Beim Arbeiten im Garten habe ich zuletzt meine Brombeeren genauer unter die Lupe genommen und dabei sind mir auf einigen Blättern gelbe Punkte aufgefallen. Nach kurzer Recherche habe ich herausgefunden, dass diese optisch auffallenden Flecken, durch den Brombeerrost verursacht werden. Dabei handelt es sich um eine häufig im Garten auftretende Pilzerkrankung. Doch was kann man gegen eine solche Infektion tun, wenn sie einmal da ist? Muss man überhaupt etwas tun? Ist ein Befall gefährlich? Ich habe mich einmal schlau gemacht und ein paar Tipps zusammengeschrieben. Neugierig geworden? Dann solltest Du jetzt unbedingt weiterlesen!
Inhaltsverzeichnis
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Gelbe Punkte auf Brombeerblättern
Allein vom Aussehen her war schnell klar, hier passt etwas ganz gewaltig nicht. Diese auffälligen orange-gelben Punkte sollten sich ganz sicherlich nicht auf den Blättern und Stielen unserer Brombeerstauden befinden. Da sich ein tierischer Ursprung aber relativ rasch ausschließen ließ, musste es sich hierbei um die sichtbaren Symptome einer Pilzinfektion handeln. Doch welche?
Was ist Brombeerrost?
Unter Brombeerrost versteht man einen parasitär lebenden Pilz aus der Familie der Rostpilze. In der Wissenschaft ist er besser bekannt unter seinem lateinischen Namen “Phragmidium violaceum”. Dieser Krankheitserreger ist laut Wikipedia in Europa stark verbreitet und infiziert – wie seine umgangssprachliche Bezeichnung bereits vermuten lässt – in erster Linie Brombeeren.
An der Blattoberseite fällt er durch stark abgegrenzte gelb-orange Punkte auf, die im Laufe der Zeit, aber spätestens im Herbst, die namenstypische rostige violett-rote Farbe annehmen, wobei die Flecken im Zentrum meist gelb bis hellbraun verbleiben.
Auf der Blattunterseite hingegen zeigen sich deutliche gelbe Pusteln, welche sich ebenfalls farblich verändern, aber vor allem dunkler werden. Hierbei handelt es sich umd die Sporenlager des Pilzes, welche sich je nach Färbung in unterschiedlichen Entwicklungsstufen befinden. Dieser bildet nämlich während seines Lebenszykluses insgesamt fünf verschiedene Sporenstadien aus.
Manchmal kannst Du auch infizierte Stellen auf den Brombeerruten selbst entdecken. Hier sind es aber meist keine Punkte oder Pusteln, sondern vielmehr länglich verlaufende, leuchtend gelb-orange Flecken. Sollte ich einmal eine solche Stelle entdecken, dann werde ich hier ein Foto nachreichen. Aber bislang “begnügte” er sich immer mit den Blättern.
Wenn Du allerdings Pech hast, kann der Brombeerrost auch Blüten und Früchte befallen. Ich selbst konnte das bislang noch nicht in unserem Garten beobachten – wahrscheinlich hatten wir diesbezüglich einfach Glück. Sind sie betroffen, werden sie letzten Endes von der Pflanze abgeworfen. Im schlimmsten Fall kannst Du somit die gesamte oder einen Großteil der Ernte verlieren. Dies ist auch der Hauptgrund, warum Du bei schweren Infektionsverläufen, die einen Großteil der Pflanze betreffen, unbedingt tätig werden solltest.
Schadbild und Verbreitung
Glaubt man Wikipedia, so befällt der Pilz Phragmidium violaceum als ersters ältere Blätter, die sich besonders nah an den Hauptruten befinden. Ist der Infektionsdruck sehr stark, beginnen sich diese schlussendlich einzurollen, weil sie nicht mehr richtig mit Wasser versorgt werden. Schlussendlich fallen sie ab. Kommt es im worst case zu einer Infektion des Haupttriebes oder einer wiederholten, starken Entlaubung der Pflanze, kann sie dauerhaft durch den Pilz so geschwächt werden, dass sie eingeht. Das ist natürlich einer der Hauptgründe, welcher für eine gezielte Bekämpfung des Schaderregers spricht.
Die Pilzsporen verbreiten sich äußerst leicht durch den Wind, aber auch durch Insekten, die infizierte Pflanzenteile besuchen. Ebenfalls als Überträger des Brombeerrosts fungiert altes, infiziertes Laub, welches im Herbst liegen geblieben ist. Aus diesem Grund achte ich darauf, dass ich wirklich alles rigoros wegräume, wenn ich den Garten winterfest mache.
Der Pilz kann die Stauden von Frühling bis hin zum Frühsommer befallen. Eine spätere Infektion ist eher sehr ungewöhnlich. Im Gegensatz zum Birnengitterrost wechselt der Brombeerrost allerdings in keinem Entwicklungsstadium seine Wirtspflanze. Hat er einmal zugeschlagen, haftet er seinem Lieblingsgewächs unweigerlich an. Ganzjährig!
Damit allerdings die Ansteckung auch erfolgreich ist, muss die Witterung passen. Wie alle Rostpilze, liebt auch dieser feucht-warmes Wetter. Dies deckt sich auch mit meiner persönlichen Erfahrung, dass er nämlich in erster Linie in sehr feuchten Jahren auftritt. 2023 war genauso ein Jahr, zumindest im Hinblick auf den Frühling. Daher bin ich schon gespannt, wie es mit dem Brombeerrost heuer weitergeht. Wenn es jedenfalls nicht bald etwas trockener wird, könnten wir wieder Probleme damit bekommen.
Ist eine Verwechslung möglich?
Nein, auf keinen Fall. Es ist quasi unmöglich ihn mit einer anderen anderen Erkrankung zu verwechseln, denn sein Erscheinungsbild ist ziemlich eindeutig. Zudem sind Rostpilze generell an bestimmte Wirtspflanzen gebunden. Aus diesem Grund wird auch nie der Erreger des Himbeerrosts die Brombeeren schädigen. Das ist schon einmal eine gute Sache. Es reicht ja schon aus, dass man daneben noch auf die Kirschessigfliege und die Lederwanzen achten muss. Denn beide Insekten haben es auf die leckeren Beeren abgesehen.
Brombeerrost bekämpfen
Doch was kann man nun tun? Mein Gartenbuch, welches bezüglich der vermittelten Informationen schon etwas in Jahre gekommen zu sein scheint, hatte nur den lapidaren Tipp parat, alle Pflanzen zu vernichten. Doch das will ich nicht machen und dies kann auch nicht die probate Lösung für eine Pilzinfektion an einer ausdauernden Pflanze sein.
Wer schmeißt denn schon alle seine Rosen weg, nur weil in schlechten bzw. feuchten Jahren ein Befall mit Rosenrost auftritt? Das wäre ja dasselbe. Schließlich kann diese Erkrankung immer wieder auftreten, was dann? Also habe ich ein wenig recherchiert und auf meine bisherigen Erfahrung beim Bekämpfen von solchen Dingen im Garten vertraut.
Ausschneiden
Im ersten Schritt habe ich alle stark befallenen Brombeerruten, d.h. alle Triebe, die direkt betroffen waren und nicht bloß das Laub, bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten. Anschließend habe ich auch rigoros alle infizierten Blätter entfernt. Nach dem das erledigt ist, sollte man unbedingt die Gartenschere mit hochprozentigem Alkohol desinfizieren!
Allerdings sollten befallene Pflanzenteile nicht am Kompost entsorgt werden, sondern im Restmüll. Andernfalls läuft man Gefahr, dass der Pilz auf nicht verrotteten Blättern überwintert und es zu einer Neuinfektion der Brombeeren im nächsten Frühling kommt. Denn einfache Komposter entwickeln nicht die entsprechend hohen Temperaturen, die zum Absterben von Sporen notwendig sind.
Warum sollte das Schnittgut auch nicht in die Bio-Tonne?
Die Entsorgung von infizierten Pflanzenteilen im Biomüll kann zwar im Notfall erfolgen, ist aber nicht ratsam. Der Grund ist eigentlich derselbe wie bereits im letzten Absatz erwähnt. Denn je nachdem wie gut die Kompostieranlage arbeitet, könnten auch dort Sporen überleben. Und wer weiß, wo die durch die Verrottung entstandene Komposterde später landet? Wieder bei Dir im Garten? Außerdem weisen viele Gemeinden explizit darauf hin, dass krankes Pflanzenmaterial gesondert gesammelt werden muss.
Vorbeugung und Sortenwahl
Um einer Infektion generell vorzubeugen bzw. deren Ausbreitung einzudämmen, ist es jedoch auch empfehlenswert, die Brombeersträucher so auszulichten, dass sie nach einem Regen gut und vor allem schnell abtrocknen können. Positiv wirken sich natürlich auch ausreichend große Pflanzabstände aus.
Wer möchte, kann aber auch bereits im Vorfeld auf resistente Sorten zurückgreifen und nur solche pflanzen. Leider sind diese aber ziemlich rar gesät. Ich habe nur eine gefunden, die explizit als solche ausgewiesen ist. Alle übrigen, die häufig im Handel angeboten werden, gelten als anfällig. Komisch, nicht wahr? Generell sind dornenlose Züchtungen eher davon betroffen als stachelige “Ursorten”.
| anfällig | resistent |
| Loch Ness (gängig im Erwerbsanbau) | Arapaho (us-amerikanische Sorte) |
| Navaho (dornenlos) | |
| Thornless Evergreen (dornenlos, immergrün, Totalausfall möglich) | |
| Black Satin (dornenlos) |
chemische Keule
Da ein starker Befall mit Brombeerrost zu deutlichen Ernteeinbußen führt, kann, falls gewollt, auch auf chemische Maßnahmen zurückgegriffen werden. Meiner Meinung nach ist das dann auch sinnvoll. Denn es wäre schade alles zu verlieren. Ein probates chemisches Mittel gegen Brombeerrost ist z.B. COMPO Duaxo Universal-Pilzfrei. Möchtest Du darauf zurückgreifen, musst Du die Packungsbeilage beachten und berücksichtigen, dass Fungizide eventuell eine bestimmte Außentemperatur benötigen, um ihre Wirksamkeit zu entfalten.
Kann man die Beeren von einem betroffenen Strauch noch essen oder sind sie dann giftig?
Ich fand keine einzige Quelle, die einen Hinweis darauf enthielt, dass der Verzehr von Brombeeren von einem befallenen Strauch gesundheitsgefährlich sein könnte oder das Rostpilze giftig für Menschen oder Tiere sind. Ich persönlich habe mir diesbezüglich eigentlich noch nie Sorgen gemacht und die ausgereiften Früchte trotzdem geerntet und verzehrt. Allerdings ist dies, wie bereits gesagt, mein eigener, höchstpersönlicher Zugang zu diesem Thema.
Diese Frage wurde mir übrigens in einem Kommentar zu diesem Artikel hinterlassen und hat mir einiges an Recherchearbeit abverlangt, denn ich konnte dazu in den verfügbaren, deutschsprachigen Quellen oder auch in meinen Büchern nicht viel finden. Auch international gibt es zu dieser Frage nicht viele Antworten.
Fazit
Meine dornenlosen Brombeersträucher stehen nun schon seit über 10 Jahren im Garten. Je nach Witterung (allen voran feuchtes Wetter) tritt der Pilz stärker oder schwächer auf. Und das so gut wie jedes Jahr. Die Pflanzen sind daran bislang aber nicht eingegangen und auch die Ernte wurde nicht weniger, obwohl ich sie nie explizit behandelt habe, außer stark befallene Stellen auszuschneiden. Meine Erfahrung ist deshalb jene, dass eine umgehende Entfernung nicht notwendig ist. Die Stauden sind hart im Nehmen und trotzen diesem Krankheitserreger gekonnt.
Viel Erfolg beim Brombeerrost bekämpfen!
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Bis bald und baba,
Kathrin
Hey, das ist ja wirklich traurig 🙁 Hab leider keine Erfahrung mit gelben Pusteln, aber bei uns bleiben keine über, weil die Vögel immer scneller sind als wir…
Trotzdem liebe Grüße
Elisabeth
Hallo Kathrin,
was man da machen kann, weiß ich leider auch nicht. Meine von Malvenrost geplagten Stockrosen kommen aber auch jedes Jahr wieder und blühen fleißig.
VG
Elke
Oh man, das ist ja traurig!
Mit dem Pilz kenne ich mich auch nicht aus… Würde auch erstmal alles was man sieht vernichten oder komplett zurückschneiden?!
Bei mir haben jetzt die Tomaten, die so toll geworden sind, Braunfäule und fast alle Tomaten sind befallen. Ein Witz!
Lg Kerstin
Ich hab vorerst alle kranken Stellen an den Pflanzen entfernt und bin zuversichtlich, dass die Brombeeren den Befall überleben werden.
@ Elisabeth: So ergeht es mir immer mit den Blaubeeren.
@ Elke: Das macht mir Mut!
@ flotte Schnecke: Oh, dass ist aber ein Mist, hast Du die Pflanzen immer gut ausgelichtet, so dass sie schnell abtrocknen, falls sie einmal nass werden.
lg kathrin
Hallo Kathrin, kann man die Früchte noch essen, wenn die Pflanzen Brombeerrost haben? Die gelben Pusteln auf den Blattunterseiten krümeln schon auf die darunterliegenden Früchte. Früchte abwaschen und essen oder wegschmeißen? lg Martina
Drei Jahre lang hatten wir viele Beerenansätze, die aber nicht reiften. Gelber Pilzrasen auf den Blattunterseiten. Nach dem gründlichen Rückschnitt im Herbst habe ich 500 g Zimt auf dem Boden verteilt, die gleiche Menge im Frühjahr nochmal. Dieses Jahr haben wir kaum Pilzbefall und kaum gelbgesprenkelte Blätter. Versucht es mal!
Liebe Gudrun, vielen Dank für den Tipp!
LG Kathrin