Das nachfolgende Rezept für ein einfaches Roggenmischbrot mit Sauerteig habe ich im Zuge einer Kooperation mit dem Berliner Unternehmen Fairment entwickelt. Es zeichnet sich durch seinen milden, aber doch würzigen Geschmack aus und eignet sich somit perfekt für das Frühstück, die Jause als auch das Abendessen. Uns hat es hervorragend geschmeckt und das Arbeiten mit dem Sauerteig-Starter war einfacher als gedacht. Es ist wirklich immer wieder erstaunlich, was man alles aus den richtigen Zutaten, ein bisschen Geduld und dem passenden Equipment zaubern kann. (Dieser Artikel enthält Werbung! Die Links sind mit * gekennzeichnet.)
Inhaltsverzeichnis
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Sauerteig herstellen mit dem Starter-Kit von Fairment
Für das einfache Roggenmischbrot brauchen wir unter anderem Sauerteig. Diesen kannst Du entweder selber züchten oder ganz einfach mit dem Starterkit (*) der Firma Fairment herstellen. Der Vorteil beim Starterkit liegt kurz und bündig darin, dass Du hier mit einer gesunden, aus den richtigen Milchsäurebakterien und Hefen bestehenden Kultur los legst. Außerdem besitzt diese professionell, erzeugte, bio-zertifizierte Kultur von Anfang an ausreichend Triebkraft, um gänzlich ohne Hefe backen zu können. Bei selbst angesetzten Sauerteig läuft man leider schnell Gefahr, dass sich die falschen Bakterien vermehren und er kippt, bevor er reif genug ist, um andere Backtriebmittel zu ersetzen.
Was gehört alles zum Starter-Kit?
Das Starter-Kit von Fairment beinhaltet neben 150 g Sauerteig-Kultur, auch:
- ein passendes Mason Ball Glas zum Aufbewahren und Züchten,
- einen Teigschneider samt Ersatzklingen,
- ein Gärkörbchen aus Peddigrohr inklusive Bäckerleinenüberzug,
- einen Teigschaber, einen Brotbeutel,
- ein Handbuch zum Thema Sauerteig mit zahlreichen Rezepten,
- Pflege- und Kulturhinweisen sowie
- eine Anleitung zum Füttern, damit Du umgehend starten kannst.
Falls Du neugierig geworden bist, solltest Du unbedingt einen näheren Blick auf die Webseite von Fairment (*) werfen oder sofort mit meinem Rezept für einfaches Roggenmischbrot mit Sauerteig loslegen
Handbuch Sauerteig
Ich persönlich finde das Handbuch zum Thema Sauerteig sehr interessant, nicht nur weil es mir auch sehr bei der Rezeptentwicklung geholfen hat. Neben geschichtlichem Hintergrundwissen enthält es zahlreiche Tipps zur Pflege und Kultur von Sauerteig. Denn in gewisser Weise ist diese Bakterienkultur etwas Lebendiges. Kein Wunder, dass sie oft von ihren Schöpfern Kosenamen erhält. Aber genau diese Vitalität kann auch zu Problemen führen, wenn man zum Beispiel die Fütterungszeiten nicht einhält und sich in Folge an der Oberfläche:
- eine Fuselschicht (Flüssigkeit)
- Kahmhefe (weiße, runzelige Schicht)
- oder gar Schimmel bildet.
Mit Hilfe dieser Broschüre kannst Du unerwünschte Entwicklungen korrekt identifizieren und falls möglich, umgehend die notwendigen Gegenmaßnahmen einleiten. Außerdem finden sich darin wirklich gute Rezepte, die sich mit Sauerteig verwirklichen lassen. Diese umfassen nicht nur Vorschläge für Brot, sondern auch Waffeln, Crepes, Muffins und sogar Zimtschnecken.
Fazit
Eines ist jedenfalls sicher, mit dem Sauerteig-Starter von Fairment holt man sich ein Stück Backkultur in die eigene Küche. Da hier stets eine gewisse Pflege notwendig ist, bekommt man auch einen ganz anderen Bezug zur Herstellung von Brot. Insbesondere wird deutlich, dass der Unterschied zwischen gutem Gebäck und billigen, industriellen Erzeugnissen, deren Zutaten oftmals nicht einmal alle bekannt sind, nichts zu tun hat. Aber worauf warten wir noch, starten wir gleich mit dem Backen.
Das habe ich gebacken
Mit dem Sauerteig-Starter-Kit als Basis habe ich mir ein einfaches Roggenmischbrot überlegt, welches ich mit Sonnenblumenkernen verfeinert habe. Wir mögen die Kerne total gerne und ich finde, sie sorgen für den richtigen Kick. Die Rezeptentwicklung hat mir übrigens total Spass gemacht, denn es war eine “neue” Herausforderung, da ich ansonsten eher zu Trockenhefe greife, wie ich es zum Beispiel beim Kürbisbrot mit Dinkelmehl oder dem einfachen Joghurtbrot gemacht habe.
Die wichtigsten Zutaten
Für das Brot sind keine ausgefallenen Zutaten notwendig. Unter anderem solltest Du aber das zu Hause haben:
- Sauerteig: Er ist hier quasi der Star, nicht nur als Backtriebmittel, sondern auch bezüglich des Geschmacks.
- Roggenmehl: Es sorgt für ein dunkles, vollmundiges Brot.
- Backmalz: Damit bekommt man eine wunderschöne, knackige Krume hin. Außerdem liefert es aus ausreichend Nahrung für die Hefen.
- Brotgewürz: Dieses kann entweder selbst gemischt oder fertig gekauft werden. Ich nehme meistens fertige Gewürzmischungen.
- Sonnenblumenkerne: Sie sind eine optionale Zutat. Es hat keine Auswirkungen auf den Teig, ob Du sie dazu gibst oder nicht.
Mein selbst gezogener Sauerteig ist noch nicht so kräftig, was muss ich tun?
Sollte das der Fall sein, dann gib einfach 1 Packung Trockenhefe oder einen halben Würfel frische Hefe zum Teig.
So wird es gemacht
Die einzelnen Arbeitsschritte habe ich Dir ganz genau in der Rezeptkarte aufgeschrieben, daher bleibt hier nur wenig zu sagen. Aber eines ist vielleicht wichtig, jeder Backofen ist anders und daher kann es auch leicht sein, dass die Höhe der Backtemperatur bei Dir ein wenig anders sein kann.
Roggenmischbrot mit Sauerteig
Zutaten
- 8 g Sauerteig Anstellgut, z.B. Sauerteig-Starter von der Firma Fairment
- 350 g Roggenmehl Typ 997 (DE), Typ 960 (AT)
- 350 g Weizenmehl Typ 405 (DE), Typ 480 (AT)
- 500 g Wasser
- 15 g Salz
- 12 g Brotgewürz
- 6 g Backmalz inaktiv
- 100 g Sonnenblumenkerne
Zubereitung
Vorteig: Sauerteig anfrischen
- 8 g Sauerteigstarter mit 80 g Roggenmehl und 100 g Wasser gut mischen. Dies geht am Einfachsten in einem hohen Glas.
- Dieses anschließend verschließen und mit Hilfe eines Gummirings die Höhe des Anstellguts markieren.

- Anschließend die Mischung ca. 8 bis 10 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen. Das Anstellgut sollte sich in dieser Zeit verdoppeln.

Hauptteig: Brotteig zubereiten
- Den gesamten Vorteig mit 400 g Wasser mischen und gut verrühren.
- Anschließend 270 g Roggenmehl, 350 g Weizenmehl, 15 g Wasser, 12 g Brotgewürz, 6 g Backmalz und 100 g Sonnenblumenkerne hinzugeben und auf kleiner Stufe mit der Küchenmaschine zu einem Teig verkneten.
- Inzwischen das Gärkörbchen aus Peddigrohr anfeuchten und gut mit Kartoffelstärke ausstauben, damit das Brot später einen schönen Glanz hat.
- Den Brotteig auf eine mit Roggenmehl bestäubte Arbeitsfläche kippen und passend zum Gärkörbchen formen. Da der Teig sehr klebrig sind, ist es hilfreich, wenn man das Teigstück gut mit Mehl ummantelt, damit es später auch nicht im Gärkörbchen kleben bleibt.

- Den Teig ca. 5 Stunden abgedeckt bei Raumtemperatur gehen lassen. Der Brotteig ist zum Backen bereit, wenn er sichtlich an Volumen zugelegt hat.

- Den Teigling auf ein Lochblech stürzen und nach Belieben mit dem Teigmesser sanft einschneiden.

- Im Dampfbackofen unter Gerichte Roggenmischbrot auswählen oder eine Backdauer von 55 Minuten bei starker Dampfzugabe einstellen. Ohne Dampfbackofen das Backrohr auf 200°C vorheizen. Beim Einschießen wird das Brot geschwadet. Nach ein paar Minuten Garraum kurz zu öffnen, um die Feuchtigkeit herauszu lassen und die Temperatur auf 180°C zu reduzieren. Die Backdauer beträgt auch hier ca. 55 Minuten.
Haltbarkeit und Lagerung
Bei richtiger Aufbewahrung bleibt das Gebäck lange frisch und schmackhaft. Was es aber gar nicht verträgt, ist, wenn Du es in ein Frischhaltesackerl gibst und es in weiterer Folge im Kühlschrank lagerst. So mancher schwört zwar darauf, aber ich finde, es verliert dann sehr an Aroma. Solltest Du nicht alles innerhalb von drei, vier Tagen aufessen, ist es besser, denn Laib in zwei Hälften zu schneiden und eine davon einzufrieren.
Ein Unternehmen, wo Fermentation ganz groß geschrieben wird
Das Unternehmen Fairment wurde 2015 von den beiden Food- und Health-Coaches Paul und Leon in Berlin gegründet und arbeitet eng mit den Delphin-Werkstätten zusammen, welche Menschen mit Handicap eine Beschäftigung mit Wertschöpfung und eine Eingliederung in einen “beruflichen” Alltag ermöglichen. Die von der Firma verarbeiteten Produkte sind allesamt vegan, mit dem Bio-Siegel versehen und erfüllen die EU-Normen für ökologischen Landbau. Neben dem genialen Sauerteig-Starterkit gibt es noch zahlreiche andere Produkte, die Du im Online-Shop erwerben kannst.
Das Stöbern lohnt sich auf alle Fälle, denn der Shop ist ein wahres Paradies für all jene, die neben Bakterienkulturen auch gerne mit Kombucha, Fermentation, Joghurt oder Kefir durchstarten möchten. Daneben findest Du auch zahlreiche Helferlein, Rezepte und Handbücher, die Dir das Arbeiten erleichtern.
Die Produkte sind jedoch nicht nur online verfügbar, sondern können in Österreich auch in zahlreichen DM-Filialen gekauft werden. In Deutschland vertreibt unter anderem Denn’s Biomarkt einen Teil des Sortiments.
Gutes Gelingen bei der Herstellung von Roggenmischbrot mit Sauerteig von Fairment!
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Bis bald und baba,
Kathrin