Der letzte Sommer bescherte uns eine riesige Ernte. Unsere drei Sträucher trugen in Summe etwa 4 kg Früchte. Ein Wahnsinn, oder? Aus einem Teil bereitete ich dieses Johannisbeergelee aus Saft zu, welches schmeckt wie bei Oma. Ja, genau so wie man es von früher kennt. Es ist süß, aber trotzdem gleichzeitig säuerlich. Das macht den Fruchtaufstrich perfekt für das Frühstücksbrot oder als Füllung für Torten und Weihnachtskekse. Ich koche es jedes Jahr ein. Ganz ehrlich, ich kann gar nicht genug Gläser davon machen, denn neben Marillenmarmelade brauche ich davon am Meisten. Gerne verrate ich Dir heute das Rezept.
Inhaltsverzeichnis
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Das macht die Rezeptur besonders
- Die Ribiselmarmelade – das ist die österreichische Bezeichnung – ist die klassische Füllung für Linzer Augen und Linzerkipferl.
- Es gibt rote, weiße und schwarze Sorten. Alle drei können mit dieser Anleitung verarbeitet werden.
- Die Früchte sind mit 180 mg Vitamin C je 100 g ein absolutes Superfood aus dem Garten, das bei eigener Ernte nur einen winzigen ökologischen Fußabdruck hinterlässt.
- Die Zubereitung an sich ist einfach & gelingsicher.
- Das Ergebnis ist ein klares Johannisbeergelee, insbesondere bei roten und weißen Früchten.
- Da als Basis Fruchtsaft verwendet wird, kann in einem Zug Marmelade, Sirup und Saft hergestellt werden.
Verrate mir doch in den Kommentaren, ob du die hellen oder dunklen Früchte lieber hast? Wenn ich ehrlich bin, nehme ich zum Backen lieber die knallig rote Konfitüre und verwende die schwarzen Johannisbeeren eher für die Saftherstellung.
Die wichtigsten Zutaten
Unter anderen werden folgende Zutaten benötigt:
- Johannisbeeren: Sie können frisch oder tiefgekühlt sein. Die Farbe ist unerheblich. Wichtig ist aber, dass sie reif und aromatisch sind. Zudem haben sie einen sehr hohen Pektingehalt, welcher die Gelierwirkung unterstützt.
- Gelierzucker 1:1: Meiner Meinung nach funktioniert er für die Herstellung von Johannisbeergelee am Besten. Er darf allerdings das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht überschritten haben, da er dann weitestgehend seine Wirkung verlieht. Wenn Du gerne ein süßeres, festeres Gelee hättest, dann musst Du 800 g Saft auf einen 1 kg Gelierzucker nehmen.
- Zitronensaft: Dieser verleiht der Marmelade einen noch frischeren Geschmack und die darin enthaltene Zitronensäure stabilisiert die leuchtende Farbe.
So wird es gemacht
Johannisbeeren enthalten zahlreiche Kerne, die später beim Essen extrem störend sind. Daher habe ich mit Hilfe des Dampfentsafters zuerst einen Fruchtsaft hergestellt. Das geht ganz komfortabel, da man lediglich etwas Zeit braucht und mehr nicht. Alternativ könntest Du auch die Flotte Lotte, ein Passiersieb, zum Entkernen verwenden, aber das erfordert Kraft und Ausdauer. Das Ergebnis ist dann aber eher ein dünnflüssiges Mus und kein reiner Saft. Bei großen Mengen ist mir das viele Kurbeln aber zu anstrengend. Davon abgesehen, sind aber beide Varianten sehr effektiv.
Wie funktioniert die Gelierprobe?
Ob das Johannisbeergelee fest wird, überprüfe ich, indem ich etwas heiße Flüssigkeit nach der Abkochzeit von 4 Minuten auf einem kalten Teller schräg hinunterrinnen lasse. Wenn alles passt, stockt sie währenddessen und die entstandene Linie ist relativ kurz. Passiert das nicht, lasse ich die Marmelade noch ein, zwei Minuten länger kochen.
Die Gelierwirkung in den abgefüllten Gläser tritt übrigens erst ein, wenn diese vollständig abgekühlt sind und das kann dauern.
Muss ich sonst noch etwas beim Einkochen beachten?
Alle wichtigen Tipps und Tricks habe ich Dir im Artikel Einwecken im Backofen zusammengeschrieben.
Johannisbeergelee aus Saft und ohne Kerne
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Zutaten
- 500 g Johannisbeersaft, Ribiselsaft
- 500 g 1:1 Gelierzucker normal oder für Gelee
- 1 Schuss Zitronensaft ca. 10 ml
optional mit Pfiff
- 1 Schuss Johannisbeerlikör maximal 20 ml, ev. Gelierzuckermenge um 10 g erhöhen
Zubereitung
- Johannisbeeren im Dampfentsafter entsaften.
- Saft gemeinsam mit dem Zitronensaft im Kochtopf auf mittlerer Hitze zum Wallen bringen.
- Gelierzucker mit dem Kochlöffel unterrühren, optional den Johannisbeerlikör hinzufügen und anschließend 4 Minuten lang sprudelnd einkochen. Die Einkochzeit beginnt, sobald stetig Blasen aufsteigen.
- Gelierprobe machen.
- Johannisbeergelee in vorbereitete Gläser abfüllen, verschließen und 15 Minuten unter Dampf im Dampfgarer oder Einkochautomaten einkochen, damit ein stabiles Vakuum entsteht, alternativ die Oberfläche vor dem Verschließen mit Rum abdecken, sobald sich eine zarte Haut gebildet hat.
Fragen & Antworten
Noch ein paar Details am Ende:
Wie ist es um die Haltbarkeit und Lagerung bestellt?
Das Johannisbeergelee ist bei kühler, dunkler Lagerung mindestens ein Jahr lang haltbar. Sollte sich allerdings bei einem Glas vorzeitig das Vakuum lösen, ist dieses zu entsorgen. Dasselbe gilt im Falle von Schimmel.
Muss ich die Beeren sofort verarbeiten?
Ja! Einmal gepflückt sind Ribisel sehr empfindlich und verderben rasch. Auch ziehen sie beim Herumstehen wie magisch Fruchtfliegen an. Wenn ich sie nicht sofort verarbeiten kann, dann friere ich sie so lange ein, bis ich dafür Zeit habe.
Gutes Gelingen bei der Herstellung von Johannisbeergelee!
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Bis bald und baba,
Kathrin
Es wurde alles richtig gut erklärt,danke dafür.
Vielen Dank für die Rückmeldung!
LG Kathrin