd-West-Seite. Ich würde es an Deiner Stelle einfach mal probieren 🙂
LG Kathrin
Vielen Dank! Dann versuche ich das auch so. 🙂
Hallo Kartoffelliebhaber,
wie hoch ist denn so der Ertrag pro Topf mit 5 Pflanzen?
Sollte man auch düngen bzw. was für Erde nimmt man am Besten?
LG Frank
Hallo Frank, das lässt sich pauschal nicht so einfach beantworten. Ich hatte schon mehrere Kilo bis fast gar nichts, weil das Wetter den Sommer über so schlecht war. Aber grundsätzlich kommt mit 5 Pflanzen schon einiges zusammen.
LG Kathrin
Liebe Kathrin,
meine Mama hat auch oft Kartoffeln im Tontopf,. oder auch in alten Eimern gezogen und ich war immer erstaunt, was da für eine tolle Ernte herauskam!
Hab noch einen schönen und freundlichen Wochenteiler!
♥️ Allerliebste Grüße , Claudia ♥️
Liebe Kathrin, vielen Dank für diese tolle Anleitung. Gerade habe ich die Kartoffeln in die Eimer gepackt. Am besten gefällt mir, dass ich die Kartoffeln bis zum Gebrauch im Eimer lassen kann.
Ich bin echt gespannt, wie es klappt.
Liebe Grüße aus dem Allgäu
Conny
Liebe Cornelia, viel Erfolg!
LG Kathrin
Klasse !!!
Ein selten guter Artikel welchen du geteilt hast.
Mal schauen was es noch auf deiner Seite zu lesen gibt.