Bekommen Tomatenblätter lila Flecken oder werden überhaupt großflächig violett, so ist die Ursache dafür meist ein Phosphormangel ausgelöst durch Temperaturen unter 10°C oder massive Temperaturschwankungen zwischen warm und kalt. Besonders häufig tritt dieser Nährstoffmangel im Frühling kurz nach dem Auspflanzen auf, wenn es es noch keine stabile Wetterlage gibt und es in erster Linie in der Nacht noch sehr kühl wird. Die Tomaten erleiden quasi einen Kälteschaden. Was Du dagegen tun kannst, verrate ich Dir im folgenden Beitrag!
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Tomatenblätter werden violett
Nicht jedes Paradeiserjahr in unserer Gegend endet mit überragenden Ergebnissen. Selbst wenn ich mit kräftigen Pflanzen in die Saison gestartet bin, hat mir das Wetter schon mehrfach einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht. Entgegen aller Erwartungen stellte sich oftmals im Mai kein frühsommerliches, warmes Wetter ein, sondern es blieb wochenlang nass und kühl. Wenngleich es dazwischen immer wieder einmal schöne, warme Tage gab, bedeuteten die rasch wechselnden Temperaturen für die Tomaten enormen Stress. Oftmals kam es auch noch vor, dass die Nächte bis weit in den Juli hinein immer wieder recht kalt waren und das Thermometer weniger als 10°C anzeigte. Das verbesserte die Situation natürlich überhaupt nicht.
Unterschied zwischen Gewächshaus und Freiland
Wiesen die Pflanzen in den Gewächshäusern trotz des Auf- und Abs weitgehend eine normale Blattgesundheit auf, so waren jene, die im Freiland lediglich unter einem Dachvorsprung standen, übersät mit violetten bzw. lila Flecken. Teilweise hatten sich sogar das ganze Blätter als auch die verfärbt. Ein ziemlich absurder Anblick. Doch was ist die Ursache für dieses kuriose, ungesunde Aussehen?
Ursache Phosphormangel
Der Auslöser für eigenartige Aussehen der Tomatenblätter, ist ein Nährstoffmangel und nicht wie fälschlicherweise oft angenommen ein Pilz, wie zum Beispiel bei der Kraut- und Braunfäule. Im konkreten Fall mangelt es an Phosphor. Laut Wikipedia handelt es sich hierbei um ein chemisches Element, welches essentiell für die zelluläre Energieversorgung ist. Des Weiteren wirkt es sich auf den Kohlenhydrathaushalt, die Photosynthese und den Wasserhaushalt der Pflanze aus. Kommt es zu einem Mangel zeigt sich folgendes Schadbild:
- lila Flecken auf den Blättern
- starrer, aufrechter Wuchs
- neues Laub ist extrem klein und wirkt verkümmert
- die Fruchtbildung ist eingeschränkt – die Blüten fallen nicht ab, sondern erscheinen gleich gar nicht.
Wodurch entsteht der Phosphormangel bei Tomaten?
Ähnlich wie bei der Blütenendfäule (Kalziummangel) ist der Grund eine mangelnde Aufnahme eines lebensnotwendigen Nährstoffs durch die Tomatenpflanze selbst. Da grundsätzlich jeder N-P-K-Dünger ein ausgewogenes Nährstoffangebot für die Pflanzen enthält, entsteht die Unterversorgung nicht durch einen Mangel im Boden. Vielmehr kann der vorhandene Phosphor aufgrund von kalten Temperaturen (unter 10°C) oder massiven Temperaturschwankungen (ständiges auf und ab zwischen kalten und warmen Tagen) nicht aufgenommen werden. Es zeigt sich alsbald das vorhin beschriebene Schadbild. Davon betroffen sind Tomatenpflanzen im Topf als auch frei ausgepflanzte gleichermaßen.
Was tun bei einem ausgeprägten Mangel?
Normalerweise reguliert sich Phosphormangel meiner Erfahrung nach von selbst, sobald die Temperaturen wieder steigen. Die lila Flecken auf den Tomatenblättern bleiben zwar bestehen, beeinträchtigen aber nicht den nachfolgenden, gesunden Neuaustrieb. Problematischer wird es vielmehr, wenn sich die Temperaturen über lange Zeit nicht einpendeln und die Pflanzen dadurch in ihrer Entwicklung massiv zurückgeworfen werden. In einem solchen Fall kann man eine Blattdüngung mit Phosphor versuchen. Hierbei wird der Dünger stark verdünnt mittels einer Spritzflasche auf die Blätter gesprüht. Die Anwendung muss anfangs mehrfach wiederholt werden.
Wie kann ich einem Kälteschaden vorbeugen?
Um lila Flecken an den Tomaten und den mit ihnen einhergehenden Phosphormangel vorzubeugen reicht es allerdings meistens schon aus, sie nicht zu früh zu setzen. Zwar gibt es wahrscheinlich nicht den optimalen Zeitpunkt, aber als Richtwert hat sich Mitte Mai bewährt. Davor sind Kälteeinbrüche meist nicht ungewöhnlich. Im schlimmsten Fall erfrieren sie und eine Nährstoffunterversorgung wäre das geringste Problem gewesen. Kommt es danach noch zu einem weiteren signifikanten Kaltlufteinfluss sollte man sie zumindest in der Nacht mit einem wärmenden Vlies schützen.
Fazit
Erfahrungsgemäß sind Freilandtomaten häufiger betroffen als Pflanzen, die im Gewächshaus stehen. Eigentlich krass wie gut ein paar Millimeter dicke Doppelstegplatten vor Kälte schützen können.
Viel Erfolg bei Deiner aktuellen Tomatenkultur hoffentlich ohne lila Flecken und Phosphormangel!
Für Fragen kannst Du mich auch gerne auf Instagram kontaktieren oder mir hier im Kommentarbereich schreiben!
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Bis bald und baba,
Kathrin
Guten Morgen liebe Kathrin,
genau das hatte ich in diesem Jahr mit meinen Tomaten auch, denn ich hatte sie zu früh rausgestellt! Aber sie haben sich erholt und die ersten Früchte sind geerntet :O)
Danke für den wieder so tollen und informativen Beitrag!
Hab einen schönen und freundlichen Wochenteiler!
♥️ Allerliebste Grüße, Claudia
Liebe Claudia, unsere wenigen “Freiland” Tomaten hat es erwischt, obwohl wir erst Ende Mai ausgepflanzt haben. Heuer war das Wetter nicht sonderlich tomatenfreundlich – zumindest nicht bei uns.
LG Kathrin
Hallo Kathrin,
lila Blätter hatte ich noch nie an den Tomaten. Und wenn hätte ich keinen blassen Schimmer gehabt wo das Problem liegt und was ich tun kann. Wieder was gelernt. Danke dir!
VG
Claudia
Liebe Kathrin,
ja, heuer ist wirklich kein gutes Jahr für Paradeiser. Lila Flecken habe ich zwar keine entdeckt, aber sie mickern ziemlich dahin, was mich beim diesjährigen Sommer nicht sehr wundert…
Habt einen guten Start in den August,
herzlichst, Traude
https://rostrose.blogspot.com/2020/07/von-einer-burg-in-bratislava-und-von.html
Interessant! Ich glaube, meine Tomaten hatten diese Symptome noch nie, Glück gehabt!
Dieses Jahr sehen sie ausnahmsweise sehr gut aus und tragen viele Früchte, die alle noch grün sind,
VG
Elke
Liebe Kathrin,
das mit dem Phosphormangel war mir nicht bekannt. Allerdings scheint das bei uns auch zum ersten Mal mit Tomaten zu klappen, deswegen haben wir auch keine Erfahrung, sonst hat es bei uns immer zuviel geregnet, und wir haben es dann einfach aufgegeben. Aber dieses Jahr regnet es mal wieder viel zu wenig. Für Tomaten ist das gut, wenn man sie denn gießt.
Ich wünsche Dir noch eine schöne Woche.
Viele liebe Grüße
Wolfgang
Liebe Kathrin,
das war mir wirklich noch nicht bekannt! Zum Glück hatte ich das Problem noch nicht. Hier war es auch nicht gerade ideal für Tomaten bisher, dafür werden sie jetzt bei 32 Grad geröstet. Was für ein Glück, das unser Gewächshaus nicht in der direkten Sonne steht.
Ist das Absicht, das einige Begriffe (die mit Verlinkungen /Affiliates) durchgestrichen sind?
Liebe Grüße
Karen
Liebe Karen, mein Plugin zur Überprüfung von Links markiert diese immer wieder als fehlerhaft, obwohl sie das nicht sind. Dann erscheinen sie durchgestrichen. Es ist echt mühsam, aber es lässt sich irgendwie nicht abstellen.
LG Kathrin